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Regierungen, USA

WASHINGTON - Im Kampf ums Weiße Haus gehen die demokratischen Anwärter Joe Biden und Kamala Harris in die Offensive.

13.08.2020 - 16:34:01

Biden und Harris greifen Trump als Team an. Bei ihrem ersten Auftritt als Team warfen sie Amtsinhaber Donald Trump Versagen in der Corona-Krise und allgemeine Führungsschwäche vor. "Jammern ist, was Donald Trump am besten kann", sagte der designierte Präsidentschaftskandidat Biden am Mittwoch (Ortszeit). Die schwarze Senatorin Harris, die erst am Vortag als Kandidatin für den Vizepräsidentenposten ausgewählt wurde, machte Trump für die hohen Corona-Opferzahlen in Amerika verantwortlich.

WASHINGTON - Im Kampf ums Weiße Haus gehen die demokratischen Anwärter Joe Biden und Kamala Harris in die Offensive. Bei ihrem ersten Auftritt als Team warfen sie Amtsinhaber Donald Trump Versagen in der Corona-Krise und Führungsschwäche vor. "Jammern ist, was Donald Trump am besten kann", sagte Biden, der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten am Mittwoch (Ortszeit). Senatorin Harris, die erst am Vortag als Kandidatin für den Vizepräsidentenposten ausgewählt wurde, machte Trump für die hohen Corona-Opferzahlen verantwortlich. Der Auftritt in Wilmington (Delaware) gab einen Vorgeschmack auf die Argumente und die Taktik des demokratischen Spitzenteams für die Wahl am 3. November.

ANGRIFF AUF TRUMP

Biden überließ der früheren Staatsanwältin Harris den Großteil der Attacken auf den amtierenden Präsidenten. "Wir haben einen Präsidenten, der sich mehr um sich sorgt als um die Menschen, die ihn gewählt haben", sagte sie. Harris konzentrierte sich auf die Corona-Krise, in der alle 80 Sekunden ein Amerikaner nach einer Covid-19-Erkrankung sterbe. Das Virus habe die USA besonders hart getroffen, "weil Trump es von Anfang an nicht ernst genommen hat", sagte sie. "Während andere Länder der Wissenschaft folgten, propagierte Trump Wunderarzneien, die er bei Fox News gesehen hat", kritisierte sie in Anspielung auf Trumps Lieblingssender. "Trump ist auch der Grund, warum Millionen Amerikaner jetzt arbeitslos sind."

MENSCH JOE

Harris fiel es auch zu, den Wählern Biden als Menschen zu präsentieren. Sie sprach von ihren Unterhaltungen mit Bidens Sohn Beau - ebenfalls ein Jurist, der 2015 an einem Gehirntumor starb. Er habe ihr davon erzählt, wie Joe Biden nach dem Unfalltod seiner Frau trotz der Arbeit im über 150 Kilometer entfernten Washington stets seinen beiden Söhnen morgens Frühstück gemacht und sie abends ins Bett gebracht habe. "Er ist jemand, dessen erste Reaktion, wenn es hart wird, ist, nie an sich zu denken, sondern sich um alle anderen zu kümmern." Biden wirkte sichtlich gerührt.

BIDENS ARGUMENTE FÜR HARRIS

Er erinnerte daran, dass er Harris über seinen Sohn kennengelernt habe. "Ich weiß, wie sehr Beau Kamala und ihre Arbeit respektiert hat. Und das hat mir, um ehrlich zu sein, sehr viel bedeutet, als ich meine Entscheidung getroffen habe." Harris sei klug, zäh, erfahren und eine "bewährte Kämpferin für das Rückgrat dieses Landes", die Mittelschicht und diejenigen, die darum kämpften, in die Mittelschicht zu gelangen. Harris sei Tochter von Einwanderern. "Ihre Geschichte ist Amerikas Geschichte", sagte er.

STAATSMANN BIDEN

Biden hielt Trump zwar vor, ein Problem mit starken Frauen wie Harris zu haben, hielt sich mit Kritik aber weitgehend zurück und gab sich mehr als Staatsmann. "Es ist ein ernster Moment für unsere Nation", betonte er. "Wir stehen an einem Wendepunkt." Es sei eine lebensverändernde Wahl, die die Zukunft Amerikas für eine lange, lange Zeit bestimmen werde. "Ich weiß, dass wir in einer Schlacht um die Seele unserer Nation sind", bilanzierte Biden.

DIE STIMMUNG

Die Corona-Krise prägte den Auftritt: Als Harris und Biden nebeneinander den Raum betraten, trugen sie Schutzmasken. Zu keinem Zeitpunkt kamen sie sich näher als nötig. Beim Wechsel am Rednerpult tauschten sie Blicke aus, Harris strahlte, als sie übernahm - Biden kam noch einmal kurz zurück, weil er seine Maske liegen gelassen hatte. Eine herzliche Umarmung wie im März, als Harris Biden die Unterstützung für seine Kandidatur zusagte, gab es nicht.

DIE VERSPRECHEN

Eine Biden-Harris-Regierung werde einen umfassenden, wissenschaftsbasierten Plan für die Bewältigung der Corona-Pandemie haben, versprach Biden. Sie werde auch der Klima-Krise begegnen, die Gesundheit der Amerikaner schützen und Jobs schaffen. Zudem sollten Frauenrechte geschützt, das Wahlrecht gestärkt und struktureller Rassismus im US-Justizsystem ausgemerzt werden, sagte Harris.

TRUMPS KONTER

Kurz nachdem Biden und Harris die Bühne verließen, betrat im Weißen Haus Trump das Podium für eine Pressekonferenz. Er zeigte zunächst Grafiken, die unter anderem ein Wachstum am Aktienmarkt und eine Erholung der Nachfrage nach Autos darstellten. "Wir machen uns unglaublich gut", versicherte er. Trump erinnerte daran, dass er es im Gegensatz zu Harris als Präsidentschaftskandidat durch den Vorwahlkampf geschafft habe: "Sie ging wie ein Stein unter. Ich nicht." Und wie schon am Vortag warf er Harris vor, nicht aufrichtig zu sein, weil sie früher Biden kritisiert habe und jetzt lobe: "Sie hat über Biden schlimmere Dinge gesagt, als ich es jemals tat."

Am Donnerstag sagte Trump im Gespräch mit dem konservativen Sender Fox Business, Harris sei "eine Art verrückte Frau". Sie gehöre zum Mob der "wütenden radikalen linken" Demokraten, sagte Trump. Bei der Senatsanhörung zur Bestätigung von Brett Kavanaugh als Richter am Obersten Gericht sei Harris wütend und voller "Hass" gewesen, sagte der Republikaner. "Das sind ernsthaft kranke Menschen", behauptete Trump. Kavanaughs Ernennung 2018 war sehr kontrovers, nachdem ihn mehrere Frauen sexueller Übergriffe beschuldigt hatten. Zudem warnte Trump, der Wirtschaft des Landes drohe bei einem Wahlsieg von Biden und Harris eine "Depression, wie man sie noch nie gesehen hat".

@ dpa.de

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