Haushalt, Steuern

WIESBADEN - Staatliche Hilfsmilliarden und Ausnahmeregelungen haben eine Welle an Firmenpleiten in Deutschland verhindert.

10.12.2021 - 09:14:29

Zahl der Firmenpleiten deutlich unter Vorjahresniveau. Von Januar bis einschließlich September dieses Jahres meldeten die Amtsgerichte 10 682 beantragte Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag 14,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Niveau der nicht von der Corona-Krise betroffenen ersten neun Monaten des Jahres 2019 wurde noch deutlicher unterschritten, um 25,7 Prozent.

"Der rückläufige Trend der vergangenen Monate setzte sich somit auch nach Auslaufen vieler Sonderregelungen, wie der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen, bis September 2021 fort", bilanzierten die Wiesbadener Statistiker. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet für das Gesamtjahr 14 300 Firmenpleiten - ein Rekordtief.

Allerdings meldeten von Januar bis einschließlich September 2021 nach Angaben des Bundesamtes mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz an als im Vorjahreszeitraum. Daher erhöhten sich die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger von etwa 39,3 Milliarden Euro auf rund 45,5 Milliarden Euro.

Um eine Pleitewelle infolge der Pandemie abzuwenden, hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. Seit dem 1. Mai gilt die Insolvenzantragspflicht wieder in vollem Umfang. Daher war mit einem Anstieg der Insolvenzen gerechnet worden. Ausnahmen gibt es noch für Betriebe, die im Sommer Schäden durch Starkregen oder Überflutungen erlitten haben.

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), das monatlich einen Insolvenztrend veröffentlicht, sieht anhand einer Auswertung für November einen Trend zu etwas mehr Firmenpleiten. "Wir rechnen für die nächsten beiden Monate mit einer weiter leicht steigenden Zahl an Insolvenzen bei Personen- und Kapitalgesellschaften", sagte IWH-Forscher Steffen Müller Anfang dieser Woche. Müller gab zugleich zu Bedenken, derzeit steige "jeden Monat die Zahl der Unternehmen, die nur durch staatliche Unterstützungsprogramme im Markt bleiben können".

@ dpa.de

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