Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Deutschland, Volkswirtschaft

WIESBADEN - Frauen haben auch im vergangenen Jahr in Deutschland durchschnittlich deutlich weniger verdient als Männer.

09.03.2021 - 13:14:30

Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen erneut leicht geschrumpft. Die auch Gender Pay Gap genannte Einkommenslücke sank im Vergleich zu 2019 um einen Punkt auf 18 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete. Frauen verdienten demnach mit durchschnittlich 18,62 Euro brutto pro Stunde 4,16 Euro weniger als Männer (22,78 Euro). 2019 hatte die Differenz noch 4,28 Euro betragen. Das Bundesamt wollte Sondereinflüsse durch die stark verbreitete Kurzarbeit im Corona-Jahr 2020 allerdings nicht ausschließen.

Der Großteil (71 Prozent) des Verdienstunterschieds zwischen Männern und Frauen hatte laut Statistikamt strukturelle Gründe - etwa, weil Frauen häufiger in schlecht entlohnten Berufen tätig sind und seltener Führungspositionen erreichen. Außerdem arbeiten sie öfter in Teilzeit und Minijobs. Doch selbst bei gleicher Tätigkeit und vergleichbarer Qualifikation verdienen Frauen noch 6 Prozent weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Die Statistiker sprechen hier vom bereinigten Gender Pay Gap, für den allerdings nur Werte für das Jahr 2018 vorlagen.

Im Osten ist auch der unbereinigte Wert mit nur 6 Prozent deutlich kleiner als im Westen mit 20 Prozent. Der europäische Durchschnitt lag 2019 bei 15 Prozent Unterschied.

Seit 2008 wird die Lücke am Internationalen Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, dem sogenannten Equal Pay Da, angeprangert. Der Termin beschreibt den Tag im Jahr, bis zu dem Frauen rechnerisch umsonst arbeiten müssten, wenn man die Lücke in Arbeitszeit umrechnete. "Das Datum des Equal Pay Day signalisiert, wie fair Frauen und Männer in Deutschland bezahlt werden", sagt Uta Zech, Präsidentin des Urheber-Vereins Business and Professional Women (BPW). "Je früher das Datum im Jahr liegt, desto gerechter geht es in unserer Arbeitswelt zu." Für 2021 wurde das Datum um vier Tage nach vorne auf den 10. März (Mittwoch) verlegt, weil die Lohnlücke bereits im vergangenen Jahr kleiner geworden war.

Eine am Dienstag vorgestellte Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) kommt zu dem Schluss, dass die Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau auch in individuellen Entscheidungen von heterosexuellen Paaren begründet sind. Bei ihnen verstärke sich die traditionelle Rollenverteilung, wenn Kinder geboren werden. "Rollenbilder wiegen damit offensichtlich stärker als ökonomische Interessen. Von daher kann von Lohndiskriminierung keine Rede sein", erklärte der Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, welche die Studie in Auftrag gegeben hatte. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibe eine zentrale Stellschraube für beständige Erwerbsbiografien. Brossardt verlangte zudem bessere Betreuungsangebote und ein flexibleres Arbeitszeitrecht.

Das Bundesamt wies darauf hin, dass die in der Corona-Zeit verbreitete Kurzarbeit Einfluss auf die Bruttoverdienste gehabt haben könnte, äußerte sich aber nicht zur Dimension. Im vergangenen Jahr waren die durchschnittlichen Stundenverdienste der Frauen mit +3,5 Prozent stärker gestiegen als die der Männer mit +2,3 Prozent.

Die DGB-Vizevorsitzende Elke Hannack bewertete den Rückgang der Einkommenslücke auf 18 Prozent als Corona-Effekt. Die Kurzarbeit habe die Einkommensentwicklung gerade bei Männern besonders gebremst, erklärte die Gewerkschafterin in Berlin. "Daher kann uns die aktuelle Zahl von 18 Prozent nicht optimistisch stimmen, sondern muss uns herausfordern gerade jetzt in Sachen Entgeltgleichheit am Ball zu bleiben." Auch Hannack verlangte bessere Betreuungsangebote für Kinder. Gleichzeitig brauche es aber gesetzliche Regelungen, die Unternehmen zur regelmäßigen Überprüfung ihrer Entgeltpraxis verpflichteten, und allgemein eine Aufwertung frauendominierter Tätigkeiten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

BDA: Wirtschaft steht bei Corona-Tests zu ihrer Verantwortung. Die Wirtschaft halte sich an die Vereinbarungen mit der Bundesregierung, betonte eine Sprecherin der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am Samstag. BERLIN - Die Arbeitgeber haben Vorwürfe von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) zurückgewiesen, Beschäftigte in den Firmen würden zu selten auf das Coronavirus getestet. (Wirtschaft, 10.04.2021 - 13:55) weiterlesen...

Maas: Gespräche zu Iran-Abkommen 'konstruktiv'. "Alle Seiten haben Bereitschaft gezeigt, mit der nötigen Ernsthaftigkeit auf das gleiche Ziel hinzuarbeiten: die vollständige Umsetzung des Atom-Abkommens mit dem Iran", sagte Maas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag) nach der ersten Woche der Beratungen. "Das wird nicht leicht. Wir stehen erst am Anfang intensiver Verhandlungen." Es gehe um hochkomplexe Fragen, deren Lösung allen Kompromissbereitschaft abnötigen werde. BERLIN/WIEN - Außenminister Heiko Maas (SPD) hat die Verhandlungen zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran als "konstruktiv" bezeichnet, aber vor verfrühter Euphorie gewarnt. (Wirtschaft, 10.04.2021 - 13:35) weiterlesen...

Brinkhaus für Klärung der K-Frage innerhalb der nächsten zwei Wochen. "Die Entscheidung, wer für die Union als Kanzlerkandidat antritt, sollte meines Erachtens in den nächsten zwei Wochen durch sein", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). BERLIN - Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus plädiert für eine schnelle Klärung der Kanzlerkandidatenfrage. (Wirtschaft, 10.04.2021 - 13:34) weiterlesen...

Bouffier warnt vor Alleingängen bei Beschaffung von Corona-Impfstoff. Dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) 2,5 Millionen Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V für sein Bundesland bestellt habe, habe ihn "überrascht", sagte Bouffier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". FRANKFURT - Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat vor Alleingängen der Bundesländer bei der Beschaffung von Corona-Impfstoff gewarnt. (Boerse, 10.04.2021 - 13:32) weiterlesen...

Scholz hofft nach 'Endspurt' auf mögliche Corona-Öffnungen. "Da braucht man eine Extra-Luft - und die ist jetzt genau das, was wir benötigen, damit wir gewissermaßen den Zeitpunkt, wo das Impfen dazu führt, dass die Infektionszahlen dauerhaft niedrig bleiben, nicht zu weit nach hinten schieben", sagte der Vizekanzler am Samstag bei einer Online-Diskussionsrunde der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam mit Vertretern der Gastronomie. POTSDAM - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat vor den geplanten bundeseinheitlichen Corona-Regeln zu einem "Endspurt" aufgerufen, um den Weg für mögliche Öffnungen freizumachen. (Wirtschaft, 10.04.2021 - 13:31) weiterlesen...

Kretschmann verteidigt Abweichen des Landes bei Kontaktregeln. "Materiell" würde diese Regelung nicht groß etwas ändern, sagte er am Samstag am Rande eines Parteitags des Südwest-Grünen in Heilbronn. "Ein Ehepaar kann nur allein seine Kinder besuchen, sie sind aber zu Hause zusammen. HEILBRONN - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Abweichen des Landes von den von Bund und Ländern einst beschlossenen Kontaktregeln der "Notbremse" verteidigt. (Wirtschaft, 10.04.2021 - 13:30) weiterlesen...