Celebrex, Studie

Celebrex: Studie mit 30.240 Patienten zeigt 37% weniger Blutungen

31.05.2026 - 13:30:54 | boerse-global.de

Celecoxib ist digital rezeptierbar. Eine Studie belegt 37 Prozent weniger Blutungsrisiko im Vergleich zu anderen NSAIDs.

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Das Schmerzmittel Celebrex ist ab sofort über das E-Rezept erhältlich – und eine aktuelle Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Sicherheit des Wirkstoffs.

Digitale Verfügbarkeit und Preise

Seit Ende Mai 2026 können Patienten den COX-2-Hemmer Celebrex (Wirkstoff: Celecoxib) per elektronischem Rezept beziehen. Hersteller ist Viatris Healthcare GmbH. Die 100 Milligramm starke Packung mit 100 Kapseln kostet Kassenpatienten 55,44 Euro Zuzahlung, Privatversicherte zahlen 84,32 Euro.

Die Einführung fällt in eine Phase der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die elektronische Patientenakte (ePA) läuft seit Januar 2025 als Widerspruchslösung. Ärzte wie Dr. Nicolas Kahl betonen: Die ePA biete umfassende Informationen – doch der Erfolg hänge von klarer Kommunikation zum Datenzugriff ab. Standardmäßig sind die Daten 90 Tage nach dem Einlesen der Versichertenkarte abrufbar.

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Studie: Weniger Magen-Darm-Blutungen mit COX-2-Hemmern

Eine am 26. Mai 2026 im Fachblatt JAMA Network Open: Cardiology veröffentlichte Studie gibt neue Einblicke in die Sicherheit selektiver NSAIDs. Die Forscher analysierten Daten von 30.240 Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern aus Großbritannien und Kanada (2011–2020). Im Fokus stand das Risiko bei gleichzeitiger Einnahme von NSAIDs und direkten oralen Antikoagulanzien (DOAKs).

Das Ergebnis: Werden COX-2-selektive NSAIDs wie Celecoxib zusammen mit DOAKs eingenommen, sinkt das Risiko für Magen-Darm-Blutungen um 37 Prozent – im Vergleich zur Kombination mit nicht-selektiven NSAIDs. Die Studie zeigt zudem regionale Unterschiede im Verschreibungsverhalten:

  • In Großbritannien war Diclofenac das häufigste COX-2-Präparat (39,9 Prozent), Naproxen das dominierende nicht-selektive Mittel (65,1 Prozent).
  • In Quebec entfielen 85,6 Prozent der COX-2-Rezepte auf Celecoxib, Naproxen erreichte 78,2 Prozent bei den nicht-selektiven Optionen.

Sicherheitshinweise und Regeln für Rezepte

Trotz der Vorteile für den Magen-Darm-Trakt warnen Gesundheitsbehörden vor dem Einsatz bestimmter NSAIDs bei COVID-19. Französische Experten um Olivier Véran raten davon ab, Ibuprofen, Diclofenac, Celecoxib oder Naproxen bei einer Infektion zu nehmen – sie könnten den Verlauf verschlimmern. Empfohlen wird Paracetamol zur Fiebersenkung.

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Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin) hat zudem klargestellt: Private Rezepte aus Krankenhaus-Notaufnahmen dürfen nicht in Kassenrezepte umgewandelt werden. Auch eine nachträgliche Verordnung auf Kassenrezept für bereits gekaufte rezeptfreie Medikamente ist unzulässig. Die Erstattung erfolgt in solchen Fällen direkt über die Krankenkasse – auf Basis des Privatrezepts und der Apothekenquittung.

Apothekenreform: Neue Rollen, offene Fragen

Die geplante Apothekenreform (ApoVWG) wird die Arzneimittelversorgung verändern. Künftig dürften Apotheken in Ausnahmefällen bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente auch ohne vorherigen Arztbesuch abgeben – sowie Impfungen und Blutabnahmen durchführen.

Apothekervertreter wie Rouven Steeb sehen darin Chancen. Kritiker warnen jedoch vor einem „Apotheke-light"-Modell, bei dem pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) die Leitung übernehmen könnten. Susanne Bublitz vom Hausärzteverband Baden-Württemberg äußert Bedenken zu unklaren Verantwortlichkeiten und möglichen Qualitätseinbußen.

Das Bundeskabinett wird voraussichtlich am 3. Juni 2026 über eine separate Verordnung beraten: Die Apothekengebühren sollen demnach zum 1. Juli 2026 auf 9 Euro steigen, zum 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro.

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