Regierungen, Südkorea

ZÜRICH / SEOUL / OSNABRÜCK - Angesichts des Booms beim Bitcoin rufen Wirtschafts-Fachleute die Staaten verstärkt zu einer Kontrolle der Digitalwährung auf.

18.12.2017 - 08:55:24

Forderungen nach Bitcoin-Regulierung werden lauter. "Ich rate zu Vorsorge", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag). "Die Staaten und die Notenbanken sollten sich dringend Gedanken über eine Regulierung machen." Der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS , Axel Weber, sieht die Währung als nicht werthaltig an. Um Kleinanleger zu schützen, sollten die Regulierer einschreiten, sagte er der "NZZ am Sonntag". Die Regierung von Südkorea ist zumindest mit Besteuerungsplänen schon einen Schritt weiter.

Die Digitalwährung steuert unterdessen auf die Marke von 20 000 US-Dollar zu. Am Wochenende erreichte ihr Wert auf vielen wichtigen Handelsplätzen neue Rekordhöhen. Nach dem Start des ersten Terminkontrakts an einer regulierten Börse vergangene Woche kostete ein Bitcoin am Montagmorgen auf der Handelsplattform Bitstamp 18 950 US-Dollar. Auf der Plattform Kraken wurde er zu 18 990,50 Dollar gehandelt.

Der Bitcoin ist eine rein digitale Währung, die zuletzt in der breiteren Öffentlichkeit auf immer mehr Interesse gestoßen ist. Das macht sich im Kurs bemerkbar: Zu Jahresbeginn kostete ein Bitcoin noch 1000 Dollar. Seither ging es steil aufwärts. Auffällig war, dass sich die zuvor sehr großen Kursunterschiede auf verschiedenen Handelsplattformen zuletzt verringert haben - ein Hinweis darauf, dass Bitcoin-Future womöglich für ein effizienteres Marktgeschehen sorgen. Auch der weltweit größte Börsenbetreiber CME bietet inzwischen einen Terminkontrakt auf Bitcoins an.

Ifo-Chef Fuest sieht bei der Internet-Währung eine Reihe von Problemen: "Wir sollten uns fragen: Was ist mit Transaktionen, die in Bitcoin abgewickelt werden? Werden da Steuern erhoben, finden möglicherweise illegale Transaktionen statt?" Zudem müsse man genau beobachten, ob Risiken für die Finanzstabilität entstehen, wenn Institutionen begännen, in Bitcoin zu investieren.

Unterdessen steht das Bundesland Hessen davor, mit dem Verkauf von Bitcoins einen Millionengewinn für den Staat einzustreichen. Die Justiz plant in den nächsten Tagen den Verkauf von 126 digitalen Einheiten, die sie 2014 bei einem Schlag gegen Internet-Kriminelle beschlagnahmt hatte, wie ein Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft am Samstag sagte.

Die Bitcoins - komplex verschlüsselte Zeichenfolgen - lagerten auf Rechnern, mit denen im sogenannten Darknet illegale Geschäfte gemacht worden waren. Sie sollen zum Drogenhandel auf Plattformen wie Hydra und Silkroad 2.0 verwendet worden sein. Bei dem noch vor Weihnachten geplanten Verkauf würde die Staatskasse von den stark gestiegenen Kursen profitieren: Statt weniger als 50 000 Euro sind die Bitcoins inzwischen 1,9 Millionen Euro wert.

Der Ifo-Chef hält es noch für offen, ob der Bitcoin sich dauerhaft etablieren wird. "Man sollte diese virtuelle Währung aber auch nicht vorschnell abschreiben." Er sei da etwas vorsichtiger als viele Skeptiker, die einen Zusammenbruch vorhersagten. UBS-Manager Weber erklärt den Höhenflug des Bitcoin damit, dass allein die Nachfrage ihren Wert bestimme. Dies sei ein Konstruktionsfehler. Bitcoin sei für ihn kein Geld.

"Wir haben als Bank ganz bewusst vor diesem Produkt gewarnt, weil wir es nicht als werthaltig und nicht als nachhaltig einschätzen", erklärte Weber. Da vermehrt auch Kleinanleger in die Cyberwährung investierten, solle die Finanzaufsicht aktiv werden, um die unkontrollierten Preissteigerungen in geordnete Bahnen zu lenken.

Unterdessen bemüht sich die Regierung in Südkorea, den Handel mit Bitcoins zu regulieren. Das Land erwäge die Besteuerung von Kapitalgewinnen aus dem Handel mit solchen Währungen, hatte das Büro für die Koordinierung der Regierungspolitik am Mittwoch angekündigt. Zudem will Südkorea verhindern, dass Minderjährige mit Kryptowährungen handeln und Anlagekonten eröffnen können. Das Verbot für Finanzinstitute, mit virtuellen Währungen zu handeln, soll aufrechterhalten werden.

Am Montag kündigte ein Ministeriumssprecher an, dass die südkoreanische Regierung Nordkorea wegen möglicher Hacker-Angriffe im Zusammenhang mit Kryptowährungen im Visier habe. Man versuche, solchen Angriffen vorbeugend entgegenzuwirken. Südkorea gehört zur wichtigen G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer und gilt als eine Bitcoin-Hochburg.

Schon vor den jüngsten Aussagen hatten Experten vor der Unberechenbarkeit der Digitalwährung gewarnt. Der Bitcoin sei eine "hoch spekulative Anlageform", sagte in der vergangenen Woche die Chefin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen. Für Bitcoin-Anleger gebe es erhebliche Risiken; für die internationalen Finanzmärkte sieht Yellen aber keine Gefahr von der Digitalwährung ausgehen.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Baden-Württemberg investiert 400 Millionen in Unikliniken. Damit sollen laut Wissenschaftsministerium Projekte an den Krankenhäusern in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm geplant und umgesetzt werden. Die Maßnahmen haben das Wissenschafts- und Finanzministerium demnach gemeinsam mit den Krankenhäusern ausgesucht und nach Wichtigkeit sortiert. Um den Sanierungsstau an den Universitätskliniken komplett abzubauen, werden weitere Investitionen in den kommenden Jahren nötig sein, wie das Ressort von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) mitteilte. Die Pläne sollen am Dienstag (12.00 Uhr) der Öffentlichkeit in Stuttgart präsentiert werden. STUTTGART - Das Land Baden-Württemberg will mit 400 Millionen Euro in den Abbau des Sanierungsstaus an den Unikliniken einsteigen. (Wirtschaft, 19.06.2018 - 13:54) weiterlesen...

Müssen im Klimaschutz wieder besser werden. "Wir in Deutschland müssen zugeben, dass wir besser werden müssen wieder", sagte Merkel am Dienstag in Berlin beim Petersberger Klimadialog vor Vertretern aus mehr als 30 Ländern. Das Land habe sich "sehr ambitionierte Ziele" gesetzt, sagte sie mit Blick auf das Klimaschutzziel 2020, das Deutschland wohl deutlich verpassen wird. BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat größere Anstrengungen im Klimaschutz angemahnt. (Boerse, 19.06.2018 - 13:41) weiterlesen...

Ladendiebe verursachen Milliardenschaden im Handel. Insgesamt rund 3,5 Milliarden Euro betrug der Schaden, den die Händler durch Diebstahl verzeichneten, heißt es in einer Umfrage des EHI-Retail-Instituts, einem wissenschaftlichen Institut des Handels. 475 Millionen Euro Mehrwertsteuer gingen dem Staat dadurch verloren. Weil auch der Netto-Umsatz stieg, blieben die Verluste anteilig in etwa auf dem Niveau des Vorjahres, schreiben die Autoren in dem am Dienstag vorgestellten Papier. KÖLN - Ladendiebe haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahr wieder für Milliardeneinbußen im Einzelhandel gesorgt. (Boerse, 19.06.2018 - 09:44) weiterlesen...

Merkel sucht unter Hochdruck nach europäischer Lösung im Asylstreit. Nach einem Gespräch mit dem neuen italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte am Montagabend trifft sich die Kanzlerin an diesem Dienstag im Gästehaus der Bundesregierung in Meseberg mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Die CSU hatte Merkel am Montag eine Frist von zwei Wochen zugebilligt, um bilaterale Abkommen mit anderen EU-Staaten zu schließen. Dabei geht es um Asylbewerber, die in einem anderen EU-Land schon registriert sind. BERLIN/MÜNCHEN - Im nach wie vor ungelösten Asylstreit mit der CSU sucht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Hochdruck nach einer europäischen Lösung der Krise. (Wirtschaft, 19.06.2018 - 06:47) weiterlesen...

China wirft USA Start von Handelskrieg vor - Vergeltung angekündigt. "Die Vereinigten Staaten initiieren einen Handelskrieg und verletzten die Gesetze des Marktes", sagte ein Sprecher des Pekinger Handelsministeriums am Dienstag. Verhalten sich die USA weiterhin "irrational", würden "entschlossene Gegenmaßnahmen folgen". Chinas Antwort bestehe darin, die Interessen des Landes und seiner Bürger zu wahren und zu schützen. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus die Prüfung von weiteren Zöllen auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar (172,3 Milliarden Euro) in Auftrag gegeben. PEKING - China hat den USA nach der Ankündigung neuer milliardenschwerer Strafzölle mit Vergeltung gedroht. (Boerse, 19.06.2018 - 06:07) weiterlesen...

POLITIK: Grüne: Merkel muss Macron 'mehr als Scheinlösungen' bieten. "Wenn Angela Merkel das solidarische Europa stärken und nicht den Nationalkonservativen das Feld überlassen will, sollte sie Präsident Macron in Sachen EU-Reformen jetzt mehr anbieten als nur Scheinlösungen", sagte Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Man müsse die "akuten Risse im gemeinsamen europäischen Projekt flicken". Merkel und Macron treffen sich am Dienstag im Gästehaus der Bundesregierung in Schloss Meseberg bei Berlin. BERLIN - Die Grünen fordern von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beim deutsch-französischen Spitzentreffen mit Präsident Emmanuel Macron einen großen Wurf für die geplante EU-Reform. (Wirtschaft, 19.06.2018 - 05:49) weiterlesen...