Computer, Internet

Als Schaufenster der Zukunft versteht sich die IT-Messe CeBIT in Hannover.

16.03.2017 - 13:50:05

3000 Aussteller - CeBIT als Schaufenster der Digitalwelt. Die digitalen Trends von morgen rund um Roboter, fahrerlose Autos und Liefer-Drohnen will sie dabei erneut abbilden. Neben den Chancen sollen auch die Risiken neuer Technologien beleuchtet werden.

Hannover - Humanoide Roboter, Drohnen, virtuelle Realität und künstliche Intelligenz: Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels in Wirtschaft und Gesellschaft stehen im Fokus der diesjährigen CeBIT.

Die Organisatoren der fünftägigen IT-Messe wollen erneut dem eigenen Anspruch gerecht werden, wichtigste Leistungsschau der Digital-Branche zu sein.

Das Motto vom 20. bis 24. März lautet daher «d!conomy - no limits». Der englische Begriff für «grenzenlos» und das Kunstwort «d!conomy» - eine Fusion der englischen Begriffe für Digitalisierung und Wirtschaft - sollen die Dimension des alle Lebensbereiche erfassenden Leitthemas ausdrücken.

Die Spanne der Anwendungen reicht von Robotern mit runden Kulleraugen bis hin zu intelligenten Prothesen oder digitalen Altenpflegern und Türöffner-Chips, die nicht nur sprichwörtlich unter die Haut gehen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine immer mehr. Die Digitalisierung erlebbar machen ist der selbst gesetzte Ziel der Technologiemesse, die zahlreiche Anwendungsbeispiele für Versicherungen und Banken, Handel, den Gesundheitssektor, die öffentliche Hand oder den Automobilbereich verspricht.

Die CeBIT will Trendbarometer und Impulsgeber für die digitale Welt sein. Sie hat sich in den vergangenen Jahren vom einstigen Magneten für alle Computer-Enthusiasten zur reinen Digital-Fachmesse für Geschäftskunden entwickelt. Partnerland ist mit Japan ein Staat, der dabei zur Weltspitze gehört. «Die Digitalisierung beeinflusst unsere Wirtschaft so stark wie kaum etwas anderes», betont Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die schon vor einem Jahr mehr Tempo beim digitalen Umbau der Wirtschaft in Europa gefordert hatte.

Neue Entwicklungen beim 3D-Druck, bei den Robotern und auch der künstlichen Intelligenz könnten Produktionsprozesse und ganze Wertschöpfungsketten revolutionieren, heißt es in einem Grußwort der Kanzlerin, die betont: «Die Analyse riesiger Datenmengen ermöglicht neue Geschäftsmodelle und Produkte, die auf Kundenwünsche genau zugeschnitten sind.» Mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe plant sie am Eröffnungstag wieder einen Rundgang durch die Hallen.

Bei den diversen Konferenzen, die die CeBIT seit ihrer Neuausrichtung begleiten, werden neben diversen kreativen Köpfen der digitalen Welt auch Buch-Autor Michael Nast («Generation beziehungsunfähig») oder der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, Vorträge halten. Insgesamt stehen 200 Redner auf dem Programm. Der BKA-Präsident soll die kriminelle, dunkle Seite der Digitalwelt («Cybercrime/Darknet») beleuchten. Auch NSA-Enthüller Edward Snowden wird sich erneut per Video-Schaltung aus dem russischen Exil melden.

Eine Bohrinsel im Maßstab 1:15 baut Chip-Gigant Intel auf. Er will an ihr den Drohnen-Einsatz in der Industrie anschaulich demonstrieren. Denn in einem «Drohnenpark» unter freiem Himmel soll diesmal unter anderem gezeigt werden, wie mit den kleinen Fluggeräten solche Plattformen oder auch Windräder inspiziert werden können. Auch der zuletzt bei den US-Wahlen kontrovers diskutierte Einsatz von Bots - Software, die in Online-Netzwerken mit Menschen kommunizieren kann - wird in Hannover eine wichtige Rolle spielen.

Insgesamt werden bei der Veranstaltung mit über 3000 Ausstellern aus 70 Ländern rund 200 000 Besucher erwartet. Rund 400 Start-ups werden sich nach Angaben der Veranstalter auf der Messe präsentieren. Wer die Welt der fahrerlosen Fahrzeuge erproben will, hat dazu in Hannover die Chance: Bei der CeBIT werden autonom fahrende Shuttle-Zubringer eingesetzt. Besucher, denen nach anstrengendem Messetag der Sinn nach Kunst steht, kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Hannovers Kunstverein gibt Messebesuchern vergünstigten Eintritt zur Ausstellung «What would I do in Orbit» mit Werken der belgischen Künstlerin Anne-Mie Van Kerckhoven, die sich schon früh mit Forschung rund um Künstliche Intelligenz beschäftigte.

@ dpa.de

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