Deutschland, Volkswirtschaft

WASHINGTON - Die Top-Wirtschaftsmächte sollten den anhaltenden Aufschwung aus Sicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble verstärkt für Reformen und Schuldenabbau nutzen.

13.10.2017 - 20:15:37

Schäuble mahnt G20-Partner: Gute Konjunktur für Reformen nutzen. Gerade jetzt sei dafür eine besonders gute Zeit, sagte Schäuble am Freitag in Washington am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dies sei nicht mehr nur eine deutsche Forderung, sondern auch der IWF empfehle dies nachhaltig. "Ist ja auch nicht so schlecht", sagte Schäuble. Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaften und die Priorität von Reformen und nachhaltigem Wachstum seien im Kreis der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) zunehmender Konsens.

Bei seinem letzten Treffen als Finanzminister mit den Amtskollegen und Notenbankchefs der G20 warnte Schäuble noch einmal vor Abschottung und einem nationalistischem Kurs. "Die Welt braucht multilaterale Ansätze zur Lösung der Probleme." Die Regulierung der Finanzmärkte und Banken werde fortgesetzt. Niemand habe mehr die Sorge, dass dieser Prozess abgebrochen werde und die Bemühungen aufgegeben würden. "Das sah vor einem Jahr alles auch noch sehr viel kritischer aus", sagte Schäuble auch mit Blick auf die USA. Auch der Abgesang auf Zusammenarbeit sei verfrüht gewesen.

Die verbesserte Wachstumsdynamik eröffnet aus Sicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann Perspektiven für eine Normalisierung der Geldpolitik. In großen Volkswirtschaften sei sie immer noch ultra-expansiv. Auch für die Euro-Zone stelle sich die Frage, wie es mit den Anleihekäufen durch die Europäische Zentralbank (EZB) weitergehe. Es gebe keine Notwendigkeit, geldpolitisch weiter Gas zu geben, sagte Weidmann: "Es geht ... nicht darum, eine geldpolitische Vollbremsung hinzulegen, sondern nur darum, das Gaspedal nicht ständig weiter durchzudrücken."

Schäuble ist dienstältester G20-Finanzminister. Der CDU-Politiker stand acht Jahre lang an der Spitze des Finanzministeriums und soll am 24. Oktober zum neuen Bundestags-Präsidenten gewählt werden. Deutschland hatte fast ein Jahr lang den G20-Vorsitz und gibt ihn an Argentinien ab. Das südamerikanische Land will nach den Worten von Finanzminister Nicolás Dujovne die Auswirkungen des technologischen Fortschritts auf Arbeitsplätze - die "Zukunft der Arbeit" - zu einem Schwerpunkt seiner G20-Präsidentschaft machen. Es gebe keinen Grund zur Selbstzufriedenheit. Zweites Top-Thema wird nach Angaben von Argentiniens Notenbankchef Federico Sturzenegger die Finanzierung von Infrastrukturprojekten sein.

Der IWF-Europadirektor Poul Thomsen bescheinigte der Eurozone einen guten Kurs aus dem Krisenmodus. In vielen Ländern, die einst als Problemfälle angesehen wurden, darunter Spanien und Portugal, habe die Politik der jeweiligen Regierungen Früchte getragen. Die Zustimmung zur Währungsunion sei in den Mitgliedsländern auf Rekordniveau, sagte Thomsen: "Und das, obwohl noch vor wenigen Jahren pure Existenzangst herrschte."

Thomsen rief die EZB zu einer gut ausbalancierten Geldpolitik auf. Es dürfe jetzt keinen Druck zur verfrühten Normalisierung geben. "Die expansive Geldpolitik sollte nicht sehr bald zu Ende gehen", sagte der dänische Ökonom. Wohlhabende Länder wie Deutschland forderte er auf, ihren Spielraum für Investitionen zu nutzen.

Probleme sieht der IWF unter anderem in Großbritannien, wo wegen der Brexit-Verhandlungen große wirtschaftliche Unsicherheit herrscht. Die Erholung aus der Finanzkrise sei weltweit noch nicht komplett vollzogen, warnte IWF-Chefin Christine Lagarde. Sie griff wiederholt die USA wegen deren Handelspolitik nach dem Konzept "America First" an. Die Globalisierung habe Wohlstand in arme Regionen der Welt gebracht, dies dürfe nicht zurückgenommen werden.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

dpa-AFX KUNDEN-INFO: Finanzanalysen in den dpa-AFX Diensten. Bei der Erstellung der Meldungen wird regelmäßig das Sechs-Augen-Prinzip (Erstellung, Prüfung, zusätzliche Freigabe) angewendet. Jede/r Redakteur/in der dpa-AFX unterzeichnet einen internen Code of Conduct, der spezifische dpa-AFX Regelungen zur Wahrung der publizistischen Unabhängigkeit vorgibt und deren Einhaltung dpa-AFX individuell mit einem externen Audit überprüfen lassen kann. FRANKFURT - Alle Meldungen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX werden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. (Boerse, 20.02.2018 - 04:46) weiterlesen...

Steinhoff erleidet Gerichtsschlappe in Amsterdam im 'Poco'-Fall. Bei dem Streit mit dem früheren Partner OM & MW geht es unter anderem um die korrekte Erfassung der gemeinsam zu je 50 Prozent gehaltenen Möbelhauskette Poco. OM & MW zufolge hatte Steinhoff die Firma vollständig in seiner Bilanz berücksichtigt. Dies wurde nun vom Gericht gerügt. Der Aktienkurs von Steinhoff reagierte im späten Handel zunächst nicht. AMSTERDAM - Die sich ohnehin in schweren Gewässern befindliche Poco-Mutter Steinhoff notierte Unternehmen seine Bilanzen für 2016 korrigierten muss. (Boerse, 19.02.2018 - 21:41) weiterlesen...

dpa-AFX Überblick: Ausgewählte ANALYSTEN-EINSTUFUNGEN vom 19.02.2018 Merrill Lynch hebt Deutsche Bank auf 'Neutral' - Ziel 15 Euro (Boerse, 19.02.2018 - 21:32) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP: Euro-Finanzminister einigen sich auf Guindos für EZB-Vizeposten. (Im ersten Absatz wurde der Termin für das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs berichtigt.) WDH/ROUNDUP: Euro-Finanzminister einigen sich auf Guindos für EZB-Vizeposten (Wirtschaft, 19.02.2018 - 21:10) weiterlesen...

Börse in Frankfurt - DAX: Schlusskurse im Späthandel am 19.02.2018 um 20:30 Uhr Frankfurt/Main - An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 19.02.2018 um 20:30 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt. (Sonstige, 19.02.2018 - 20:50) weiterlesen...

Schließung von Emder ThyssenKrupp-Standort bis Ende 2020 ausgesetzt. EMDEN - Die Entscheidung über eine Schließung des Standortes Emden von Thyssenkrupp Marine Systems mit 220 Mitarbeitern wird bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt. Das teilte Thyssenkrupp am Montag nach Gesprächen mit der IG Metall und Betriebsräten mit. Mit den Vertretern der Arbeitnehmer solle bewertet werden, welche neuen Chancen sich dadurch ergäben, dass der Überwasserschiffbau als deutsche Schlüsseltechnologie für den neuen Koalitionsvertrag angekündigt worden sei. Schließung von Emder ThyssenKrupp-Standort bis Ende 2020 ausgesetzt (Boerse, 19.02.2018 - 20:04) weiterlesen...