Computer, Internet

Apple und Amazon weisen Berichte über Spionage-Chips aus China in ihren Servern mit Nachdruck zurück.

07.10.2018 - 12:08:06

Militärhacker aus China? - FDP will Aufklärung über angebliche Spionage-Chips. Doch Zweifel bleiben. Experten halten solche Hacker-Angriffe für ein reales Szenario.

Berlin - Nach Berichten über mögliche Spionage-Chips aus China in Servern großer US-Konzerne hat die FDP jetzt Aufklärung von der Bundesregierung über mögliche Auswirkungen auf Deutschland gefordert.

«Es ist absolut erforderlich, dass die Bundesregierung die Gefährdungslage schonungslos analysiert», sagte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer dem «Handelsblatt». Er sehe die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft «Opfer planmäßiger Industriespionage nicht nur der Chinesen wird».

Der Finanzdienst Bloomberg und mehrere US-amerikanische Wirtschaftsblätter hatten berichtet, dass chinesische Hacker entsprechende Computerchips direkt in Rechner großer US-Konzerne und Behörden installiert haben. Die winzigen Bauteile erlaubten es Angreifern, die Kontrolle über die Server zu übernehmen und Informationen abzuzapfen. Als Ziele genannt wurden etwa Apple und Amazon, die die Berichte allerdings nachdrücklich dementierten.

Nach dem Bloomberg-Bericht laufen bereits seit drei Jahren geheime Ermittlungen der US-Behörden im Zusammenhang mit den Spionage-Chips. Die Ermittler hätten herausgefunden, dass sie in Fabriken in China in die Elektronik der Server der Firma Super Micro eingeschleust worden seien und vermuteten chinesische Militärhacker dahinter.

Der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar hält Hackerattacken über Spionage-Chips für ein reales Szenario. «Solche Angriffe sind nicht nur über winzige Bauteile denkbar, sondern können schon bei der Fertigung einzelner Chips zum Tragen kommen», sagte Caspar dem «Handelsblatt». Die einseitige Abhängigkeit der Hardwarebranche von günstigen Herstellern in China begünstige dies. «Von der Produktion bis zur Auslieferung an den Endkunden gibt es für einen entsprechend mächtigen Akteur alle nur erdenklichen Zu- und Eingriffspunkte.» Es sei extrem schwierig, eine professionelle Manipulation von Hardware zu erkennen.

Auch der IT-Verband Bitkom ist alarmiert. Sollten die Berichte zutreffen, könnten deutsche Unternehmen zumindest mittelbar betroffen sein, hieß es. Zu stark seien die Verflechtungen der global agierenden deutschen Wirtschaft. Der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, betonte, man nehme das Thema sehr ernst. Das Problem der Hardwaremanipulationen sei bekannt. Abhelfen könne nur die Vertrauenswürdigkeit der Hersteller und die vollständige Kontrolle der Lieferketten.

@ dpa.de

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