Regierungen, Nordkorea

WASHINGTON / NEW YORK - Im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm haben sich Nordkorea und die USA einmal mehr einen rhetorischen Schlagabtausch geliefert.

26.09.2017 - 05:42:24

USA und Nordkorea liefern sich rhetorischen Schlagabtausch. Das Weiße Haus wies am Montag eine Aussage Nordkoreas als absurd zurück, Präsident Donald Trump habe dem Regime in Pjöngjang den Krieg erklärt. Das hatte der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho zuvor in New York gesagt. Der Chefdiplomat des autoritär regierten Landes drohte auch mit dem Abschuss amerikanischer Kampfjets.

Er reagierte damit auf Äußerungen Trumps. Der US-Präsident hatte am Samstag getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung würden nicht mehr lange existieren. Am selben Tag schickten die USA mehrere Langstreckenbomber aus Guam und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea, um im Streit mit Nordkorea Stärke zu demonstrieren.

Nordkoreas Außenminister erklärte am Montag: "Das ist ganz klar eine Kriegserklärung, weil solche Worte von einem amtierenden amerikanischen Präsidenten kommen." Ri Yong Ho sagte, man sehe sich dadurch ermächtigt, in Notwehr auch US-Jets abzuschießen, selbst wenn diese sich nicht in nordkoreanischem Luftraum befänden. Man werde sehen, wer länger durchhalte. Die Charta der Vereinten Nationen gestehe allen Mitgliedstaaten das Recht der Selbstverteidigung zu.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders nannte den Vorhalt einer Kriegserklärung absurd. Man habe dies nicht getan. Es sei für ein Land zudem niemals angemessen, Flugzeuge eines anderen Landes im internationalen Luftraum abschießen zu wollen, fügte sie hinzu.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte, man sei darauf vorbereitet, die USA und verbündete Staaten zu verteidigen. "Wenn Nordkorea seine Provokationen nicht einstellt, werden wir dem Präsidenten Optionen anbieten, um mit Nordkorea umzugehen", sagte Pentagon-Sprecher Robert Manning. Welche Möglichkeiten Trump unterbreitet würden, sagte er nicht.

Trumps Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sagte, die Regierung hoffe darauf, einen Krieg vermeiden zu können. Man könne die Möglichkeit aber nicht unberücksichtigt lassen.

Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA über die Raketen- und Atomtests von Pjöngjang hatte sich zuletzt bei der UN-Vollversammlung in der vergangenen Woche zugespitzt. Trump drohte Nordkorea in seiner Rede mit völliger Zerstörung für den Fall eines Angriffs auf die USA oder deren Verbündete. Das Atomprogramm des Landes sei eine Gefahr für die ganze Welt.

Nordkoreas Machthaber beschimpfte Trump daraufhin in einer Erklärung als "geisteskranken" Greis. Außenminister Ri signalisierte zudem, dass Nordkorea eine Wasserstoffbombe im Pazifik testen könnte.

Der Atomstreit mit Nordkorea schaukelt sich seit Monaten hoch. Der UN-Sicherheitsrat hatte zuletzt die Sanktionen gegen Pjöngjang wegen des neuen Atomtests vom 3. September deutlich verschärft. Nach eigenen Angaben hatte Nordkorea bei dem Test eine Wasserstoffbombe gezündet. Mit dem Test hatte das Land gegen mehrere UN-Resolutionen verstoßen.

@ dpa.de

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