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WASHINGTON - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen alarmierenden Höchststand erreicht - und das Land trägt Grabenkämpfe um die Maskenpflicht aus.

17.07.2020 - 16:43:30

Grabenkämpfe um Masken - trotz Zehntausender Neuinfektionen. Im Bundesstaat Georgia geht der Gouverneur gegen eine von der Hauptstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht vor. Die demokratische Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der Verordnung ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Republikaner Brian Kemp in einer am Donnerstag (Ortszeit) eingereichten Klage. Am Mittwoch hatte Kemp eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen.

ergab Ende Juni, dass die meisten Demokraten (86 Prozent) eine Maskenpflicht unterstützen, während die meisten Republikaner (54 Prozent) diese ablehnen. Unter den Trump-Wählern sei die Ablehnung noch größer.

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag der "Washington Post" und des Senders ABC gaben allerdings 79 Prozent der Befragten an, in Gegenwart anderer Menschen außerhalb ihres Zuhauses immer oder meistens eine Schutzmaske zu tragen. Auch US-Vize-Präsident Mike Pence zeigt sich mittlerweile regelmäßig mit Maske. Der führende Republikaner im Senat, Mitch McConnell, mahnte kürzlich, das Tragen von Masken dürfe nicht stigmatisiert werden.

Auch der republikanische Gouverneur in Georgia empfiehlt, Masken zu tragen, wenn der nötige Sicherheitsabstand zur Vermeidung von Infektionen nicht eingehalten werden kann. Er richte sich aber gegen "desaströse Maßnahmen, die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen". Die demokratische Bürgermeisterin Bottoms erklärte über Twitter, anstatt sich vor Gericht zu streiten, wäre es besser, die Steuergelder einzusetzen, um mehr Corona-Tests und das Nachverfolgen von Kontakten zu ermöglichen. Bottoms befindet sich derzeit in Quarantäne, weil bei ihr und mehreren Familienmitgliedern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wurde.

Die Zahl der nachgewiesenen Neuansteckungen ist in den USA seit Mitte Juni im Zuge der Lockerungen der Corona-Auflagen dramatisch gestiegen

- vor allem im Süden und Westen des Landes. Zahlreiche Bundesstaaten

haben daher die phasenweise Wiedereröffnung der Wirtschaft gebremst, pausiert oder Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zurückgenommen. Mit rund 77 3000 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Neuinfektionen wieder einen Höchststand erreicht, wie am Freitag aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bereits mehr als 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 138 000 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann.

Angesichts der Zuspitzung der Pandemie wächst die Kritik am Krisenmanagement von US-Präsident Trump: 60 Prozent der Befragten äußerten sich negativ über Trumps Umgang mit der Pandemie, nur noch 38 Prozent befürworten Trumps Vorgehen, wie die "Washington Post" und der Sender ABC berichteten. Ende Mai hatten sich noch 53 Prozent negativ und 46 Prozent positiv geäußert. Im März hatte eine knappe Mehrheit (51 Prozent) Trumps Vorgehen noch begrüßt, nur 45 Prozent hatten es abgelehnt.

@ dpa.de