USA, Volkswirtschaft

WASHINGTON - In den USA steht angesichts relativ hoher Inflation und soliden Wirtschaftswachstums der Beginn des schrittweisen Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik bevor.

03.11.2021 - 06:33:31

US-Notenbank vor erstem Schritt zur Straffung lockerer Geldpolitik. Experten erwarten, dass die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch (19.00 Uhr MEZ) eine Drosselung ihrer milliardenschweren Wertpapierkäufe ankündigen wird. Am Leitzins, der in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent liegt, dürfte sich hingegen zunächst nichts ändern. Mit Spannung wird an den Finanzmärkten erwartet, wie sich die Währungshüter zur ungewöhnlich hohen Teuerungsrate äußern werden.

Die Fed kauft derzeit monatlich für rund 80 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen sowie hypothekengesicherte Wertpapiere im Wert von 40 Milliarden Dollar. Das Programm soll die Liquidität der Finanzmärkte verbessern und die Bereitstellung von Krediten für Haushalte und Firmen erleichtern. Notenbankchef Jerome Powell signalisierte Ende Oktober erneut das Auslaufen des Programms. "Wir sind auf dem besten Weg, mit der Reduzierung unserer Anleihekäufe zu beginnen", sagte er. Das sogenannte Tapering solle Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein, falls sich die Wirtschaft in etwa wie erwartet entwickle.

Die Fed hatte auf die Corona-Krise mit einer extremen Lockerung ihrer Geldpolitik reagiert, um Konjunktur und Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft zu stützen. Die Drosselung der Anleihekäufe wäre der erste Schritt dahin, die geldpolitischen Zügel zu straffen. Eine Anhebung der Leitzinsen gilt indes noch nicht als akutes Thema, doch die rapide gestiegene Inflation erhöht auch hier den Druck auf die Fed. Bei Anlegern dürften jegliche Signale zum Timing möglicher Zinsschritte für große Aufmerksamkeit sorgen. Zuletzt hatte etwa der Hedgefonds-Manager Bill Ackman die Fed zu raschem Handeln aufgerufen.

Die US-Wirtschaft hat sich eigentlich gut von der Krise erholt. In den Sommermonaten verlor das Wachstum aber wegen Lieferengpässen in der Industrie und steigender Corona-Fallzahlen deutlich an Schwung. Die Arbeitslosenquote fiel im September auf 4,8 Prozent - allerdings verbesserte sie sich nicht so rasch wie von der Regierung erhofft. Arbeitgeber klagen unterdessen in vielen Branchen bereits über einen Mangel an Bewerbern. Vor der Pandemie hatte die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent gelegen - dem niedrigsten Wert seit Jahrzehnten.

Größere Sorgen dürften der Notenbank derzeit steigende Inflationsrisiken bereiten. Die anhaltenden Lieferprobleme im Welthandel deuten mittlerweile immer stärker darauf hin, dass die deutlich erhöhte Teuerung kein - wie von der Fed zunächst angenommen - relativ rasch vorübergehendes Phänomen ist. Das räumte Powell Ende Oktober selbst ein. Die globalen Engpässe in der Versorgungskette, die zu einer erhöhten Inflation geführt hätten, "werden voraussichtlich länger dauern als bisher erwartet, möglicherweise bis weit ins nächste Jahr hinein", sagte der Notenbankchef damals.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WDH/Türkischer Präsident Erdogan tauscht Finanzminister aus. (In der Meldung vom 1. Dezember wurde im 2. Satz ein fehlendes Wort ergänzt: Monaten rpt Monaten.) WDH/Türkischer Präsident Erdogan tauscht Finanzminister aus (Wirtschaft, 02.12.2021 - 00:32) weiterlesen...

Bezahldienst Square benennt sich in Block um. SAN FRANCISCO - Der Bezahldienst Square von Twitter-Mitgründer Jack Dorsey untermauert seinen Fokus auf Digitalwährungen mit einem Namenswechsel. Die Firma benennt sich in Block um - in Anlehnung an die Blockchain-Technologie, mit der Kryptogeld wie Bitcoin funktioniert. Der Namenswechsel soll am 10. Dezember offiziell über die Bühne gehen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Bezahldienst Square benennt sich in Block um (Boerse, 01.12.2021 - 23:26) weiterlesen...

Türkischer Präsident Erdogan tauscht Finanzminister aus. Lutfi Elvan verlässt das Amt nach nur etwas mehr als 12 und wird durch Nureddin Nebati ersetzt, wie aus einer offiziellen Mitteilung vom Mittwochabend hervorgeht. ANKARA - Der wegen der taumelnden Landeswährung und damit verbundener Wirtschaftsprobleme unter Druck stehende türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan tauscht den Finanzminister aus. (Wirtschaft, 01.12.2021 - 23:14) weiterlesen...

Aktien New York Schluss: Erneut schwach - Omikron macht Erholung zunichte. Nach zunächst deutlichen Erholungsgewinnen drehten sie im späteren Verlauf in die Verlustzone. Besonders steil abwärts ging es schließlich in den letzten Handelsminuten. Erste Fälle der neuen Corona-Variante gab es inzwischen auch in Großbritannien, der Schweiz, Norwegen und Brasilien. In Südafrika haben sich außerdem die Covid-19-Fälle binnen eines Tages verdoppelt. Ob der sprunghafte Anstieg jedoch mit der neuen Variante Omikron zusammenhängt, ist noch nicht klar. NEW YORK - Der erste Fall einer Omikron-Infektion in den USA hat am Mittwoch einen Erholungsversuch der angeschlagenen US-Börsen rasch beendet. (Boerse, 01.12.2021 - 22:47) weiterlesen...

INDEX-FLASH: Dow Jones und Nasdaq unter Druck - Omikron erreicht USA. Der Stabilisierungsversuch nach den Kursverlusten der vergangenen Tage ist damit erst einmal vorbei. Anleger reagierten verschreckt auf den ersten Fall der Coronavirus-Variante Omikron in den USA. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel im späten Handel um 0,78 Prozent auf 34 214,71 Punkte, der Nasdaq 100 büßte gut 1 Prozent auf 15 969,67 Zähler ein. NEW YORK - Der US-Aktienmarkt ist am Mittwoch nach zunächst deutlicheren Gewinnen in die Verlustzone gedreht. (Boerse, 01.12.2021 - 21:39) weiterlesen...

General Motors hebt Gewinnausblick für 2021 an - Aktie steigt. 2021 werde nun ein Betriebsgewinn (bereinigtes Ebit) in Höhe von rund 14 Milliarden Dollar (12,4 Mrd Euro) erwartet, gab der Konzern am Mittwoch in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt. Bislang hatte GM ein Ergebnis am oberen Ende der Spanne von 11,5 und 13,5 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. DETROIT - Der größte US-Autobauer General Motors (GM) wird trotz des anhaltenden Chipmangels in der Branche optimistischer für das laufende Geschäftsjahr. (Boerse, 01.12.2021 - 21:34) weiterlesen...