Alzheimer, Nasenspray

Alzheimer: Nasenspray reduziert Entzündungen und stärkt Gedächtnis

02.06.2026 - 22:30:29 | boerse-global.de

Neues Nasenspray aus Stammzell-Vesikeln verbessert Gedächtnis bei Mäusen. Mehrere Forschungsansätze zur Demenzbekämpfung zeigen Fortschritte.

Befähigungsprüfung: Schlüssel für die Zukunft des Güterverkehrs - Bild: über boerse-global.de
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Forscher der Texas A&M University haben ein Nasenspray entwickelt, das Entzündungen im Gehirn reduziert und die kognitive Leistung steigert. In Tierversuchen mit alten Mäusen zeigten bereits zwei Anwendungen deutliche Effekte.

Das Spray basiert auf extrazellulären Vesikeln aus humanen neuralen Stammzellen. Diese enthalten spezifische microRNAs, die Entzündungsprozesse im Hippocampus herunterfahren. Die im Journal of Extracellular Vesicles veröffentlichten Ergebnisse belegen zudem eine verbesserte Mitochondrienfunktion und wiederhergestellte Nervenzell-Aktivität.

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Die Gedächtnisverbesserung hielt mehrere Monate an. Ein US-Patent ist bereits angemeldet. Bevor klinische Tests am Menschen starten, sind weitere Forschungsarbeiten nötig. Das National Institute on Aging förderte das Projekt.

Molekül kapselt schädliche Plaques ein

Neben dem Nasenspray verfolgen Forscher alternative Ansätze. Wissenschaftler des Institute for Neurosciences (CSIC-UMH) und der EPFL identifizierten das experimentelle Molekül OLE. Es steuert Mikroglia – die Immunzellen des Gehirns – so, dass sie Beta-Amyloid-Plaques einkapseln.

In Versuchsmodellen schrumpften die Plaques, die kognitive Leistung verbesserte sich. Zwei europäische Patente schützen die Entdeckung.

Gentherapie verwandelt Gliazellen in Neuronen

Einen radikaleren Weg gehen Forscher der Jinan University in China. Mit dem Wirkstoff NeuroD1 gelang es ihnen in einem Makaken-Modell, Gliazellen in funktionale Neuronen umzuwandeln. Gleichzeitig sanken Entzündungen, die Blut-Hirn-Schranke stabilisierte sich.

Das Unternehmen NeuExcell Therapeutics hat bereits eine klinische Studie gestartet.

Risikoerkennung schon bei jungen Erwachsenen

Die Universität Leipzig liefert wichtige Erkenntnisse zur Früherkennung. Im Rahmen der NAKO-Studie mit rund 150.000 Teilnehmern analysierten Forscher den LIBRA-Demenzrisiko-Index. Das Ergebnis: Ein höheres Risiko korreliert bereits bei 20- bis 39-Jährigen mit geringerer kognitiver Leistung.

Bei jüngeren Probanden dominieren verhaltensbezogene Faktoren wie Rauchen oder Bewegungsmangel. Bei älteren Menschen treten kardiovaskuläre Risiken in den Vordergrund.

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Fortschritte in der klinischen Entwicklung

Das Unternehmen INmune Bio meldete Fortschritte in seiner Phase-2-MINDFuL-Studie zu Alzheimer. Ein statistisch signifikanter Behandlungseffekt zeigte sich bei einem MRT-Biomarker für die weiße Substanz. Das Präparat XPro1595 erhielt Mitte Mai 2026 den Fast-Track-Status der FDA für die Alzheimer-Frühbehandlung.

Entzündungsmechanismus entschlüsselt

Forscher um Stuart Lipton veröffentlichten bereits 2025 Erkenntnisse zum STING-Protein. Sie wiesen nach, dass nitrosativer Stress in Alzheimer-Gehirnen zu einer chemischen Veränderung dieses Proteins führt – der sogenannten S-Nitrolysierung.

Dieser Prozess löst eine neuroinflammatorische Kaskade aus, die zum Verlust von Synapsen beiträgt. Die Modifikation des Proteins an einer spezifischen Stelle konnte in Experimenten den Synapsenverlust reduziert. Das eröffnet einen potenziellen neuen Angriffspunkt für künftige Therapien.

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