Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Regierungen, Deutschland

WDH / ROUNDUP / Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen

07.08.2020 - 18:38:28

WDH/ROUNDUP/Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen. (Im ersten Satz des dritten Absatzes wurde berichtigt, dass die Schwelle von 1000 Neuinfektionen, die binnen eines Tages an das RKI berichtet wurden, zuletzt am 9. Mai überschritten wurde)

BERLIN - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-"Heute Journal". "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann kommt es auf uns alle an, im Alltag aufeinander zu achten und eben weitere Maßnahmen tatsächlich auch nicht nötig zu machen."

Zuletzt hatte das das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals seit drei Monaten mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI demnach 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Freitagmorgen hieß. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat damit den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Spahn hatte daraufhin erneut an die Bürger appelliert, die Hygieneregeln einzuhalten

Die Schwelle von 1000 neuen Corona-Fällen war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht. Die Deutsche Presse-Agentur hatte am Donnerstag fälschlicherweise berichtet, dass der Schwellenwert von 1000 Neuinfektionen, die binnen eines Tages an das RKI berichtet wurden, zuletzt am 7. Mai überschritten wurde. Das war aber letztmalig erst am 9. Mai der Fall.

Auf die Frage, ab wann wieder eine Art Lockdown notwendig wäre, unterstrich Spahn die Linie, im Fall der Fälle vor allem auf regionale Maßnahmen zu setzen. Er betonte, es gebe nicht "die eine Zahl, auf die alles reduziert werden kann". "Es gibt den Steigerungsfaktor - also um wie viel dynamischer wird das Infektionsgeschehen? Es gibt die absolute Zahl der Infektionen. Mit um die 1000 Neuinfektionen pro Tag kann das Gesundheitswesen umgehen."

Rufen nach pauschal höheren Strafen für Verstöße gegen die Corona-Regeln erteilte Spahn eine Absage. "Die Behörden vor Ort entscheiden im konkreten Fall, welches Bußgeld die Wenigen zahlen müssen, die nicht ausreichend auf sich und andere aufpassen. Spielraum dazu ist ausreichend vorhanden", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viele Umfragen zeigten, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die Maßnahmen für sinnvoll halte.

Zuvor hatte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil ein strengeres Durchgreifen gegen Masken-Verweigerer gefordert. "Diejenigen die leichtfertig keinen Abstand halten und die Maskenpflicht ignorieren, gefährden damit auch, dass Kinder wieder in die Schule gehen und Arbeitsplätze gesichert werden können", er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Freitag). "Das ist rücksichtlos und unverantwortlich. Dagegen müssen wir schärfer vorgehen." Er erwarte zum Beispiel von der Deutschen Bahn, dass sie die Maskenpflicht in ihren Zügen konsequent durchsetzt. Mehrere Bundesländer hatten zuletzt angekündigt, ihre Gangart gegen Maskenverweigerer zu verschärfen.

Mit Blick auf die gestiegenen Zahlen warnte Klingbeil: "Wenn wir nicht aufpassen, sind die Erfolge der letzten Monate im Kampf gegen Corona gefährdet." Alle müssten sich weiter an Maskenpflicht und Abstandsregeln halten. "Es ist im Interesse aller, dass Deutschland nicht in eine zweite Welle rutscht."

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, sagte in der ZDF-Sendung "Dunja Hayali" am Donnerstagabend, bisher habe Deutschland die Krise gut geschafft. "Ich glaube aber, dass wir uns in einer falschen Sicherheit im Moment wiegen, dass wir einfach die Zeit etwas aus den Augen verloren und verpasst haben." Sie fügte hinzu: "Alle haben geglaubt, es kommt erst im Herbst - jetzt haben wir August und die Zahlen gehen hoch." Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping äußerte sich in der Sendung kritisch zur deutschen Corona-Politik: "Ich glaube, wir haben zu schnell gelockert", sagte sie.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck zeigte sich dagegen nicht beunruhigt von der Zahl von mehr als 1000 Neuinfektionen an einem Tag. "Zurzeit haben wir keine wesentliche Zunahme von schweren Coronafällen auf den Intensivstationen zu verzeichnen, obwohl seit gut einer Woche die Infektionszahlen gestiegen sind", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag). Streeck plädierte dafür, "souveräner" mit dem Virus umzugehen. "Wir dürfen nicht bei jedem Anstieg der Infektionszahlen in Panik geraten." Das Virus werde bleiben. "Das Ziel ist und war es, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, und dass jeder die bestmögliche Versorgung bekommt. Das ist ein realistisches Ziel."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Madrids Regionalregierung warnt vor Lockdown für ganze Hauptstadt. Bereits seit Montag sind Wohngebiete mit insgesamt 850 000 Einwohnern teilweise abgesperrt. Die Bewohner dürfen sie nur verlassen, um unter anderem zur Arbeit, zur Schule oder zum Arzt zu gehen. "Es macht keinen Sinn, Beschränkungen in einigen Vierteln anzuordnen und in anderen nicht", sagte Ayuso spanischen Medien zufolge am Dienstag. Sie schloss nicht aus, dass womöglich auch die ganze Hauptstadtregion mit insgesamt 6,6 Millionen Einwohnern betroffen werden könnte, wie die Zeitung "El País" berichtete. MADRID - Angesichts der weiter rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen in Madrid hat Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso vor einem Lockdown auch der gesamten Hauptstadtregion gewarnt. (Wirtschaft, 22.09.2020 - 19:59) weiterlesen...

Opel-Chef Lohscheller verteidigt Entlassungsdrohungen. Der mit der IG Metall abgeschlossene Tarifvertrag, der den Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Juli 2025 vorsehe, gelte natürlich, sagte Lohscheller den Zeitungen der VRM-Gruppe. "Wir halten jeden Tarifvertrag ein. Dafür stehe ich auch persönlich", betonte er. "Aber der Tarifvertrag sieht auch vor, dass, wenn das Absatzvolumen in Europa dramatisch einbricht, es eine sogenannte Notfallklausel gibt." In der Corona-Krise sei der Absatz natürlich stark zurückgegangen. FRANKFURT - Opel-Chef Michael Lohscheller hat die jüngsten Entlassungsdrohungen bei dem Autobauer gegen Kritik verteidigt. (Boerse, 22.09.2020 - 19:58) weiterlesen...

SPD-Seeheimer fordern höhere Steuern für Spitzenverdiener. Wenn die Steuersätze für die höchsten Einkommen auf bis zu 49 Prozent angehoben würden, könne auch der Solidaritätszuschlag ganz wegfallen, schreiben die Seeheimer in einem Grundsatzpapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und über das am Dienstag zuerst das "Handelsblatt" berichtete. BERLIN - Der konservative Seeheimer Kreis in der SPD fordert höhere Steuern für Spitzenverdiener nach der Bundestagswahl. (Wirtschaft, 22.09.2020 - 19:58) weiterlesen...

Präsident Xi will Klimaneutralität Chinas vor 2060 erreichen. Sein Land wolle "vor 2060" die Klimaneutralität schaffen. Auch solle der Ausstoß von Kohlendioxid "vor 2030" den Höhepunkt erreichen, sagte der Präsident am Dienstag in einer vorher auf Video aufgezeichneten Rede bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York. Bisher hatte China noch kein Ziel für Klimaneutralität formuliert. NEW YORK - Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat größere Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel versprochen. (Wirtschaft, 22.09.2020 - 18:59) weiterlesen...

Nach vier Jahren: Athen kündigt neue Gespräche mit der Türkei an. Die neue Runde der Gespräche solle in Istanbul stattfinden, teilte das griechische Außenministerium am Dienstag mit, ohne ein genaues Datum zu nennen. Zuvor hatte bereits das türkische Präsidialamt nach einer Videokonferenz zwischen EU-Ratspräsident Charles Michel, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mitgeteilt, die Türkei und Griechenland seien zu Sondierungsgesprächen bereit. ATHEN - Mitten im Streit über Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer wollen Griechenland und die Türkei ihre vor rund vier Jahren unterbrochenen Sondierungsgespräche neu starten. (Wirtschaft, 22.09.2020 - 18:44) weiterlesen...

Bundesgericht setzt Verhandlung zu Fehmarnbelttunnel fort. Dann soll es unter anderem um Fragen der Tunnelsicherheit gehen, kündigte der Vorsitzende Richter Wolfgang Bier an. Das Gericht hat insgesamt bis zu sieben Tage angesetzt, um über die Klagen zweier Umweltverbände und mehrerer Fährunternehmen zu verhandeln. Am Dienstag wurde zum Auftakt unter anderem über die Verkehrsprognose für die geplante Fehmarnbeltquerung gestritten. Die Kläger bezweifeln, dass die Vorhersagen zum Autoverkehr zutreffend sind. LEIPZIG - Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig setzt am Mittwoch seine Verhandlung zum umstrittenen Fehmarnbelttunnel fort. (Wirtschaft, 22.09.2020 - 18:42) weiterlesen...