Deutschland, Volkswirtschaft

Wirtschaftsaufschwung nach Corona-Tal erst 2022

27.10.2021 - 17:18:28

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 27.10.2021 - 17.15 Uhr

BERLIN - Die Bundesregierung rechnet erst im nächsten Jahr wieder mit einem kräftigen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Der geschäftsführende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach am Mittwoch in Berlin von einem "kühlen Herbstwind". Lieferengpässe bei wichtigen Produkten wie Mikrochips bremsten die Wirtschaft. Eine Gefahr für die weitere Entwicklung könnten auch die steigenden Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen werden.

ROUNDUP 2: Corona-Einschränkungen sollen schrittweise auslaufen

BERLIN - SPD, Grüne und FDP wollen die Rechtsbasis für drastische Corona-Einschränkungen wie Ausgangssperren zum 25. November auslaufen lassen. Die "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" soll nach dem Willen der möglichen künftigen Koalitionspartner nach rund 20 Monaten enden. Bis zum Frühjahr sollen den Ländern aber weniger umfassende Vorgaben möglich sein. Spätestens am 20. März soll es das Aus für sämtliche Corona-Beschränkungen geben. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese versprach den Bundesländern am Mittwoch einen "sicheren Rechtsrahmen". Aus deren Reihen kam Kritik: Die Pläne seien zu weitreichend.

IWF fordert von G20-Staaten mehr Anstrengung für globale Impfkampagne

WASHINGTON - Vor dem Gipfeltreffen der G20-Staaten am Wochenende hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die führenden Wirtschaftsnationen zu mehr Einsatz für die globale Impfkampagne aufgefordert. Die G20-Staaten sollten zusätzlich 20 Milliarden US-Dollar (17 Milliarden Euro) für den Kampf gegen die Corona-Pandemie und die Impfungen bereitstellen, forderte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Mittwoch. Auch müssten sie die von ihnen versprochenen 1,2 Milliarden Impfdosen für die globale Impfinitiative Covax "sofort" liefern, forderte sie. Bislang seien davon erst 170 Millionen Dosen geliefert worden.

Kanadas Notenbank beendet Anleihekäufe - Leitzins unverändert

OTTAWA - Die Notenbank von Kanada wird ihr Anleihekaufprogramm beenden. Sie stellte zudem Leitzinserhöhungen im nächsten Jahr in Aussicht. Zunächst beließ sie den Leitzins aber bei 0,25 Prozent, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Der kanadische Dollar legte zu allen wichtigen Währung zu.

Türkei tritt mehreren EU-Programmen bis 2027 bei

BRÜSSEL/ANKARA - Die Türkei ist den Neuauflagen verschiedener EU-Programme beigetreten. Bis 2027 nimmt das Land nun am EU-Forschungsprogramm Horizont Europa, am Bildungsprogramm Erasmus+ sowie am Europäischen Solidaritätskorps teil, wie aus Angaben der EU-Kommission von Mittwoch hervorgeht. Forschende, Studierende, Schüler oder Auszubildende aus der Türkei können nun unter den gleichen Bedingungen mitmachen wie Teilnehmer aus den EU-Ländern.

USA: Aufträge für langlebige Güter sinken weniger als erwartet

WASHINGTON - In den USA sind die Aufträge für langlebige Güter im September weniger als erwartet gefallen. Die Bestellungen seien um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Analysten hatten einen Rückgang um 1,1 Prozent erwartet.

ILO: Arbeitsmarkterholung langsamer als gedacht - große Ungleichheit

GENF - Die Corona-Pandemie belastet die Arbeitsmärkte nach einer Analyse der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) weltweit stärker als bislang gedacht. Die Konjunkturerholung sei ungleich verteilt, und das liege an den ungleichen Impfraten und finanziellen Möglichkeiten der Regierungen, sagte ILO-Chef Guy Ryder am Mittwoch in Genf. "Wir hatten in diesem Jahr mit einer langsamen, aber anhaltenden Erholung gerechnet. Dieser relative Optimismus ist geschwunden", sagte er.

Scholz verspricht Tempo beim Umbau der Industrie in Deutschland

HANNOVER - Beim Umbau der Industrie in Deutschland hin zur Klimaneutralität hat SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz Tempo versprochen. "Die neue Regierung wird im ersten Jahr alle gesetzlichen Veränderungen auf den Weg bringen, alle Weichen stellen, damit Deutschland nicht eine Stromlücke hat, sondern genügend Strom produzieren kann für die Industrie der Zukunft und für die Arbeitsplätze der Zukunft", sagte Scholz am Mittwoch bei einem Kongress der Industriegewerkschaft IG BCE in Hannover.

Eurozone: Geldmenge wächst schwächer

FRANKFURT - Die Geldmenge in der Eurozone ist im September schwächer gewachsen. Die breit gefasste Geldmenge M3 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,4 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im Vormonat war die Geldmenge um 7,9 Prozent gewachsen. Analysten hatten für September im Schnitt mit 7,5 Prozent gerechnet.

Frankreich: Konsumklima fällt - Inflationserwartungen steigen deutlich

PARIS - Die Stimmung der französischen Verbraucher hat sich im Oktober eingetrübt. Der vom Statistikamt Insee erhobene Indikator fiel zum Vormonat um zwei Punkte auf 99 Zähler, wie die Behörde am Mittwoch in Paris mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 101 Punkten gerechnet. Nach dem Rückgang wird der langfristige Durchschnitt des Konsumklimas leicht unterschritten.

Deutschland: Einfuhrpreise steigen so stark wie zuletzt vor 40 Jahren

WIESBADEN - Der Preisauftrieb in Deutschland bleibt sehr hoch. Im September stiegen die Preise von nach Deutschland importierten Gütern zum Vorjahresmonat um 17,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Das ist der höchste Zuwachs seit der zweiten Ölkrise im Jahr 1981. Analysten hatten sogar mit einer noch höheren Rate von im Schnitt 18,0 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich stiegen die Einfuhrpreise um 1,3 Prozent.

GfK-Studie: Angst vor Inflation schürt Kauflust

NÜRNBERG - Die Menschen in Deutschland geben derzeit Geld aus, weil sie Angst vor einem Preisauftrieb haben. Das ist ein Ergebnis der neuesten Studie des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Die Kauflust führt zu einem vergleichsweise positiven Konsumklima - so gut wie seit April 2020 nicht mehr.

Bundesbank: Auswirkungen strengerer Bankenregeln verkraftbar

FRANKFURT - Die Bundesbank hält die von der EU-Kommission auf den Weg gebrachten schärferen Kapitalregeln für Banken für die heimische Kreditwirtschaft in Summe für verkraftbar. "Die tatsächlichen Auswirkungen auf die deutschen Institute sind moderat", sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling am Mittwoch in Frankfurt. "Die höheren Kapitalquoten sind für die allermeisten Banken leicht zu erfüllen, allerdings nicht für alle."

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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