Regierungen, USA

WASHINGTON - Bei den US-Kongresswahlen deutet sich auch drei Stunden nach dem Schließen der ersten Wahllokale eine lange Auszählungsnacht an.

07.11.2018 - 03:35:24

Stand der US-Wahl: Viele enge Rennen ohne deutliche Gesamttendenz. In vielen Wahlkreisen liegen zwischen den Kandidaten der beiden großen Parteien nur wenige Prozentpunkte. Größere Überraschungssiege haben die US-Medien noch auf keiner Seite bestätigt. Auf Republikanerseite sind aber bereits mehrere Sitze im Abgeordnetenhaus als sicher ausgerufen worden, die zuletzt in Umfragen nur als tendenziell republikanisch galten. Die Wahlforschungsseite Fivethirtyeight hat deshalb die Siegeswahrscheinlichkeit der Demokraten im Abgeordnetenhaus insgesamt auf rund 60 Prozent heruntergestuft.

In anderen Teilen des Landes sieht es hingegen besser für die Demokraten aus. Im Repräsentantenhaus haben mehrere Medien die Übernahme von zwei ersten Sitzen der Demokraten von den Republikanern gemeldet, außerdem lagen sie laut CNN in 21 bisher republikanischen Wahlkreisen vorne. Vier republikanische Kandidaten führen wiederum in bisherigen Demokraten-Bezirken. Insgesamt müssen die oppositionellen Demokraten 23 Sitze hinzugewinnen, um sich die Mehrheit der 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses zu sichern. In vielen US-Staaten hat die Auszählung der Stimmen aber noch nicht begonnen.

Im Senat bräuchten die Demokraten zwei zusätzliche Siege, wenn es ihnen gleichzeitig gelingt, alle 26 eigenen Posten zu verteidigen. In Indiana deutete sich aber an, dass die Republikaner einen Senatorensitz von den Demokraten übernehmen. Eine Senatsmehrheit für die Demokraten zeichnete sich nach den ersten Ergebnissen am Dienstagabend (Ortszeit) nicht ab.

Aus den Nachwahlbefragungen sind weitere Zahlen über junge Wähler veröffentlicht worden. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegen demnach die Demokraten mit 37 Prozentpunkten Vorsprung vor den Republikanern, eine Steigerung im Vergleich zu den 22 Prozentpunkten Vorsprung, die Hillary Clinton 2016 einfahren konnte.

Zu den USA-weit bereits ausgerufenen Siegern zählen der parteilose Senator Bernie Sanders, der in aller Regel mit den Demokraten stimmt, die mögliche Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren, sowie Hillary Clintons früherer Vizepräsidentschaftskandidat Tim Kaine. In Indiana übernimmt der Republikaner Greg Pence den Repräsentantenhaus-Sitz seines Bruders, Vizepräsident Mike Pence.

@ dpa.de

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