Deutschland, Russland

Um EngpÀsse im Winter zu vermeiden, sollen die deutschen Gasspeicher zur Heizperiode so voll wie möglich sein.

14.08.2022 - 03:39:51

Gasspeicher bei 75 Prozent: Erstes Speicherziel erreicht. Ein erstes Speicherziel ist jetzt erreicht - doch Experten warnen vor zu viel Euphorie.

Trotz der seit Wochen deutlich reduzierten Liefermengen aus Russland sind die deutschen Gasspeicher wieder zu mehr als 75 Prozent gefĂŒllt. Nach neuesten, vorlĂ€ufigen Daten der europĂ€ischen Gasspeicherbetreiber vom Samstagabend lag der FĂŒllstand am Freitagmorgen bei 75,43 Prozent. Damit wurde das erste Speicherziel einer neuen Verordnung mehr als zwei Wochen frĂŒher als vorgeschrieben erreicht. Der FĂŒllstand wird immer erst mit Verzögerung gemeldet.

Die Verordnung sieht vor, dass die deutschen Speicher am 1. September zu mindestens 75 Prozent gefĂŒllt sein mĂŒssen. Am 1. Oktober sollen es mindestens 85 Prozent und am 1. November mindestens 95 Prozent sein. Die Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit eine Art Puffersystem fĂŒr den Gasmarkt.

FĂŒr Totalausfall gewappnet sein

Die Bundesregierung will mit verschiedenen Maßnahmen erreichen, dass die Gasspeicher in Deutschland zu Beginn der Heizperiode fast voll sind. Deutschland soll damit im Winter besser gegen einen Totalausfall russischer Lieferungen gewappnet sein. Die bei einem FĂŒllstand von 95 Prozent gespeicherte Gasmenge entspricht etwa dem bundesweiten Verbrauch im Januar und Februar 2022.

Der FĂŒllstand lag am Freitagmorgen etwa 0,58 Prozentpunkte ĂŒber dem Vortageswert. Laut Speicherverband Ines werden die derzeit starken Einspeicherungen vor allem durch geringe Sommer-VerbrĂ€uche und starke Importe aus Nordwesteuropa ermöglicht. Laut Bundesnetzagentur lag der Gasverbrauch in Deutschland bis einschließlich Juli knapp 14 Prozent unter dem des entsprechenden Vorjahreszeitraums. HauptgrĂŒnde dafĂŒr sind nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) die milde Witterung und das hohe Gaspreisniveau.

Russland liefert - noch

Noch pumpt Russland Erdgas nach Deutschland. Seit ĂŒber zwei Wochen ist die wichtige Ostseepipeline Nord Stream 1 jedoch nur noch zu rund 20 Prozent ausgelastet. Der russische Gaskonzern macht technische GrĂŒnde dafĂŒr verantwortlich, die Bundesregierung hĂ€lt dies fĂŒr vorgeschoben.

Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Speicherverbandes Ines, Sebastian Bleschke, sprach von einer «guten Perspektive», betonte aber, dass 75 Prozent erst ein Zwischenziel seien. «Im Kern geht es um die Erreichung von 95 Prozent am 1. November», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Bei Normaltemperaturen im Oktober werde sich die beginnende Heizsaison stark auf die Einspeichermöglichkeiten auswirken. Aufgrund der stark reduzierten Gasimporte sei es daher möglich, dass dieses FĂŒllstandsziel verfehlt werde.

Bei normalen Temperaturen und den reduzierten Gaslieferungen ĂŒber Nord Stream 1, könne das gespeicherte Gas schon im MĂ€rz oder April aufgebraucht sein, warnte Bleschke. «Sollte Russland die Gaslieferungen ganz einstellen, schon frĂŒher.» Zu Unterdeckungen kann es nach EinschĂ€tzung des Verbandes allerdings auch schon vor MĂ€rz kommen. «Denn es kann passieren, dass an besonders kalten Tagen die Gasentnahme aus dem Netz so hoch ist, dass die zeitgleichen Gaseinspeisungen nicht zur Bedarfsdeckung ausreichen.» In diesen FĂ€llen mĂŒsste laut Bleschke die Nachfrage reduziert werden, obwohl noch Gas in den Speichern lagert.

@ dpa.de

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