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Regierungen, Nordafrika

WASHINGTON - Im Rennen um den Chefposten der Welthandelsorganisation (WTO) unterstützt die neue US-Regierung die Bewerbung der Nigerianerin Ngozi Okonjo-Iweala.

06.02.2021 - 08:00:25

Auch USA unterstützen Nigerianerin Okonjo-Iweala als neue WTO-Chefin. Die Personalie scheint damit so gut wie besiegelt: Die letzte noch verbliebene Kandidatin, die südkoreanische Handelsministerin Yoo Myung Hee, hatte ihre Bewerbung kurz zuvor zurückgezogen. Sie war die Favoritin der abgewählten US-Regierung von Präsident Donald Trump gewesen.

Die Regierung des neuen Präsidenten Joe Biden freue sich, Okonjo-Iweala ihre "starke Unterstützung" auszusprechen, erklärte das Büro des US-Handelsbeauftragten am Freitag. Die Kandidatin bringe danke ihrer 25 Jahre bei der Weltbank und ihrer zwei Amtszeiten als nigerianische Finanzministerin großen wirtschaftlichen Sachverstand und Erfahrung auf dem internationalen Parkett mit, hieß es. Die USA wollen mit der neuen WTO-Führung zusammenarbeiten, um "notwendige substanzielle" Reformen der Organisation zu erreichen, hieß es.

Der bisherige WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo war im August 2020 ein Jahr vor dem regulären Ende seiner zweiten Amtszeit zurückgetreten, aus familiären Gründen, wie es hieß. Okonjo-Iweala (66) setzte sich unter mehreren Kandidaten bei 163 der 164 WTO-Mitgliedsländer als Nachfolgerin durch. Sie ist eine an US-Eliteuniversitäten ausgebildete Ökonomin.

Als einziges Land blockierten die USA unter Trump aber eine Konsensentscheidung im Oktober und setzten auf Yoo. Diese erklärte am Freitag aber ihren Rückzug. Anfang März wird der Generalrat der WTO-Mitglieder tagen, der die Ernennung beschließen müsste. Möglich wäre aber auch eine frühere Einberufung des Rates.

Die WTO, die die Regeln für den freien Welthandel überwacht, steckt derzeit in der tiefsten Krise seit ihrer Gründung 1995. Sowohl die Differenzen zwischen den großen Handelsblöcken USA, China, EU als auch zwischen Industrie- und Entwicklungsländern wachsen. Die USA haben unter Trump zudem das zentrale Organ der Streitschlichtung bei Handelsdisputen blockiert.

@ dpa.de

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