Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Indikatoren, Deutschland

WDH / ROUNDUP: 'Corona hat erhebliche Effekte auf das Geburtenverhalten'

16.07.2021 - 15:28:27

WDH/ROUNDUP: 'Corona hat erhebliche Effekte auf das Geburtenverhalten'. (Im letzten Satz des ersten Absatzes wurde der Zeitraum neu eingegrenzt)

WIESBADEN/BERLIN - Im vergangenen Jahr sind in Deutschland weniger Kinder geboren worden. 2020 zählte das Bundesamt 773 144 Neugeborene, rund 5000 Babys weniger als 2019, wie die Statistiker am Freitag in Wiesbaden berichteten. Die Zahl der Babys pro Mutter sank jedoch kaum: Der Statistik zufolge bekamen Frauen 2020 im Schnitt 1,53 Kinder. Laut Statistischem Bundesamt liegt der aktuelle Rückgang vor allem daran, dass die Zahl der Frauen in den besonders geburtenstarken Jahren erstmalig seit 2011 leicht zurückging.

Spannend bleibt die Frage, welchen Einfluss die Corona-Pandemie hat. Im März 2021 gab es mit fast 66 000 Neugeborenen so viele Geburten wie seit 20 Jahren nicht mehr in diesem Monat. Destatis sieht einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Abflauen der ersten Corona-Welle und Lockerungen ab Anfang Mai vergangenen Jahres. Schon im Februar 2021 hatte sich nach vorläufigen Zahlen ein Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat abgezeichnet. Im März stieg die Zahl dann um zehn Prozent.

"Corona hat erhebliche Effekte auf das Geburtenverhalten", sagt Martin Bujard, Forschungsdirektor beim Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. "Das macht viel mit den Menschen." Zwei Mechanismen spielen hier gegeneinander: Das eine ist die wirtschaftliche Situation - sie ist in der Pandemie für viele unsicherer geworden, "das hatte einen negativen Effekt auf die Zahl der Geburten, vor allem in den USA und Südeuropa". Auf der anderen Seite stehe "der Cocooning-Effekt", sagt Bujard. "In der Pandemie ist die Bedeutung von Familie und bei einigen der Wunsch nach Kindern gestiegen."

In anderen Ländern, die von Corona schwerer betroffen waren als Deutschland, gab es ab Dezember einen starken Einbruch bei den Geburtenzahlen, erklärt Soziologie-Professorin Michaela Kreyenfeld von der Berliner Hertie School - hierzulande nicht. "Für Deutschland springen die Werte rauf und runter", sagt Kreyenfeld. "Wenn man ehrlich ist, muss man sagen: man sieht noch nichts." Stabile ökonomische Bedingungen seien die wichtigste Voraussetzung für einen Kinderwunsch. "Vor diesem Hintergrund kann ich mir nicht vorstellen, dass es einen Babyboom gibt."

Die Zahlen für 2020 zeigen Bujard zufolge "keinen Trend, sondern eine Seitwärtsbewegung". Insgesamt ist die Zahl der Geburten pro Frau seit etwa 2005 gestiegen, von 1,3 auf 1,5 Kinder. Ein Grund sei die bessere Familienpolitik, sagt Bujard. Vor allem der Ausbau der Kitas und das Elterngeld hätten dazu geführt, dass sich mehr Frauen - auch mit höherem Bildungsabschluss - für ein Kind entscheiden. Mütter, die 2020 ein Kind bekamen, waren im Durchschnitt 31,6 Jahre und die Väter 34,6 Jahre alt. Beim erstgeborenen Kind betrug das durchschnittliche Alter der Eltern 30,2 beziehungsweise 33,2 Jahre.

Das Destatis-Team für demografische Analysen hat sich einzelne Bevölkerungsgruppen genauer angesehen. Erstmals seit 2008 bekamen Frauen im Osten 2020 weniger Babys als im Westen: Die Geburtenziffer lag bei 1,55 Kinder je Frau im Westen und bei 1,54 Kinder im Osten. Und während bei Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit die Geburtenziffer konstant blieb, sank sie bei den Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit von 2,06 auf 2,00 Kinder je Frau.

Tendenziell werden Frauen in Zukunft eher mehr Kinder bekommen, wie aus der Analyse hervorgeht. Die "endgültige Kinderzahl" war bei Frauen der 1960er Jahrgänge kontinuierlich gesunken. Beim Jahrgang 1968 hatte sie mit 1,49 Kindern je Frau die Talsohle erreicht. "Die in den 1970er Jahren geborenen Frauen werden durchschnittlich mehr Kinder zur Welt bringen", sagt das Demografie-Team. "Die endgültige Kinderzahl wird voraussichtlich spätestens beim Jahrgang 1979 die Marke von 1,6 Kindern je Frau überschreiten."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

USA: Konsumklima Michigan trübt sich ein - Warnung vor Inflationsspirale. Der von der Universität Michigan erhobene Index für die Verbraucherstimmung fiel im Monatsvergleich um 4,3 Punkte auf 81,2 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer zweiten Erhebung mitteilte. Nach einer ersten Schätzung hatte sich die Stimmung etwas stärker eingetrübt. MICHIGAN - Das Konsumklima in den USA hat sich im Juli eingetrübt, wenn auch nicht ganz so stark wie bisher gedacht. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 16:26) weiterlesen...

USA: Chicago-Indikator hellt sich überraschend auf. Der Indikator stieg um 7,3 Punkte auf 73,4 Punkte, wie die regionale Einkaufsmanagervereinigung am Freitag in Chicago mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einem Rückgang auf 64,2 Punkte erwartet. CHICAGO - Das Geschäftsklima in der Region Chicago hat sich im Juli überraschend aufgehellt. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 16:01) weiterlesen...

USA: Konsumausgaben steigen stärker als erwartet. Im Juni stiegen die Konsumausgaben um 1,0 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Der Anstieg folgt auf einen leichten Rückgang im Mai und lag über den Markterwartungen. Die Einkommen der Haushalte stiegen indes nur geringfügig um 0,1 Prozent nach einem deutlichen Minus im Vormonat. WASHINGTON - Der US-Verbrauch entwickelt sich nach einem schwächeren Monat wieder robust. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 14:59) weiterlesen...

Eurozone: Inflationsrate steigt über zwei Prozent. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung in Luxemburg mitteilte. Dies ist die höchste Inflationsrate seit Oktober 2018. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg auf 2,0 Prozent gerechnet. LUXEMBURG - In der Eurozone ist die Inflationsrate im Juli über die Marke von zwei Prozent gestiegen. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 11:54) weiterlesen...

Italien: Inflation geht überraschend deutlich zurück. Die nach europäischer Methode ermittelten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen im Juli zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom nach einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einer Inflationsrate von 1,0 Prozent gerechnet, nachdem sie im Juni bei 1,3 Prozent lag. ROM - In Italien hat sich die Inflation stärker als erwartet abgeschwächt. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 11:16) weiterlesen...

Eurozone kommt schwungvoll aus der Rezession. Im zweiten Quartal sei die Wirtschaftsleitung um 2,0 Prozent im Quartalsvergleich gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung mit. Analysten hatten für die Monate April bis Juni im Schnitt einen deutlich schwächeren Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,5 Prozent erwartet. LUXEMBURG - In der Eurozone hat die Wirtschaft im Frühjahr wieder Fahrt aufgenommen und den Weg aus der Rezession geschafft. (Wirtschaft, 30.07.2021 - 11:04) weiterlesen...