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Deutsche Umwelthilfe e.V.

Wie Bundesregierung und Autokonzerne trickreich AutokĂ€ufer bei Spritverbrauch und CO2-Emissionen tĂ€uschen und gegen EU-Recht verstoßen

09.07.2019 - 11:36:44

Wie Bundesregierung und Autokonzerne trickreich AutokĂ€ufer bei Spritverbrauch und CO2-Emissionen tĂ€uschen und gegen EU-Recht verstoßen. Berlin - Autokonzerne und Kfz-Handel tĂ€uschen Neuwagenkunden systematisch mit schöngerechneten SpritverbrĂ€uchen und CO2-Emissionen beim Autokauf - Erst mit dem Kfz-Steuerbescheid erfĂ€hrt der Kunde die offiziellen, in der Regel weit höheren Werte - Bundeswirtschaftsministerium verzögert seit Jahren auf Druck der Autokonzerne die Umstellung ...

Berlin - Autokonzerne und Kfz-Handel tĂ€uschen Neuwagenkunden systematisch mit schöngerechneten SpritverbrĂ€uchen und CO2-Emissionen beim Autokauf - Erst mit dem Kfz-Steuerbescheid erfĂ€hrt der Kunde die offiziellen, in der Regel weit höheren Werte - Bundeswirtschaftsministerium verzögert seit Jahren auf Druck der Autokonzerne die Umstellung der Verbrauchsangaben auf den seit dem 1. September 2018 vorgeschriebenen neuen PrĂŒfzyklus WLTP - Deutsche Umwelthilfe fordert Bundesregierung auf, die entsprechende Rechtsverordnung sofort EU-konform anzupassen, sodass die Verbraucher realistischere Angaben erhalten

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirft dem Bundeswirtschaftsministerium vor, die Autokonzerne bei der systematischen TĂ€uschung der Verbraucher mit zu niedrigen Verbrauchsangaben aktiv zu bevorteilen. Seit dem 1. September 2018 werden Spritverbrauch und CO2-Emissionen nach dem WLTP-PrĂŒfverfahren ermittelt. Dieses fĂŒhrt zu deutlich höheren Werten, die auch Eingang in die Kfz-Besteuerung finden. Dennoch verzögert Wirtschaftsminister Peter Altmaier auf Wunsch der Autokonzerne seit Jahren die Novellierung der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV). Absurde Folge: Die realistischeren, in der Regel deutlich erhöhten Werte fĂŒr Spritverbrauch und CO2-Emissionen werden völlig legal von den Autokonzernen fĂŒr die Bewerbung ihrer Fahrzeuge in die sehr viel niedrigeren Werte des alten PrĂŒfverfahrens umgerechnet.

Stellvertretende DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Barbara Metz fordert deshalb eine sofortige Anpassung der Pkw-EnVKV an geltendes EU-Recht und damit ehrlichere Verbrauchsangaben. Da die Kfz-Steuer nach den in der Regel höheren WLTP-Werten ermittelt wird, erleben derzeit viele KĂ€ufer bei der Zustellung des Steuerbescheides eine böse Überraschung. Erst dann erfahren sie, wie spritdurstig bzw. klimaschĂ€dlich ihr Fahrzeug ist.

Die DUH kritisiert diese besonders dreiste VerbrauchertÀuschung durch Industrie und Bundeswirtschaftsministerium als klimaschÀdlich und verbraucherfeindlich. Jeder Verbraucher habe ein Recht, unmittelbar die tatsÀchlichen Kraftstoffverbrauchs- und CO2-Werte aus dem derzeit geltenden WLTP-Testverfahren zu erfahren. Doch selbst wenn Verbraucher gezielt nachfragen, wird ihnen wahrheitswidrig seitens Industrie und Kfz-Handel mitgeteilt, die schöngerechneten niedrigen Werte seien die korrekt ermittelten.

"Bis heute hat das zustĂ€ndige Bundeswirtschaftsministerium noch nicht einmal einen Referentenentwurf vorgelegt - obwohl die zugrundeliegende EU-Verordnung vom 1. Juni 2017 stammt. Die Bundesregierung tĂ€uscht erneut gemeinsam mit den Autoherstellern die Verbraucher, die klimafreundliche und sparsame Autos vorgegaukelt bekommen, Spritschlucker und Klimakiller aber ausgeliefert", kritisiert JĂŒrgen Resch, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der DUH.

Auf wiederholte Nachfrage der DUH stellte das Wirtschafsministerium einen ersten Entwurf fĂŒr August 2019 in Aussicht. Mittlerweile wurde auch dieses Ziel um nahezu ein weiteres Jahr verschoben: Auf seiner Homepage kĂŒndigt das Ministerium die Veröffentlichung der neuen Verordnung fĂŒr Juli 2020 an. Bis dahin dĂŒrfen die Autokonzerne ihre Spritschlucker weiterhin mit den nicht mehr zulĂ€ssigen NEFZ-Angaben verkaufen. "Angesichts der ĂŒber 3 Millionen FahrzeugkĂ€ufe wird in dieser Zeit eine gleichgroße Anzahl an Verbrauchern systematisch getĂ€uscht und im Nachhinein durch die erhöhte, unangekĂŒndigte Steuer auch noch geschröpft", so Resch.

Nahezu tĂ€glich wenden sich AutokĂ€ufer an die DUH, die sich von den versprochenen niedrigen Verbrauchswerten in der Werbung und den Verkaufsprospekten getĂ€uscht fĂŒhlen. So wurden dem KĂ€ufer eines Peugeot 308 BlueHDi 130 Diesels CO2-Emissionen von 96 g/km in den Kaufunterlagen bescheinigt. Den fĂŒr Zulassung und Steuerbescheid relevanten WLTP-Wert von 136 g/km erfuhr er erst aus dem Steuerbescheid - ein Unterschied der CO2-Emissionen von ĂŒber 40 Prozent, durch den sich die Kfz-Steuer um mehr als die HĂ€lfte verteuert. Zahlreiche Verbraucher haben der DUH gegenĂŒber erklĂ€rt, sie hĂ€tten sich fĂŒr ein anderes Fahrzeug entschieden, wenn sie die der Kfz-Steuer zugrunde gelegten Werte vor Abschluss des Kaufes gewusst hĂ€tten.

DarĂŒber hinaus bietet das intransparente WLTP-Verfahren den Autoherstellern weiterhin Möglichkeiten, die CO2-Emissionen zu manipulieren. Da die ab 2021 geltenden neuen CO2-Emissionsvorgaben fĂŒr Neuwagenflotten eine prozentuale Minderung von 37,5 Prozent bis 2030 vorsehen und nicht lĂ€nger absolute Werte, lohnt es sich aktuell fĂŒr die Hersteller, besonders hohe und damit erstmals realitĂ€tsnahe Werte zu ermitteln. So ist es einfacher, die geforderten Minderungsziele fĂŒr 2030 zu erreichen, denn es ist davon auszugehen, dass die Autobauer die WLTP-Werte in Zukunft wieder systematisch schönen werden.

Die Tricksereien mit den verschiedenen im Labor ermittelten Verbrauchs- und CO2-Werten ist ein letzter Beleg fĂŒr die unbedingte Notwendigkeit realer Straßenmessungen. Die DUH fordert daher, dass auch fĂŒr die Ermittlung von CO2-Emissionen - Ă€hnlich wie fĂŒr Schadstoffemissionen - ein Verfahren auf Basis von Straßenmessungen Bestandteil der Typgenehmigung wird. "Klimaschutz im Straßenverkehr funktioniert nur, wenn wir mit realistischen Verbrauchsangaben arbeiten können. DĂŒrfen die Autohersteller in einem realitĂ€tsfernen Messverfahren weiterhin ungehindert die CO2-Emissionen ihrer Autos schönrechnen, haben wir auch mit EU-weiten CO2-Vorgaben fĂŒr Neuwagenflotten nichts gewonnen. SozialvertrĂ€glicher Klimaschutz sieht anders aus", so die Stellvertretende BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin der DUH, Barbara Metz.

Die DUH setzt sich seit ĂŒber 20 Jahren fĂŒr ehrliche Spritverbrauchsangaben und CO2-Emissionen ein. In dieser Zeit ist die Abweichung der Herstellerangaben von 7 Prozent auf 42 Prozent angestiegen, obwohl das PrĂŒfverfahren (NEFZ) unverĂ€ndert blieb. Laut ICCT (International Council on Clean Transportation) liegt die derzeitige Abweichung bei 39 Prozent. Mit dem seit dem 1. September 2018 verbindlichen neuen Labor-Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) sollten die Verbrauchswerte ehrlicher werden. Nur in der Pkw-Werbung und im Autohaus werden diese Werte nicht genannt.

Die derzeitige Kampagne "Get Real: FĂŒr ehrliche Spritangaben" (LIFE15 GIC/DE/029 Close the gap) wird im Rahmen des LIFE-Programms von der EU-Kommission gefördert.

Links:

- Zur Chronologie der Verschleppung der Pkw-EnVKV: http://l.duh.de/p190709

- Zur Kampagnenwebseite: http://www.get-real.org

- Informationen zum Thema Spritverbrauch sowie das Hintergrundpapier der Kampagne: https://www.duh.de/projekte/die-spritluege/

OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V. newsroom: http://www.presseportal.de/nr/22521 newsroom via RSS: http://www.presseportal.de/rss/pm_22521.rss2

Pressekontakt: JĂŒrgen Resch, BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer 0171 3649170, resch@duh.de

Barbara Metz, Stellvertretende BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin 030 2400 86774, metz@duh.de

DUH-Pressestelle:

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