Android-Sicherheit: Google schließt 124 Lücken, eine wird aktiv angegriffen
05.06.2026 - 11:48:56 | boerse-global.de
Insgesamt schließen die Patches mehr als 100 Schwachstellen. Besonders kritisch: Eine Lücke wird bereits aktiv angegriffen.
Kritischer Integer-Overflow betrifft drei Android-Versionen
Im Fokus steht die Schwachstelle CVE-2025-48595. Es handelt sich um einen sogenannten Integer-Overflow, der die Android-Versionen 14, 15 und 16 betrifft. Die US-Sicherheitsbehörde CISA hat eine Frist zur Behebung bis zum 5. Juni 2026 gesetzt.
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Google hat insgesamt 124 Schwachstellen im Android-System behoben. Parallel dazu liefert Samsung ein Update für seine Galaxy-Geräte, das 45 Lücken schließt. Davon entfallen 33 Korrekturen auf das Android-Basissystem, zwölf betreffen Samsung-eigene Dienste wie den Theme Manager oder Cloud-Schnittstellen. Das Update ist Teil der Beta-Version von One UI 9.0 für das Galaxy S26.
Microsoft-Apps mit offenem Debug-Flag
Sicherheitsforscher von Enclave entdeckten eine Schwachstelle in mehreren Microsoft-365-Apps. Unter dem Namen „FlagLeft“ wurde bekannt, dass in Word, Excel, PowerPoint und Copilot ein Debug-Flag aktiviert war. Der Fehler im gemeinsam genutzten Microsoft SDK ermöglichte es Drittanwendungen, Anmeldetokens zu stehlen und private E-Mails mitzulesen. Microsoft hat das Problem inzwischen behoben.
Auch die Entwicklerumgebung npm ist betroffen. Microsoft warnt vor Schadsoftware, die Krypto-Schlüssel von infizierten Systemen stiehlt. Die Malware „IronWorm“ wurde in 36 npm-Paketen entdeckt – ein weiteres Zeichen für anhaltende Gefahren in der digitalen Lieferkette.
Phishing-Welle rund um GTA VI
Sicherheitsanalysten von NordVPN warnen vor einer großangelegten Phishing-Kampagne. Im Zusammenhang mit dem für November 2026 erwarteten Videospiel „GTA VI“ wurden in der zweiten Maihälfte wöchentlich hunderte Phishing-Seiten und gefälschte Android-Apps identifiziert. Sie versprechen eine angebliche Beta-Version des Spiels – Ziel ist der Diebstahl von Nutzerkonten und der Abschluss betrügerischer Abonnements.
Google reagiert auf die steigende Gefahr durch KI-Kriminalität. Im Juni 2026 führt der Konzern die Funktion „Fake Call Detection“ ein. Das System warnt Android-Nutzer in Echtzeit vor Anrufen, bei denen Stimmen oder Telefonnummern mittels KI gefälscht wurden. Die Verifikation erfolgt über einen digitalen Abgleich per RCS-Verbindung. Hintergrund: KI-gestützte Angriffe haben sich im ersten Halbjahr 2026 laut Branchenberichten um das 37-Fache erhöht.
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Viele Nutzer überschätzen ihre Passwortsicherheit
Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Verbandes eco zeigt erhebliche Lücken im Sicherheitsverhalten. 74 Prozent der Befragten halten ihre Passwörter für sicher – doch nur 32 Prozent nutzen moderne Passkeys. Gerade einmal ein Viertel verwendet eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Experten des Hasso-Plattner-Instituts betonen: Klassische Passwörter bleiben relevant, müssen aber durch zusätzliche Maßnahmen wie Passwort-Manager geschützt werden.
Vorsicht ist auch bei automatisierten Funktionen geboten: Google Chrome lädt ohne Nutzerabfrage ein rund 4 Gigabyte großes KI-Modell für Gemini Nano auf kompatible Geräte. Experten kritisieren das hohe Datenvolumen und die fehlende Transparenz beim Download-Prozess.
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