Gesundheit, Medizin

Arzneistoffe wie Ibuprofen und Diclofenac sind als Schmerzmittel beliebt.

16.03.2017 - 10:00:05

Studie - Bestimmte Schmerzmittel erhöhen Risiko für Herzstillstand. Dass die Einnahme unter bestimmten Bedingungen das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen kann, sei vielen Menschen nicht ausreichend klar, warnen Forscher.

Gentofte - Die Einnahme bestimmter Schmerzmittel erhöht das Risiko für einen Herzstillstand, warnen dänische Forscher.

Sie zeigten in einer Studie, dass häufig verwendete schmerzlindernde Arzneistoffe wie Ibuprofen und Diclofenac in Einzelfällen schwere Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System haben können.

«Indem man zulässt, dass diese Mittel ohne Rezept gekauft werden können, und ohne Rat oder Einschränkungen, vermittelt man der Öffentlichkeit den Eindruck, dass sie sicher sein müssen», sagte Gunnar Gislason, Kardiologe am Universitätskrankenhaus in Gentofte.

Die Risiken der untersuchten Entzündungshemmer seien prinzipiell schon lange bekannt, betonte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Über die möglichen kardiovaskulären Nebenwirkungen werde in den an die Ärzte gerichteten Fachinformationen zu den Präparaten umfassend informiert.

Die Forscher um Gislason hatten die Auswirkungen sogenannter Nicht-steroidaler Entzündungshemmer (NSAID) untersucht, zu denen neben Ibuprofen und Diclofenac etwa auch Naproxen, Rofecoxib und Celecoxib zählen. Schon mehrere Analysen zuvor hätten gezeigt, dass diese Arzneistoffe mit kardiovaskulären Risiken verbunden sind.

In ihre aktuelle Analyse bezogen die Forscher die Daten aller fast 29 000 Herzstillstand-Patienten in Dänemark zwischen 2001 und 2010 ein. Knapp 3400 der Patienten hatten bis zu einen Monat vor ihrem Herzstillstand Schmerzmittel genommen - davon 1100 Ibuprofen und 545 Diclofenac. Das im «European Heart Journal» veröffentlichte Ergebnis: Bei der Einnahme von Diclofenac stieg die Wahrscheinlichkeit eines Herzstillstands um 50 Prozent im Vergleich zu Patienten, die keine Schmerzmitteln genommen hatten. Bei Ibuprofen lag das Risiko um 31 Prozent höher.

«Die Ergebnisse sind eine Erinnerung daran, dass NSAIDs nicht harmlos sind», sagte Gislason. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten eine Einnahme seiner Einschätzung nach ganz vermeiden. Die Arzneistoffe hätten viele Effekte auf das Herz-Kreislauf-System, die die Verbindung zum Herzstillstand erklären könnten. So beeinflussten sie etwa die Ansammlung von Blutplättchen und könnten Blutgerinnsel verursachen.

Er empfehle, nicht mehr als 1200 Milligramm Ibuprofen am Tag einzunehmen, erklärte Gislason weiter. Diclofenac, den riskantesten Wirkstoff, sollten auch herzgesunde Menschen demnach meiden. Es gebe andere, ebenso hilfreiche Mittel ohne derartige mögliche Nebenwirkungen.

In Deutschland seien die Mittel in höheren Dosierungen in jedem Fall rezeptpflichtig, sagte das BfArM. Auf die notwendige Beschränkung von Dosis und Anwendungsdauer werde auch bei geringer dosierten, in Apotheken erhältlichen Präparaten stets deutlich hingewiesen. «Insofern existieren in Deutschland bereits weitreichende Regelungen, um Patienten vor diesen Risiken zu schützen.»

Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) sind Schmerzmittel mit schmerzstillenden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Sie werden zur Behandlung von Schmerzen verschiedener Ursache, bei Fieber, entzündlichen Erkrankungen und zur Blutverdünnung eingesetzt. Die Aussagen der Studie sind auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Schmerzmittel in anderen europäischen Ländern nicht nur in Apotheken, sondern sogar im Supermarkt verkauft werden.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Schwerpunkt im Süden und Osten - Grippewelle rollt mit neuem Spitzenwert. Nützen dürfte das nicht viel. Die Influenza hat Hochsaison. In Bayern hat eine Kirchengemeinde sogar das Weihwasserbecken geleert, um Ansteckungen mit Grippeviren zu vermeiden. (Politik, 22.02.2018 - 17:06) weiterlesen...

Grippewelle in Deutschland mit neuem Spitzenwert. In der dritten Februarwoche registrierte das Robert Koch-Institut rund 24 000 nachgewiesene Grippefälle. Der Schwerpunkt liegt im Moment im Süden und Osten des Landes. Insgesamt sind in dieser Grippesaison bisher rund 82 000 Grippefälle registriert, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Die Dunkelziffer der Fälle liegt in der Regel deutlich höher, weil nicht von jedem Patient Erregerproben eingeschickt werden. Berlin - Die Grippewelle in Deutschland hat einen neuen Höhepunkt erreicht. (Politik, 22.02.2018 - 13:48) weiterlesen...

Viral unterwegs - Grippewelle rollt mit neuem Spitzenwert. Nützen dürfte das nicht viel. Die Influenza hat Hochsaison. In Bayern hat eine Kirchengemeinde sogar das Weihwasserbecken geleert, um Ansteckungen mit Grippeviren zu vermeiden. (Politik, 22.02.2018 - 13:24) weiterlesen...

EU fordert zur Grippe-Impfung auf. «Ich appelliere an alle Bürger in der Europäischen Union, sich selbst und ihre Kinder impfen zu lassen. Damit schützt man nicht nur die eigene Person, sondern auch die Mitbürger», sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis der Zeitung «Die Welt». Er forderte, den «Mythen und Fehleinschätzungen über Impfungen nicht zu glauben». Impfungen seien eine «wichtige Maßnahme zur Erhaltung der öffentlichen Gesundheit und sollten eine Selbstverständlichkeit sein». Berlin - Angesichts der akuten Grippewelle ruft die Europäische Kommission zum Impfen auf. (Politik, 21.02.2018 - 03:40) weiterlesen...

Neue Fragen - Unentschieden: Low-Fat-Diät genauso gut wie Low-Carb-Diät Auf welche Weise nehme ich am besten ab? Und entscheiden meine Gene mit über den Diäterfolg? Eine Studie gibt Antworten - und wirft neue Fragen auf. (Wissenschaft, 20.02.2018 - 17:02) weiterlesen...

Multiresistenter Erreger - Zahl der MRSA-Infizierten in Deutschland rückläufig. Auch bei einer Tagung von Mikrobiologen in Bochum war der Umgang mit multiresistenten Keimen ein wichtiges Thema. Krankheitserreger, gegen die Antibiotika nicht mehr helfen, bereiten Medizinern seit Jahren großes Kopfzerbrechen. (Wissenschaft, 19.02.2018 - 18:04) weiterlesen...