Bewegung: 150 Minuten pro Woche senken Sterblichkeit um 31%
09.06.2026 - 21:31:21 | boerse-global.de
Statt Krankheiten nur zu behandeln, setzt sie zunehmend auf Prävention. Der Grund: Die Gesundheitsausgaben in Deutschland liegen bei über 500 Milliarden Euro jährlich – mehr als 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Fachgesellschaften fordern ein Umdenken. Auf dem 41. Jahreskongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) Mitte Juni in Osnabrück steht die stärkere Gewichtung der Prävention auf der Agenda.
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30 Millionen Teilnehmer belegen den Effekt
Die Universität Cambridge hat 94 Langzeitstudien mit insgesamt 30 Millionen Teilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis: Bereits 150 Minuten Bewegung pro Woche – umgerechnet 21 Minuten täglich – senken das Risiko für einen vorzeitigen Tod um 31 Prozent.
Noch konkreter: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt um 29 Prozent, das für krebsbedingte Todesfälle um 15 Prozent. Laut den Forschern ließe sich jeder sechste vorzeitige Todesfall vermeiden, wenn inaktive Menschen dieses Mindestmaß erreichen würden.
Sportmediziner betonen: Die wirksamste Therapie ist oft kostenlos und für alle zugänglich.
Langes Leben heißt nicht gesundes Leben
In Spanien liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei 84 Jahren – Spitzenwert in Europa. Doch fast die Hälfte der Lebenszeit ab 65 ist von Krankheiten geprägt. Wissenschaftler fordern eine fundierte Langlebigkeitsmedizin, die über bloßes Biohacking hinausgeht.
Das Forschungsprojekt ADVANCE der Universität Genf evaluiert Kurse zur Stärkung des Wohlbefindens im Alter. Ende Juni starten neue Programme in Zürich. Erste Testphasen 2025 zeigten positive Rückmeldungen.
Auch Musik in der Demenzvorsorge wird untersucht – unter anderem von der Universität Aalborg.
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Soziale Kontakte als Gesundheitsfaktor
Neben Bewegung spielt die soziale Teilhabe eine zentrale Rolle. Die Caritas startete im Januar 2026 einen kostenlosen Einkaufsbus im Raum Bad Tölz-Wolfratshausen. Das Projekt kombiniert praktische Hilfe mit sozialen Kontakten.
In Dänemark gibt es ab Mitte Juni gemeinsame Spaziergänge für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Krebs oder Herzleiden. Experten raten bei Demenzerkrankungen zur ganzheitlichen Aktivierung: Bewegung, Ernährung, soziale Kontakte und die Aktivierung von Selbstheilungskräften stehen im Vordergrund.
In Augsburg beginnen im Juni spezielle Schulungsreihen für Angehörige. Sie vermitteln praktisches Wissen, um den Alltag lebendiger zu gestalten.
Nur jeder Vierte bewegt sich genug
Die WHO empfiehlt bestimmte Bewegungsmindestmengen – doch nur 26 bis 29 Prozent der Erwachsenen erreichen sie. Fachleute fordern strukturelle Änderungen: ein Schulfach Gesundheit, tägliche Sportstunden in Bildungseinrichtungen und steuerliche Anpassungen bei Nikotin und Zucker.
Das Ziel: weg von der reinen Krankheitsverwaltung, hin zur effektiven Gesundheitsvorsorge für alle Altersgruppen.
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