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Statistisches Bundesamt

WIESBADEN - Produktionsnahe Bereiche angesichts der anhaltenden Pandemiesituation mit solidem Start ins Jahr - station?rer Einzelhandel mit teils drastischen Umsatzr?ckg?ngen Die zweite Corona-Welle und der zweite harte Lockdown haben die Erholung der deutschen Wirtschaft zum Jahresende 2020 gestoppt.

16.03.2021 - 14:07:59

Konjunktur zu Jahresanfang 2021: Produktion im zweiten Lockdown bislang robust

WIESBADEN - Produktionsnahe Bereiche angesichts der anhaltenden Pandemiesituation mit solidem Start ins Jahr - station?rer Einzelhandel mit teils drastischen Umsatzr?ckg?ngen

Die zweite Corona-Welle und der zweite harte Lockdown haben die Erholung der deutschen Wirtschaft zum Jahresende 2020 gestoppt. Eine mit dem drastischen Einbruch der Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2020 vergleichbare Entwicklung ist im 1. Quartal 2021 aufgrund der aktuell vorliegenden amtlichen Konjunkturindikatoren jedoch nicht zu erwarten. Dies liegt vor allem am soliden Start der produktionsnahen Bereiche ins neue Jahr. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar 2021 nach vorl?ufigen Ergebnissen real, saison- und kalenderbereinigt zwar um 2,5 % gegen?ber Dezember 2020 gefallen und lag damit 4,2 % niedriger als vor der Corona-Krise im Februar 2020. Das hohe Niveau der Auftragseing?nge im Verarbeitenden Gewerbe und der Nachfrage nach deutschen Waren zeigen aber, dass der zweite Lockdown die produktionsnahen Bereiche l?ngst nicht so hart traf wie der erste im Fr?hjahr 2020.

Produktion im Januar 2021: Starke R?ckg?nge in Baugewerbe und Automobilindustrie - Maschinenbau und chemische Industrie ?ber dem Vorkrisenniveau des Februars 2020

Der R?ckgang der Produktion im Januar 2021 ist wesentlich durch die Entwicklungen im Baugewerbe (real, saison- und kalenderbereinigt -12,2 % zum Dezember 2020) und in der Automobilindustrie (-12,1 %) bedingt, w?hrend die Energieerzeugung (+0,6 %) und die Industriebranchen Maschinenbau (+9,7 %) und chemische Industrie (-2,4 %) ihre positive Entwicklung fortsetzen beziehungsweise behaupten konnten. In der gr??ten Industriebranche, der Automobilindustrie, lag die Produktion im Januar real, saison- und kalenderbereinigt 15,4 % unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2020, w?hrend die Produktion in der chemischen Industrie knapp dar?ber lag (+0,2 %) und der Maschinenbau erstmals seit Krisenbeginn das Vorkrisenniveau ?bertraf (+0,5 %).

Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Januar 2021 st?tzt Konjunktur in der Industrie

Der R?ckgang des mit dem Bundesamt f?r G?terverkehr (BAG) und der Bundesbank errechneten Lkw-Maut-Fahrleistungsindex im Februar 2021 um saison- und kalenderbereinigt 2,1 % gegen?ber Januar deutet zwar nicht auf eine unmittelbare Trendumkehr in der Industrieproduktion hin, aber auch nicht auf einen tieferen Einbruch. Auch die Auftragseing?nge im Verarbeitenden Gewerbe lassen trotz des D?mpfers bei der Produktion zu Jahresanfang nicht auf eine l?ngere Abw?rtsbewegung in der Industrie schlie?en: Der Auftragseingang war im Januar real, saison- und kalenderbereinigt 1,4 % h?her als im Dezember und blieb damit 3,7 % ?ber dem Wert des Februars 2020. Damit lagen die Auftragseing?nge seit Oktober 2020 durchg?ngig ?ber dem Vorkrisenniveau.

In der Automobilindustrie ist der Auftragseingang im Januar nach R?ckg?ngen in den beiden Vormonaten um 2,3 % gegen?ber Dezember gestiegen. Er lag damit nur 0,2 % unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2020. In der chemischen Industrie fiel der Auftragseingang im Januar gegen?ber Dezember zwar um 2,2 %, er lag aber 2,8 % ?ber dem Wert des Februars 2020. Der Auftragseingang im Maschinenbau ?bertraf im Januar mit einem Anstieg von 3,4 % gegen?ber Dezember das Vorkrisenniveau sogar um 6,1 %.

Das Plus bei den Auftragseing?ngen war getrieben vom Auslandsgesch?ft: W?hrend die Auftr?ge aus dem Inland im Januar um 2,6 % gegen?ber Dezember fielen, stiegen die Auslandsauftr?ge um 4,2 %. Die hohe Auslandsnachfrage zeigte sich auch bei den deutschen Warenexporten, die im Januar kalender- und saisonbereinigt um 1,4 % gegen?ber Dezember zulegten. Die Exporte waren damit kalender- und saisonbereinigt noch 3,3 % niedriger als im Februar 2020.

Station?rer Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln im Januar 2021 schwer vom Lockdown getroffen - Internet- und Versandhandel mit Rekordumsatz

Diesem insgesamt angesichts der anhaltenden Pandemiesituation soliden Start der produzierenden und verarbeitenden Bereiche ins Jahr 2021 steht die teils gravierende Situation im station?ren Einzelhandel gegen?ber. So lag der vom anhaltenden Lockdown und den damit verbundenen Gesch?ftsschlie?ungen immens betroffene Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln im Januar real, saison- und kalenderbereinigt 13,1 % unter dem Vorkrisenniveau des Februars 2020. Der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren erzielte ?ber drei Viertel (-76,2 %) weniger Umsatz als im Februar 2020. Dagegen blieb der Internet- und Versandhandel mit einem Rekordumsatz im Januar 2021 die gro?e Wachstumsbranche innerhalb des Einzelhandels. Mit einem Umsatzplus von 38,4 % gegen?ber Februar 2020 erzielte die Branche im Januar 2021 einen so hohen Umsatz wie noch nie zuvor in einem Monat.

Inflation: Sprunghafter Anstieg der Verbraucherpreise zum Jahresbeginn 2021

Nachdem die Inflationsrate - gemessen als Ver?nderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat - im gesamten 2. Halbjahr 2020 die Null-Linie nicht ?berschritten hatte, startete das Jahr 2021 mit Inflationsraten von 1,0 % im Januar 2021 und 1,3 % im Februar 2021. Noch im November und im Dezember 2020 hatte die Inflationsrate im Minus bei jeweils -0,3 % gelegen.

Damit liegen die Inflationsraten in etwa wieder in der Gr??enordnung der Monate vor der befristeten Mehrwertsteuersenkung, die vom 1. Juli bis zum Jahresende 2020 galt. Dies ist insbesondere drei Sondereffekten geschuldet: dem Auslaufen der befristeten Mehrwertsteuersenkung, der Einf?hrung der CO2-Abgabe sowie der besonderen Preisentwicklung beim Roh?l und bei Mineral?lprodukten.

Weitere Informationen:

Diese und weitere Ergebnisse hat das Statistische Bundesamt am 16. M?rz 2021 in einem Online-Pressegespr?ch zur aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage pr?sentiert. Das Statement zum Pressegespr?ch, das unter anderem auch die Sondereffekte beleuchtet, die derzeit zu einer Inflationsrate auf einem ?hnlichen Niveau wie vor der Corona-Krise f?hren, ist auf der ?bersichtsseite der Pressekonferenzen verf?gbar. Erste Ergebnisse zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im 1. Quartal 2021 wird das Statistische Bundesamt am 30. April 2021 ver?ffentlichen.

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Die vollst?ndige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

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