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Statistisches Bundesamt

WIESBADEN - Gesch?tzte Ausgaben f?r 2020: weiterer Anstieg um 3,5 % auf 425,1 Milliarden Euro - Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht vollst?ndig absehbar Die Gesundheitsausgaben in Deutschland beliefen sich im Jahr 2019 auf 410,8 Milliarden Euro.

06.04.2021 - 10:08:20

Gesundheitsausgaben im Jahr 2019 auf ?ber 400 Milliarden Euro gestiegen

WIESBADEN - Gesch?tzte Ausgaben f?r 2020: weiterer Anstieg um 3,5 % auf 425,1 Milliarden Euro - Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht vollst?ndig absehbar

Die Gesundheitsausgaben in Deutschland beliefen sich im Jahr 2019 auf 410,8 Milliarden Euro. Das waren 4 944 Euro je Einwohnerin beziehungsweise Einwohner. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Weltgesundheitstag am 7. April 2021 weiter mitteilt, stiegen die Gesundheitsausgaben insgesamt um 19,3 Milliarden Euro oder 4,9 % gegen?ber 2018. Damit ?berschritten sie die Grenze von 400 Milliarden Euro, nachdem erst im Jahr 2012 die 300-Milliarden-Euro-Grenze und davor im Jahr 1998 die 200-Milliarden-Euro-Grenze erreicht worden war. Der zeitliche Abstand bis zum Erreichen der jeweils n?chsten 100-Milliardenmarke hat sich damit seit 1998 von 14 auf 7 Jahre halbiert. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag 2019 bei 11,9 % und damit 0,2 Prozentpunkte h?her als 2018.

Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung mit 6,6 % am st?rksten gestiegen

Mit einem Ausgabenanteil von 56,7 % war die gesetzliche Krankenversicherung auch 2019 gr??ter Ausgabentr?ger im Gesundheitswesen. Ihre Ausgaben beliefen sich auf 233,0 Milliarden Euro und lagen somit um 10,9 Milliarden Euro oder 4,9 % ?ber denen des Jahres 2018. Die privaten Haushalte und privaten Organisationen ohne Erwerbszweck waren mit 54,8 Milliarden Euro oder 13,3 % der Gesundheitsausgaben zweitgr??ter Ausgabentr?ger. Im Vorjahresvergleich wiesen sie einen Anstieg um 2,3 Milliarden Euro oder 4,4 % auf. Die soziale Pflegeversicherung hatte 2019 einen Anteil von 10,3 % an den Gesundheitsausgaben. Im Vergleich zu 2018 verzeichnete sie mit einem Plus von 2,6 Milliarden Euro oder 6,6 % auf 42,1 Milliarden Euro den st?rksten Ausgabenanstieg. Die Ausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen um 1,4 Milliarden Euro oder 4,1 % auf 34,6 Milliarden Euro. Auf sie entfielen 8,4 % der Gesundheitsausgaben im Jahr 2019.

Ausgaben werden im Jahr 2020 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie weiter steigen

F?r das Jahr 2020 wird auf Basis bereits vorliegender und fortgeschriebener Werte ein weiterer Anstieg der Gesundheitsausgaben auf 425,1 Milliarden Euro gesch?tzt. Das w?ren 14,3 Milliarden Euro oder 3,5 % mehr als im Jahr 2019.

Derzeit ist es schwierig, einen "coronaspezifischen Anteil" an den gesch?tzten Gesundheitsausgaben zu ermitteln. Zu den wenigen Ausnahmen z?hlen beispielsweise die knapp 1,6 Milliarden Euro Ausgaben aus der Liquidit?tsreserve des Gesundheitsfonds, die teilweise durch den Bund erstattet werden. Diese Ausgaben setzen sich im Wesentlichen aus rund 700 Millionen Euro f?r Ausgleichszahlungen an die Krankenh?user f?r die Bereitstellung von intensivmedizinischen Betten und Beatmungsger?ten, gut 491 Millionen Euro f?r Schutzmasken nach der Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung sowie knapp 286 Millionen Euro f?r Tests im Sinne der Coronavirus-Testverordnung zusammen. Damit sind insbesondere Tests in Gesundheits?mtern, Testzentren oder Reihentests (z. B. in Schlachth?fen) gemeint.

Weitere coronaspezifische Ausgaben in H?he von 419 Millionen Euro fielen f?r Tests an, die im Rahmen der vertrags?rztlichen Versorgung durchgef?hrt wurden, sowie 731 Millionen Euro pandemiebedingte Erstattungen f?r au?erordentliche Aufwendungen in der Pflege.

Ausgleichszahlungen f?r pandemiebedingte Einnahmeausf?lle beispielsweise der Krankenh?user, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen oder Heilmittelerbringer sind nicht in der Gesundheitsausgabenrechnung verbucht, da diese Ausgleichszahlungen definitorisch nicht als gesundheitsrelevant gelten. F?r sie wurden im Jahr 2020 aus der Liquidit?tsreserve des Gesundheitsfonds 10,6 Milliarden Euro aufgewendet und gr??tenteils durch den Bund erstattet.

Weitere Berechnungen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesundheitsausgaben in Deutschland f?r das Jahr 2020 k?nnen erst durchgef?hrt werden, wenn f?r die Ausgabentr?ger detailliertere Daten vorliegen.

Methodische Hinweise:

Die vorgestellten Ergebnisse der Gesundheitsausgabenrechnung folgen dem Konzept des "System of Health Accounts", wonach Ausgaben als gesundheitsrelevant definiert sind, wenn sie das Ziel der Pr?vention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege verfolgen. Methodische Erl?uterungen zu den Gesundheitsausgaben und ihre Finanzierung sowie Unterschiede zu den Ergebnissen der Ausgaben der einzelnen Sozialversicherungstr?ger werden im Methodenpapier beschrieben. Die Ergebnisse zur Finanzierung der Gesundheitsausgaben f?r das Berichtsjahr 2019 werden zeitnah ver?ffentlicht.

Weitere Informationen:

Detaillierte Daten zu den Gesundheitsausgaben des Jahres 2019 sowie lange Zeitreihen sind ?ber die Tabellen zur Gesundheitsausgabenrechnung (23611) in der Datenbank GENESIS-Online oder im Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung des Bundes abrufbar.

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Die vollst?ndige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

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