ADHS und Ernährung: Zuckerfasten könnte Symptome um 50% lindern
04.06.2026 - 17:39:39 | boerse-global.de
Neben Medikamenten und Verhaltenstraining rückt die Ernährung in den Fokus. Aktuelle Diskussionen und Studien aus dem Juni 2026 untersuchen, ob Zuckerfasten und ein geregelter Mahlzeitenrhythmus Symptome lindern können.
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Zuckerfasten: Bis zu 50 Prozent weniger Symptome?
Fachleute diskutieren, ob ein Verzicht auf raffinierten Zucker die ADHS-Symptome um bis zu 50 Prozent reduzieren kann. Die Theorie dahinter: Ein stabiler Blutzuckerspiegel verbessert Konzentration und Impulskontrolle.
Doch Vorsicht ist geboten. Fastenperioden sollten nicht ohne medizinische Begleitung durchgeführt werden. Die Expertin Astrid Neuy-Lobkowicz betont: Eine ausgewogene Ernährung könne unterstützen, die Therapie müsse aber individuell abgestimmt sein.
Späte Diagnose: Wenn ADHS erst mit 40 erkannt wird
In Deutschland sind mindestens zwei Millionen Erwachsene von ADHS betroffen. Besonders bei über 40-Jährigen ist die Diagnose schwierig. Symptome wie Vergesslichkeit oder Prokrastination werden oft dem Stress des Alltags zugeschrieben.
Eine späte Diagnose kann laut Fachberichten enorm entlasten. Bei Frauen spielen zudem Hormone eine Rolle: Der Östrogenspiegel beeinflusst den Dopaminhaushalt. Sinkt er – etwa in der zweiten Zyklushälfte oder in den Wechseljahren – können sich ADHS-Symptome verstärken.
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Frühstück macht den Unterschied
Nicht nur was wir essen, sondern auch wann wir essen, beeinflusst die Psyche. Eine Studie im „Journal of Affective Disorders“ mit rund 22.000 Erwachsenen zeigt: Unregelmäßige Esser haben ein 1,55-fach höheres Risiko für depressive Symptome. Besonders der Verzicht auf Frühstück fällt negativ auf.
Eine zweite Studie bestätigt den Trend: Wer früh frühstückt (gegen 7:30 Uhr) und nachts rund 10,5 Stunden isst, hat einen niedrigeren Body-Mass-Index. Für ADHS-Patienten, die ohnehin von klaren Strukturen profitieren, ist das ein wichtiger Hinweis.
Politik gefordert: Zuckersteuer und Werbeverbot
Die Arbeiterkammer Tirol fordert ein Werbeverbot für stark zuckerhaltige Getränke und eine höhere Zuckersteuer. Hintergrund: 30 Prozent der Österreicher sind übergewichtig, 9 Prozent haben Diabetes.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) sieht ebenfalls Potenzial in Lebensstiländerungen. Demnach ließen sich bis zu 80 Prozent der Schlaganfälle und 45 Prozent der Demenzfälle durch veränderte Risikofaktoren vermeiden. Ein Trend, der die Diätologie als Therapieform stärken könnte.
Bereits im März eröffneten die DRK Kliniken Berlin Westend eine neue Eltern-Kind-Tagesklinik. Sie behandelt Kinder mit sozialen und emotionalen Auffälligkeiten – mit interdisziplinären Ansätzen, die auch die Ernährung einbeziehen.
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