USA, Volkswirtschaft

WASHINGTON - Der Vizechef der US-Notenbank Federal Reserve, Richard Clarida, tritt nach Berichten über fragwürdige Börsengeschäfte rund zwei Wochen vor Ende seiner Amtszeit zurück.

10.01.2022 - 22:59:28

Vizechef der US-Notenbank tritt nach Anlageskandal vorzeitig zurück. Er werde sein Mandat am Freitag niederlegen, erklärte die Fed am Montag. Notenbankchef Jerome Powell erklärte, er werde Claridas "weisen Rat und entscheidende Betrachtungen" vermissen. Clarida war seit Ende 2018 Vizechef der Fed. Planmäßig sollte seine Amtszeit erst Ende Januar auslaufen.

Clarida war im vergangenen Jahr wegen privater Börsengeschäfte zu Beginn der Pandemie, als die Märkte Anfang 2020 eingebrochen waren, in die Kritik geraten. Die Zentralbank verschärfte wegen der Kritik an Clarida und anderen Top-Vertretern ihre Regeln zur Offenlegung von privaten Geschäften an den Finanzmärkten.

Einem Bericht der "New York Times" vom Donnerstag zufolge sollen Claridas Börsengeschäfte noch weiter gegangen sein, als im vergangenen Jahr im Rahmen der Offenlegungspflicht bekanntgeworden war. Er kaufte am Vortag einer wichtigen Entscheidung der Fed, stabilisierend in die Märkte einzugreifen, einen Aktienfonds. Die Kurse stiegen nach dem Eingreifen der Fed. Dem Bericht zufolge hatte die Notenbank Claridas Kauf zuvor als langfristig geplante Umschichtung seines Portfolios beschrieben. Eine Aktualisierung seiner gemeldeten Geschäfte im Jahr 2020 soll nun aber laut "New York Times" gezeigt haben, dass er den Fonds erst drei Tage vorher - inmitten der allgemeinen Marktpanik - verkauft hatte.

Die einflussreiche demokratische Senatorin Elizabeth Warren kritisierte die Fed am Montag scharf. Es brauche nun "komplette Transparenz hinsichtlich der besorgniserregenden Beweise möglichen Insidertradings durch Vertreter der Fed", schrieb sie bei Twitter.

US-Präsident Joe Biden hat Ende November bereits Zentralbankratsmitglied Lael Brainard als neue Vizechefin der Fed nominiert. Der US-Senat muss dieser Personalie aber noch zustimmen.

@ dpa.de

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