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Aktien, Arbeitsmarkt

Wird die Luft am Arbeitsmarkt dünner?

05.08.2019 - 14:20:19

Zwei Frühindikatoren liefern die Anzeichen für einen Abschwung auf dem Arbeitsmarkt. Zum einen stehen den Unternehmen vermehrt Leiharbeiter zur Verfügung, zum anderen ist der Markt voll von Freelancern. Beide Berufsgruppen trifft es als Erste, wenn der Bedarf an Beschäftigten rückläufig ist. Für die Unternehmen ist dieser Zustand ein zweischneidiges Schwert. Einerseits stehen exzellente freie Mitarbeiter bei Bedarf zur Verfügung. Andererseits weiß niemand, wer als Nächstes von einem konjunkturellen Abschwung betroffen sein wird, und selbst Personal freistellen muss.

 
Quelle: Satya Tiwari / pixabay.com

Kurzarbeit steigt

Die Agentur für Arbeit meldete für Juni 2019 insgesamt 833 Anzeigen von Unternehmen, die Kurzarbeit anmeldeten. Der Vorteil liegt klar darin, dass damit Entlassungen vermieden werden können, die Personalkosten sinken und die Agentur für Arbeit eine finanzielle Kompensation des entgangenen Lohns übernimmt. Rund 16.000 Arbeitnehmer waren im Juni von Kurzarbeit betroffen, drei Mal so viele, wie noch vor einem Jahr.

Parallel zu den angesprochenen Frühindikatoren steigt zwar die Zahl der Neueinstellungen, aber nicht mehr so rasant wie in der jüngeren Vergangenheit. Die Zahl der offenen Stellen, aktuell mit 800.000 beziffert, geht ebenfalls langsam zurück. Der robuste Arbeitsmarkt der vergangenen Jahre weist Risse auf. Seit dem Jahr 2013 sank die saisonbereinigte Anzahl der Erwerbssuchenden und hatte sich im Jahr 2019 auf 2,5 Millionen Arbeitslose halbiert. Demgegenüber stieg die Zahl der Beschäftigten seit dem Jahr 2005 von seinerzeit 29 Millionen auf heute 46 Millionen an.

Die Entwicklung der letzten Jahre führte zu einer Win-win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nicht nur durch die steigende Zahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze mussten die Arbeitgeber tiefer in die Tasche greifen. Die massive Verknappung qualifizierter Kräfte bedeutete, dass sie auch die Gehaltsangebote deutlich verbessern mussten, um gutes Personal einzukaufen. Höhere Gehälter und verbesserte Sozialleistungen führten im Umkehrschluss dazu, dass die Zufriedenheit am Arbeitsplatz stieg, was wiederum die Qualität der Arbeit positiv beeinflusste.

Externe Ursachen trüben die Stimmung

Die Hauptursachen für die Entwicklung am Arbeitsmarkt sind bekannt. Donald Trumps Bedürfnis nach Handelskriegen und der anstehende Austritt aus Großbritannien hemmen sowohl die Produktion als auch den Export. Auf der anderen Seite rechnen einige Experten aber bereits heute schon mit einem erneuten konjunkturellen Anstieg. Anleger dürfte dies freuen. Der Dax zeigt sich seit Februar 2016 von seiner guten Seite, von einigen wenigen Kurskorrekturen einmal abgesehen.

Anleger, die nach wie vor von Aktien lieber Abstand nehmen, sehen allerdings mit Tagesgeld und Festgeld noch lange kein Licht am Ende des Zinstunnels. Zumal die EZB, auch vor dem Hintergrund der schwachen Arbeitsmärkte im europäischen Ausland, im Juli 2020 erstmals ihre wahrscheinliche Zinspolitik für die Zukunft prognostizierte. Vor Mitte 2020 sind in Bezug auf den Leitzins keine Änderungen zu erwarten. Zu schwach ist die Konjunktur gerade in Griechenland und Spanien. Die Arbeitslosenzahlen dort bewegen sich im zweistelligen Bereich.