Produktion, Absatz

WIESBADEN / BERLIN - Das verarbeitende Gewerbe Deutschlands hat im dritten Quartal die Folgen eines schwachen Juli nicht mehr aufholen können.

07.11.2018 - 09:37:24

Deutsche Industrie mit schwachem dritten Quartal - Autobranche belastet. Vor allem die Autobranche, die unter der Umstellung auf einen neuen Abgastest litt, zog die Entwicklung nach unten. Zwar stieg die Gesamtproduktion im August und im September, im Gesamtzeitraum Juli bis September wurde insgesamt aber deutlich weniger produziert. Ökonomen befürchten, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal sogar geschrumpft sein könnte.

Im September wuchs die deutsche Gesamtherstellung laut Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit einer Stagnation gerechnet. Zudem ergab sich für den August nach neuen Zahlen ein Produktionszuwachs um 0,1 Prozent statt eines zuvor errechneten Rückgangs um 0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Herstellung im September um 0,8 Prozent.

Im gesamten dritten Quartal jedoch ging die Produktion laut Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums im Vergleich zum zweiten Jahresviertel aber um 0,9 Prozent zurück, was maßgeblich an einer schwachen Entwicklung im Juli lag. "Die Industrie erlebte im dritten Quartal eine temporäre Schwächephase", kommentierte das Ministerium.

Ein wesentliche Belastung seien Probleme mit der Einführung neuer Abgastests (WLTP) in der Autoindustrie gewesen. "Die WLTP-Problematik dürfte schrittweise überwunden werden. Damit ist eine Belebung der Industrieproduktion zum Jahresende zu erwarten", schrieb das Wirtschaftsministerium. Bankökonomen sahen dies ähnlich.

Die Belastung im Industriesektor war im dritten Quartal aber so stark, dass Volkswirte mittlerweile von einer Stagnation der Gesamtwirtschaft ausgehen. Vereinzelt wird sogar mit einer wirtschaftlichen Schrumpfung Deutschlands gerechnet. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) etwa geht von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent aus.

Ökonomen von der Commerzbank sind nicht ganz so pessimistisch und erwarten eine wirtschaftliche Schrumpfung um 0,1 Prozent. Experte Ralph Solveen begründet dies mit der geringeren Autoproduktion als Folge der WLTP-Problematik. "Ohne diesen Effekt wäre die Wirtschaft wohl leicht gewachsen." Im vierten Quartal sei wegen der zu erwartenden höheren Autoproduktion wieder mit einem deutlichen Plus beim Gesamtwachstum zu rechnen.

@ dpa.de

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