Haushalt, Steuern

WASHINGTON - Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat in einem Interview eine eindringliche Warnung vor den Konsequenzen des weltweiten Handelskonfliktes für Entwicklungsländer abgegeben.

11.09.2018 - 21:00:25

Lagarde warnt vor Ansteckung in Schwellenländern im Handelskonflikt. Der eskalierende Konflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten - den beiden größten Volkswirtschaften der Welt - könne einen Schock für die Volkswirtschaften bereits anfälliger Schwellenländer bedeuten, sagte Lagarde in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der "Financial Times".

Bereits jetzt sind Länder wie Argentinien und die Türkei von erheblichen volkswirtschaftlichen Probleme betroffen. Ein flächendeckender Ansteckungseffekt sei noch nicht zu spüren. "Diese Dinge können sich aber rasch ändern", sagte Lagarde. Der Handelskonflikt produziere Unsicherheit und Vertrauensverluste.

US-Präsident Donald Trump hat angedroht, China mit weiteren Sonderzöllen auf Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar und dann noch einmal von weiteren 267 Milliarden Dollar zu überziehen. Dann wären praktische alle US-Einfuhren aus China mit Extrazöllen belegt.

Der Handelsstreit macht Güter tendenziell teurer und für das importorientierte Argentinien schwerer erschwinglich. Hinzu kommt, dass der Dollar durch Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve an Wert gegenüber anderen Währungen, etwa dem argentinischen Peso oder der türkischen Lira gewinnt.

Lagarde sieht tendenziell auch Gefahren für andere Länder. Zuletzt hatte Südafrika berichtet, in der Rezession zu sein. Auch Brasilien hat Anfälligkeiten. In Argentinien hilft der IWF derzeit mit einer Finanzspritze von 50 Milliarden Dollar aus.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Architekt der 'Schwarzen Null' warnt vor Risiken für Bundeshaushalt. "Mit Sorge betrachte ich die Konflikte bei globalen Handelsfragen oder die möglichen Folgen des Brexits", sagte Gatzer der Deutschen Presse-Agentur. Eine große Herausforderung sei auch der demografische Wandel. Schon heute fließen fast 100 Milliarden Euro als Bundeszuschuss in die Renten. BERLIN - Der für die Aufstellung des Bundeshaushalts zuständige Staatssekretär Werner Gatzer sieht größere Risiken als bisher für die Finanzplanung in Deutschland. (Wirtschaft, 19.11.2018 - 06:08) weiterlesen...

Proteste in Bulgarien gegen steigende Spritpreise. Die Demonstranten blockierten mit ihren Autos am Sonntag vorübergehend die beiden Autobahnen von der Hauptstadt Sofia bis zum Schwarzen Meer. Kurze Blockaden gab es auch an den Grenzübergängen zur Türkei und zu Griechenland. Demonstranten versperrten auch den Pass Petrochan im Balkangebirge. SOFIA - In Bulgarien haben Tausende aufgebrachte Menschen am Wochenende gegen gestiegene Treibstoffpreise protestiert. (Wirtschaft, 18.11.2018 - 20:04) weiterlesen...

Merkel über EU-Reformen: Müssen 'jetzt liefern'. BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen versuchen, bis Mitte Dezember den EU-Partnern umfassende Reformvorschläge vorzulegen. Man müsse nun "auch wirklich liefern", sagte Merkel am Sonntag im Kanzleramt am Rande eines Treffens mit Macron. Dabei geht es um ein gemeinsames Budget für die Eurozone, um Ungleichgewichte besser auszugleichen, zudem soll der Euro mit einem Europäischen Währungsfonds krisenfester werden. Als weiteren Punkt, der aber strittig ist, nannte Merkel die Debatte um eine Digitalsteuer für Konzerne. Zudem müssten letzte Details für den bis 22. Januar geplanten neuen Elysee-Vertrag für eine noch engere deutsch-französische Zusammenarbeit geklärt werden. Merkel über EU-Reformen: Müssen 'jetzt liefern' (Wirtschaft, 18.11.2018 - 16:04) weiterlesen...

Proteste sorgen für Verkehrschaos in Frankreich - Macron unter Druck. Die Proteste am Samstag richteten sich gegen geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel. Die Wut zielte aber auch auf die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron, der ohnehin schon mit schwachen Beliebtheitswerten kämpft. Angesichts der massenhaften Mobilisierung von Demonstranten gerät der Staatschef weiter unter Druck. PARIS - Massendemonstrationen und Straßenblockaden wegen zu hoher Spritpreise haben am Wochenende in Frankreich stellenweise den Verkehr lahmgelegt. (Boerse, 18.11.2018 - 15:38) weiterlesen...

Scholz: Neues Milliarden-Budget stabilisiert Euro. "Gemeinsam mit Frankreich haben wir einen klugen Vorschlag zum Eurozonen-Budget erarbeitet", sagte Vizekanzler Scholz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er hoffe, dass dies am Montag bei der nächsten EU-Finanzministersitzung auf breite Zustimmung stoßen werde. BERLIN - Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) geht fest von einer Einigung der 19 Euro-Staaten auf das von Deutschland und Frankreich vorgeschlagene Milliarden-Budget für die Euro-Zone aus. (Wirtschaft, 18.11.2018 - 14:56) weiterlesen...

Scholz stichelt gegen Merz: EU-Arbeitslosenfonds muss kommen. "Meine Idee eines Stabilisierungsfonds zum Arbeitnehmerschutz findet viel Anklang in Europa", sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Selbst Friedrich Merz fand die Idee gut, bis er sich um den CDU-Vorsitz bewarb." Merz hatte einen Europa-Aufruf unterstützt, in dem auch ein solcher Arbeitslosenfonds zur besseren Abfederung von Krisen gefordert wird. Zuletzt distanzierte sich Merz dann aber laut "Spiegel" vor CDU-Politikern klar davon. BERLIN - Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat dem Bewerber um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, Wankelmut in europäischen Fragen vorgeworfen. (Wirtschaft, 18.11.2018 - 14:30) weiterlesen...