Indikatoren, Deutschland

WIESBADEN - Die deutsche Industrie hat beim Auftragseingang einen Fehlstart in das neue Jahr hingelegt.

05.04.2018 - 09:59:24

Auftragseingang in der deutschen Industrie schwächelt erneut. Im Februar konnte sich der Ordereingang kaum vom kräftigen Dämpfer im Januar erholen. Im Monatsvergleich habe es einen Zuwachs um 0,3 Prozent gegeben, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit wurden die Erwartungen von Experten klar verfehlt. Sie hatten einen Zuwachs um 1,5 Prozent erwartet.

Im Januar war der Auftragseingang noch um revidiert 3,5 Prozent (zuvor 3,9 Prozent) gesunken und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Der kräftige Dämpfer zum Jahresauftakt und die nur schwache Erholung im Februar zeigt nach Einschätzung des Experten Ralph Solveen von der Commerzbank: "Die deutsche Industrie hat tatsächlich etwas an Fahrt verloren."

Auch im Jahresvergleich lieferten die Februar-Daten eine Enttäuschung. In dieser Abgrenzung meldete das Bundesamt zwar einen Zuwachs beim Auftragseingang um 3,5 Prozent. Analysten hatten aber einen deutlich stärkeren Anstieg um 6,5 Prozent erwartet.

Die Bundesregierung sah durch die Auftragsdaten kein Problem für den Aufschwung. "Trotz des verhaltenen Starts in das laufende Jahr dürften die Auftragseingänge aufwärtsgerichtet bleiben", kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. Die Weltkonjunktur befinde sich weiterhin im Aufschwung. Die Nachfrage nach deutschen Industriegütern dürfte daher hoch bleiben.

Auch Commerzbank-Experte Solveen bleibt mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung positiv gestimmt: "Zu Ende ist der Aufschwung aber sicherlich noch nicht." Dafür sorgt nicht zuletzt die weiterhin extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Allerdings geht Solveen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Verlauf des Jahres wieder etwas langsamer zulegen dürfte.

Am Devisenmarkt setzten die enttäuschenden Auftragsdaten aus Deutschland den Euro unter Druck. Nach der Veröffentlichung rutschte der Kurs auf ein Tagestief von 1,2249 US-Dollar.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WDH/ROUNDUP/Ifo: Deutschland mit höchstem Überschuss der Welt (Tippfehler in der Überschrift entfernt) (Wirtschaft, 20.08.2018 - 16:19) weiterlesen...

Deutschland mit höchsten Überschuss der Welt. Deutschland führt seit geraumer Zeit mehr aus als es einführt. Das sorgt bei Handelspartnern für Kritik. Zwar dürfte der Überschuss 2018 auf 7,8 Prozent der Wirtschaftsleistung leicht sinken, nach 7,9 Prozent im vergangenen Jahr, teilte das Münchner Forschungsinstitut am Montag in München mit. Dennoch dürfte Deutschland mit erwarteten 299 Milliarden Dollar (264 Milliarden Euro) wie schon in den zwei Jahren zuvor das Land mit dem größten Leistungsbilanz-Überschuss werden. Hauptgrund sei der Warenhandel. MÜNCHEN - Deutschlands Exportstärke sorgt nach Berechnungen des Ifo-Instituts das dritte Jahr in Folge für den weltgrößten Leistungsbilanz-Überschuss. (Boerse, 20.08.2018 - 16:06) weiterlesen...

Deutschland: Erzeugerpreise steigen wie erwartet. Sie seien um 3,0 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat geklettert, teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit. Analysten hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Bereits im Vormonat hatte der Anstieg 3,0 Prozent betragen. WIESBADEN - In Deutschland sind die Erzeugerpreise im Juli wie erwartet gestiegen. (Wirtschaft, 20.08.2018 - 08:10) weiterlesen...

Heil zuversichtlich bei Arbeitsperspektive für Asylbewerber. "Ich bin sicher, dass wir in der Koalition zu vernünftigen Lösungen kommen", sagte er am Freitagabend im ZDF. In den Eckpunkten des Innenministeriums für ein Zuwanderungsgesetz sei festgehalten, dass die Potenziale der Flüchtlinge genutzt werden sollten. BERLIN - Arbeitsminister Hubertus Heil hat sich zuversichtlich gezeigt, mit der Union eine Regelung zu finden, die abgelehnten Asylbewerbern eine Arbeitsperspektive eröffnet. (Wirtschaft, 17.08.2018 - 23:05) weiterlesen...

AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus den USA im Überblick. FRANKFURT - In den USA stehen in der Woche vom 20. bis 24. August nur wenige wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. Im Fokus werden die Auftragseingänge für langlebige Güter stehen. AUSBLICK: Die Konjunkturdaten der Woche aus den USA im Überblick (Wirtschaft, 17.08.2018 - 18:22) weiterlesen...

USA: Michigan-Konsumklima überraschend verschlechtert. Das von der Universität von Michigan erhobene Konsumklima ist auf 95,3 Punkte gefallen, nach 97,9 Punkten im Vormonat, wie die Universität am Freitag mitteilte. Volkswirte hatten stattdessen mit einem leichten Anstieg auf 98,0 Punkte gerechnet. MICHIGAN - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im August überraschend eingetrübt. (Wirtschaft, 17.08.2018 - 16:11) weiterlesen...