Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Computer, Internet

Als Microsoft vergangene Woche vier Sicherheitslücken in seiner E-Mail-Software Exchange bekanntgab, war von gezielten Attacken die Rede.

08.03.2021 - 08:36:10

Computerkriminalität - Zehntausende E-Mail-Server wegen Microsoft-Lücke gehackt. Inzwischen entwickelt sich daraus eine globale Krise mit einem Wettlauf gegen die Zeit.

Washington - Wegen einer vor wenigen Tagen bekanntgewordenen Sicherheitslücke sind laut US-Medienberichten weltweit Zehntausende E-Mail-Server von Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen Opfer von Hacker-Attacken geworden.

Für die Schwachstelle in Microsofts Software Exchange Server gibt es seit vergangenem Mittwoch zwar ein Sicherheitsupdate. Es muss aber erst von den Kunden selbst installiert werden. Am Freitag ermahnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Tausende deutsche Unternehmen, die Lücke schnell zu stopfen.

Die Angaben zur Zahl der Betroffenen gingen in den Berichten weit auseinander. Weltweit könne es mehr als 250 000 Opfer geben, schrieb das «Wall Street Journal» am Wochenende unter Berufung auf eine informierte Person. Dem Finanzdienst Bloomberg sagte ein mit den Ermittlungen vertrauter ehemaliger US-Beamter, man wisse von mindestens 60 000 betroffenen E-Mail-Servern. Der gut vernetzte IT-Sicherheitsspezialist Brian Krebs und das Computermagazin «Wired» berichteten von 30 000 gehackten E-Mail-Systemen allein in den USA.

Microsoft wurde auf die Sicherheitslücken von IT-Sicherheitsforschern aufmerksam gemacht. Die Angreifer hätten anfangs wenige Ziele ausgesucht, seien zum Schluss aber dazu übergegangen, automatisiert in großem Stil Zehntausende E-Mail-Server täglich mit Hintertüren zu versehen, sagte der Chef der IT-Sicherheitsfirma Volexity, Steven Adair, bei Bloomberg.

«Deutsche Unternehmen sind im internationalen Vergleich besonders stark von dieser Microsoft-Exchange-Lücke betroffen», sagte am Sonntag Rüdiger Trost von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure. «Der Grund: Deutsche Unternehmen fürchten die Cloud und betreiben Dienste wie Exchange daher häufig lokal.» Es sei ein Wettlauf mit der Zeit: «Wird zuerst vom Unternehmen gepatcht oder sind die Hacker schneller beziehungsweise waren schon schneller?»

Zugleich seien die Angreifer überfordert, weil sie nicht alle offenen Netzwerke sofort ausnutzen könnten, schätzt Trost. Daher werde eine Hintertür für später eingebaut. «Wir werden also in den nächsten Monaten noch viele Datenleaks und Erpressungen aufgrund dieser Exchange-Lücke sehen.»

Microsoft hatte am Mittwoch gewarnt, dass die vier zuvor nicht öffentlich bekannten Sicherheitslücken von mutmaßlich chinesischen Hackern ausgenutzt werden. Die Hacker-Gruppe, die Microsoft «Hafnium» nennt, habe mit Hilfe der Schwachstellen vor allem Informationen in den USA abgreifen wollen. Ziele seien unter anderem Forschung zu Infektionskrankheiten sowie Hochschulen, Anwaltsfirmen und Unternehmen mit Verteidigungsaufträgen gewesen. Es habe sich um zielgerichtete Attacken gehandelt und Microsoft habe keine Hinweise darauf, dass auch Privatkunden angegriffen worden seien. Den Berichten zufolge wurden aber seit Bekanntgabe der Schwachstellen nicht abgesicherte Systeme auf breiter Front angegriffen.

Betroffen sind laut Microsoft die Exchange-Server-Versionen 2013, 2016 und 2019. In Cloud-Versionen von Microsofts E-Mail-Dienst gab es die Schwachstellen nicht. Exchange wird von vielen Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen als E-Mail-Plattform genutzt. Bei einer erfolgreichen Attacke über die Schwachstellen ist es möglich, Daten aus dem E-Mail-System abzugreifen. Microsoft wurde auf die Sicherheitslücken von IT-Sicherheitsforschern wie Volexity aufmerksam gemacht.

© dpa-infocom, dpa:210307-99-727696/3

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Intel-Tochter will ab 2023 fahrerlose Lieferfahrzeuge ausstatten. Der Fahrzeugentwickler Udelv will bis 2028 mehr als 35 000 seiner selbstfahrenden Transporter in den Markt bringen, wie die Unternehmen am Montag ankündigten. Die rechteckigen Wagen sollen unter anderem auf der sogenannten letzten Meile bei Auslieferungen an Kunden eingesetzt werden. JERUSALEM/BURLINGAME - Die Intel -Tochter Mobileye bringt ihre Roboterauto-Technologie in fahrerlose Lieferwagen ein, die 2023 den Regelbetrieb aufnehmen sollen. (Boerse, 12.04.2021 - 16:53) weiterlesen...

Industrie sieht Lichtblick in Corona-Krise - Merkel setzt auf Tests. Wie in so vielen anderen Bereichen hängt die Erholung jedoch auch hier an einem möglichst flächendeckenden Testen und Impfen, wie am Montag zum Start der Hannover Messe deutlich wurde - wenngleich die Branchenvertreter eine Testpflicht am Arbeitsplatz ablehnen. HANNOVER - Trotz der weiter rollenden dritten Corona-Welle sehen die deutschen Kernbranchen Maschinenbau und Elektrotechnik relativ gute Chancen auf neue wirtschaftliche Stärke schon in diesem Jahr. (Boerse, 12.04.2021 - 16:25) weiterlesen...

Software - Microsoft kauft Spezialisten für Spracherkennung. Nun sichert sich der Software-Riese aus Redmond das Know-how von Nuance - und könnte sich damit eine Tür ins Geschäft im Gesundheitswesen öffnen. Microsoft ist seit längerem auf Einkaufstour. (Wissenschaft, 12.04.2021 - 15:48) weiterlesen...

Microsoft kauft Spezialisten für Spracherkennung. Mit einer Bewertung von 19,7 Milliarden US-Dollar (rund 16,5 Mrd Euro) ist es die zweitgrößte Übernahme des Software-Riesen nach dem Kauf des Karriere-Netzwerks Linkedin . Technik von Nuance wird unter anderem im Gesundheitswesen eingesetzt. Mediziner können damit etwa Unterhaltungen mit Patienten aufnehmen und direkt in elektronische Patientenakten einfügen. Der Kaufpreis liegt mit 56 Dollar pro Nuance-Aktie um 23 Prozent über dem Schlusskurs von Freitag. REDMOND - Microsoft stärkt seine Fähigkeiten bei der Spracherkennung mit dem Kauf des Spezialisten Nuance. (Boerse, 12.04.2021 - 15:13) weiterlesen...

Technologie - Huawei setzt im Schatten der US-Sanktionen auf Autogeschäft. Unterdessen erschließt sich der chinesische Technologie-Riese ein ganz neues Geschäftsfeld. So bald dürften die USA ihre Sanktionen nicht lockern, befürchtet Huawei. (Wirtschaft, 12.04.2021 - 15:04) weiterlesen...

Huawei rechnet mit langen US-Sanktionen und setzt auf Autogeschäft. Allein in diesem Jahr werde mehr als eine Milliarde Dollar (derzeit rund 840 Mio Euro) in die Entwicklung der Roboterwagen-Technologie investiert, sagte Huawei-Chef Eric Xu am Montag. PEKING - Der chinesische Huawei-Konzern stellt sich auf noch lange andauernde US-Sanktionen ein und setzt verstärkt auf neue Geschäftsbereiche wie selbstfahrende Autos. (Wirtschaft, 12.04.2021 - 14:23) weiterlesen...