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BAT, GB0002875804

WIESBADEN / HAMBURG - Viele Bundesbürgerinnen und Bundesbürger haben im Corona-Jahr 2020 Urlaub zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen gemacht.

10.02.2021 - 13:00:26

'Desaströses Corona-Jahr' im Gastgewerbe - Krise bremst Reiselust. Gut jede zweite Urlaubsreise fand einer Umfrage zufolge in Deutschland statt - ein Reiseverhalten ähnlich wie in den 1970er Jahren. Dennoch verzeichnete der Deutschland-Tourismus einen massiven Einbruch. Die Übernachtungszahlen sanken auf ein Rekordtief. Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) rechnet vor allem für die Sommermonate mit einer Belebung der Reisen aus Deutschland und Europa. Allerdings ist die Verunsicherung der Menschen einer Umfrage zufolge derzeit noch groß.

(BAT) hervorgeht. Im Vorjahr waren es noch 61 Prozent.

Der Anteil der Inlandsreisen stieg im Vergleich zum Vorjahr um gut 21 Prozentpunkte auf 55,5 Prozent. Das entspricht den Angaben zufolge dem Reiseverhalten der 1970er Jahre. Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg konnten ihre Marktanteile jeweils in etwa verdoppeln. Die Anzahl der Ankünfte blieb allerdings in etwa gleich, weil insgesamt weniger Menschen verreisten.

"Die Bundesbürger zeigen sich krisenbewusst und pragmatisch. Statt zu verreisen, blieben sie 2020 überwiegend zuhause - teilweise zwangsweise, teilweise aber auch durch die große Verunsicherung und Angst vor Infektionen", erläuterte der wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung, Ulrich Reinhardt.

Das beliebteste Auslandsziel war der Umfrage zufolge Österreich, das erstmals seit 50 Jahren diesen Spitzenplatz belegte. Wie Anfang der 1970er Jahre folgten Italien und Spanien auf Platz zwei und drei, auch wenn beide Länder Marktanteile einbüßten. Skandinavien, Griechenland, die Benelux-Staaten und Polen konnten ihre Anteile erhöhen, bei insgesamt niedrigem Gesamtniveau. Nur noch jeder 15. Urlauber habe ein Ziel außerhalb Europas gewählt. Reisen nach Amerika oder Afrika fanden fast gar nicht statt.

Zwar möchten gut drei Viertel der Befragten (76 Prozent) in diesem Jahr mit Familie oder Freunden Urlaub machen. Doch ungefähr genauso viele Befragte (78 Prozent) glauben, dass das Gefühl der Unsicherheit wegen der andauernden Corona-Pandemie erstmal bleiben wird. "Solange die Angst sich zu infizieren, krank zu werden oder im Urlaub gar ärztliche Hilfe zu benötigen im Hinterkopf ist, werden viele Bundesbürger mit einem unguten Gefühl unterwegs sein oder gleich ganz zuhause bleiben", erklärte Reinhardt. "Sicherheit war, ist und bleibt die Grundvoraussetzung beim Reisen."

@ dpa.de