Raumfahrt, Physik

Bereits zum neunten Mal soll am Sonntag der private Raumfrachter «Cygnus» zur ISS starten.

18.05.2018 - 07:46:05

«Cold Atom Laboratory» - Raumfrachter soll «kältesten Punkt des Alls» zur ISS bringen. An Bord ist wie immer Nachschub, aber diesmal auch ein ganz besonderes Experiment: Mit dem «CAL»-Labor soll der kälteste Punkt im ganzen Universum geschaffen werden.

Washington - Kalt, kälter, «CAL»: Mit einem Eisschrank-großen Labor will die US-Raumfahrtbehörde Nasa den «kältesten Punkt des Universums» schaffen.

Das «Cold Atom Laboratory» (CAL) soll an Bord des privaten Raumfrachters «Cygnus» vom US-Bundesstaat Virginia aus zur Internationalen Raumstation ISS starten und am Donnerstag dort ankommen, wie die Nasa mitteilte.

In dem vom Nasa-Team im kalifornischen Pasadena entwickelten und rund 83 Millionen Dollar (etwa 70 Millionen Euro) teuren Labor befinden sich Laser, eine Vakuum-Kammer und eine Art elektromagnetisches Messer. Damit sollen Gas-Partikel auf ein milliardstel Grad über dem absoluten Nullpunkt bei rund -273 Grad Celsius heruntergefroren werden. Das ist kälter als in den Tiefen des Universums.

Wenn Atome so weit heruntergekühlt werden, können sie einen extremen Aggregatzustand annehmen - das sogenannte Bose-Einstein-Kondensat. Sie benehmen sich dann weniger wie Partikel, sondern eher wie Wellen. Bislang haben Wissenschaftler diesen Zustand nie bei derart kalten Temperaturen beobachten können, wie sie sie sich von «CAL» erhoffen - und nie in der Schwerelosigkeit.

Die Erdanziehungskraft zieht die Partikel herunter, so dass Forscher sie auf der Erde bislang immer nur für Bruchteile von Sekunden beobachten konnten. Auf der ISS könnten extrem kalte Atome ihre Wellenform der Nasa zufolge bis zu zehn Sekunden lang beibehalten.

«Diese extrem kalten Atome zu erkunden könnte unser Verständnis von Materie und der fundamentalen Natur der Erdanziehung verändern», sagte Nasa-Projektmanager Robert Thompson.

Fünf Teams von Wissenschaftlern haben Forschungen mit dem «CAL» angekündigt. Darunter ist auch der Physiknobelpreisträger Eric Cornell, der die Auszeichnung 2001 für frühe Forschungen zum Bose-Einstein-Kondensat erhalten hatte. Die «CAL»-Mission ist zunächst auf ein Jahr angelegt, könnte aber auf bis zu fünf Jahre ausgeweitet werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Schüler löchern «Astro-Alex» mit Fragen. Gemeinsam mit Amateurfunkern stellten sie eine Verbindung zur Internationalen Raumstation ISS her. Trotz des Fehlstarts einer russischen Rakete auf dem Weg zur ISS müssen die Astronauten um Gerst nicht um ihr Essen bangen. «Ich sehe keinen Anlass zur Sorge», sagte der Manager der «Horizons»-Mission beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Volker Schmid. Künzelsau - Ist Krafttraining in der Schwerelosigkeit des Alls genauso anstrengend wie auf der Erde? «Ja, leider», sagte Astronaut Alexander Gerst bei einem Funkkontakt mit Schülern in seiner Heimatstadt Künzelsau. (Politik, 16.10.2018 - 15:46) weiterlesen...

«Kolumbus im 21. Jahrhundert» - Europäische Sonde fliegt zum Merkur. Dann beginnt die Forschung. Es ist die anspruchsvollste Mission der Esa in ihrer mehr als 40-jährigen Geschichte. Die europäisch-japanische Raumsonde BepiColombo startet kommendes Wochenende zum Merkur - sieben Jahre dauert ihre Reise. (Wissenschaft, 14.10.2018 - 09:08) weiterlesen...

Nach Fehlstart will Russland rasch wieder bemannte Flüge. Moskau - Nach der Panne beim Start einer Sojus-Rakete bemüht sich Russland, die Lücke bei bemannten Flügen zur Internationalen Raumstation ISS nicht zu groß werden zu lassen. Bei der Suche nach der Unfallursache seien Ergebnisse bis zum 20. Oktober zu erwarten, sagte Sergej Krikaljow von der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau. «Wir werden versuchen, den Start der nächsten Besatzung möglichst vorzuziehen.» Der Ausfall einer Rakete dürfte auch Auswirkungen auf die Mission des deutschen Astronauten Alexander Gerst haben, des derzeitigen ISS-Kommandanten. Nach Fehlstart will Russland rasch wieder bemannte Flüge (Politik, 12.10.2018 - 16:00) weiterlesen...

Teil der Rakete gefunden - Russland will schnell wieder bemannte Flüge zur ISS senden. Auch die zwei Glückspilze, die der Beinahe-Katastrophe entkommen sind, sollen schnell hoch ins All. Der Tag danach: Experten ermitteln nach Raketenfehlstart, Flugpläne zur Internationalen Raumstation werden neu sortiert. (Wissenschaft, 12.10.2018 - 12:24) weiterlesen...

Teil der Rakete gefunden - Raumfahrer sollen im Frühjahr erneut zur ISS fliegen Moskau - Die Raumfahrer Alexej Owtschinin und Nick Hague sollen nach ihrem Fehlstart in einem zweiten Anlauf im Frühjahr 2019 zur Internationalen Raumstation ISS starten. (Wissenschaft, 12.10.2018 - 10:44) weiterlesen...

Roskosmos-Chef: Raumfahrer sollen erneut zur ISS fliegen. «Die Jungs werden auf alle Fälle fliegen», schrieb der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, auf Twitter. Die Raumfahrer hatten sich am Donnerstag mit einer Notlandung retten müssen, weil ihre Sojus-Trägerrakete kurz nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur versagte. Sie kehrten gestern nach Moskau zurück. Moskau - Die Raumfahrer Alexej Owtschinin und Nick Hague sollen nach ihrem Fehlstart in einem zweiten Anlauf im Frühjahr 2019 zur Internationalen Raumstation ISS starten. (Politik, 12.10.2018 - 10:00) weiterlesen...