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Haushalt, Steuern

WASHINGTON - US-Finanzministerin Janet Yellen hat mit Bemerkungen über die Inflationsentwicklung in den USA für Verwirrung und Belastung an den Börsen gesorgt.

05.05.2021 - 08:47:27

US-Finanzministerin Yellen äußert sich zu Zinsen - und rudert zurück. Allerdings rückte sie ihre Äußerungen wieder zurecht, was für allgemeine Erleichterung sorgte.

In einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem US-Magazin "Atlantic" hatte Yellen gesagt, dass höhere Zinsen zur Vermeidung einer Überhitzung der amerikanischen Wirtschaft nötig werden könnten. "Es kann sein, dass die Zinssätze etwas steigen müssen, um sicherzustellen, dass unsere Wirtschaft nicht überhitzt, auch wenn die zusätzlichen Ausgaben im Verhältnis zur Größe der Wirtschaft relativ gering sind", sagte Yellen mit Bezug auf die extrem lockere Haushaltspolitik der neuen US-Regierung. Es könne zu einigen "sehr bescheidenen" Erhöhungen der Leitzinsen kommen.

Die US-Börsen gerieten nach den Bemerkungen unter Druck. Wenig später relativierte Yellen ihre Äußerungen. Auf einer Online-Veranstaltung des "Wall Street Journal" sagte Yellen am späten Dienstagabend, sie habe keine Zinsprognose oder -empfehlung abgeben wollen. "Wenn jemand die Unabhängigkeit der Fed schätzt, dann bin ich das, glaube ich."

Zinsentscheidungen sind in den USA Sache der Notenbank Federal Reserve. Fed-Chef Jerome Powell hat bisher keine Signale für eine Straffung der ultra-lockeren Geldpolitik gegeben. An den Finanzmärkten nehmen jedoch die Sorgen über steigende Inflationsraten zu. Hintergrund sind die enormen Summen, mit denen die US-Regierung die Wirtschaft in der Corona-Krise stützt. Die jetzige Finanzministerin Yellen war die Vorgängerin von Fed-Chef Powell.

Die seit Jahren sehr lockere Geldpolitik der Fed, die in der Corona-Krise nochmals deutlich großzügiger wurde, gilt als ein Grund für die starken Kursanstiege an den Börsen. Eine deutlich steigende Inflation könnte dieser Politik jedoch ein Ende setzen, falls sich die Fed zu einer geldpolitischen Straffung gezwungen sähe.

@ dpa.de

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