Indikatoren, USA

WASHINGTON - Die US-Wirtschaft hat in den Sommermonaten wegen Lieferengpässen in der Industrie und steigender Corona-Fallzahlen deutlich an Schwung verloren.

28.10.2021 - 15:15:30

US-Wirtschaft verliert deutlich an Fahrt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im zweiten Quartal war die größte Volkswirtschaft der Welt noch um annualisiert 6,7 Prozent gewachsen.

Volkswirte hatten damit gerechnet, dass sich die amerikanische Konjunktur in den Monaten Juli bis September abgekühlt hat. Sie waren allerdings im Schnitt von einem etwas stärkeren annualisierten Wachstum um 2,6 Prozent ausgegangen.

In den USA werden Wachstumszahlen für die Quartale stets auf das Jahr hochgerechnet, also annualisiert. Sie geben damit an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind.

Die USA wurden in den Sommermonaten heftig von der Delta-Variante getroffen - insbesondere in den südlichen US-Bundesstaaten. Das BIP spiegele nun die anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie wider, so das Handelsministerium. "Steigende Covid-19-Fallzahlen führten zu neuen Einschränkungen und Verzögerungen bei der Wiedereröffnung von Betrieben in einigen Teilen des Landes." Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sich die Situation im vierten Quartal verbessern könnte, da auch die Corona-Fallzahlen aktuell im Land wieder deutlich zurückgehen.

"Außerdem belasteten Lieferengpässe die Wirtschaft", sagte Analyst Bernd Weidensteiner von der Commerzbank. Seiner Einschätzung sollte sich im vierten Quartal wieder ein höheres Wachstum abzeichnen.

Am US-Arbeitsmarkt hat sich die Lage unterdessen weiter verbessert. In der vergangenen Woche sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Wochenvergleich um 10 000 auf 281 000 gesunken, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Es ist der mittlerweile vierte Rückgang in Folge. Der jüngste Rückgang fiel etwas stärker als erwartet aus. Seit Beginn des Jahres ist die Zahl der Anträge wegen der Aufhebung von Corona-Beschränkungen kräftig gefallen.

@ dpa.de

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