Bewegung gegen Depression: Tanzen und Laufen wirken wie Therapie
15.06.2026 - 09:24:13 | boerse-global.de
Das belegt eine aktuelle Studie aus dem British Journal of Sports Medicine. Besonders bei Depressionen und Angststörungen zeigen Ausdauersportarten überraschende Effekte.
Die Untersuchung, die Mitte Juni 2026 veröffentlicht wurde, belegt: Laufen, Schwimmen und Tanzen erzielen bei milden bis mittleren Depressionen Ergebnisse, die mit Psychotherapie oder Medikamenten vergleichbar sind – oder diese sogar übertreffen.
Warum Tanzen der Psyche guttut
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Julia Christensen, Neurowissenschaftlerin am Max-Planck-Institut in Leipzig, erklärt das Phänomen: Tanzen kombiniere aerobe Belastung mit einer Herzfrequenz von über 140 Schlägen pro Minute, soziale Interaktion und Musik. Schon einfache Armbewegungen über fünf Minuten verbessern laut Christensen die Stimmung.
Die Verbindung aus rhythmischer Koordination und körperlicher Anstrengung wirkt sich direkt auf neurologische Prozesse aus. Kein Wunder also, dass Tanztherapie zunehmend als ernstzunehmende Behandlungsmethode gilt.
Krafttraining für ein langes Leben
Doch nicht nur Ausdauersport ist wertvoll. Der Physiotherapeut Will Harlow empfiehlt die Goblet-Kniebeuge als eine der effektivsten Übungen für Gesundheit und Langlebigkeit. Diese bilaterale Bewegung stärkt Muskeln, Knochen und Gelenke – bei geringem Verletzungsrisiko.
Sein Tipp: 10 bis 20 Wiederholungen pro Satz. Die Intensität sollte so gewählt sein, dass die Übung ein bis zwei Wiederholungen vor der vollständigen Erschöpfung endet. Das fördert die körperliche Widerstandskraft bis ins hohe Alter.
Der unbewusste Linksdrall
Spanische und japanische Forscher entdeckten ein kurioses Phänomen: Menschen laufen ohne Orientierungshilfen fast ausschließlich gegen den Uhrzeigersinn. Dieser „Linksdrall“ ist unabhängig von Händigkeit, Kultur oder Verkehrsregeln.
Als Ursache vermuten die Wissenschaftler Asymmetrien im Gleichgewichtsorgan oder in der räumlichen Wahrnehmung. Die Erkenntnisse zeigen, wie tief neurologische Strukturen unsere alltägliche Motorik steuern.
Wenn der Schlaf fehlt
Wie wichtig Regeneration ist, zeigt ein abgebrochener Selbstversuch: Nach 47 Stunden ohne Schlaf musste eine Reporterin ihr Experiment wegen massiver Konzentrationsstörungen und Schwindel beenden.
Jan Rémi, Schlafmediziner am LMU Klinikum München, warnt: Bereits nach 44 Stunden ohne Schlaf verschlechtern sich Konzentration und Gedächtnisbildung signifikant. Die Botschaft ist klar: Bewegung allein reicht nicht – der Körper braucht Erholung.
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Sport verbindet
Großveranstaltungen zeigen, wie Bewegung die Gesellschaft zusammenhält. Am heutigen Montag starteten im Saarland die Special Olympics Deutschland mit rund 4.300 Athletinnen und Athleten in 27 Sportarten. Insgesamt sind etwa 13.000 Menschen beteiligt.
Auch präventive Angebote boomen: Am 20. Juni bietet Hennigsdorf geführte Touren zum „Achtsamen Waldbaden“ an. Unter der Leitung von Expertin Sandra Wolschke sollen Entspannungsübungen die mentale Belastung im Alltag senken.
