USA, Schweden

Top-Ökonomen favorisieren US-Forscher für Wirtschaftsnobelpreis

05.10.2018 - 06:23:45

Top-Ökonomen favorisieren US-Forscher für Wirtschaftsnobelpreis. FRANKFURT - Für den Wirtschaftsnobelpreis sind laut deutschen Top-Ökonomen vor allem US-Forscher die Favoriten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Amerikaner dominieren die lange Historie der Auszeichnung. An diesem Montag (8. Oktober) gibt die Schwedische Reichsbank den Gewinner bekannt.

Achim Wambach, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), favorisiert die US-Forscher Paul Milgrom und Robert Wilson. Sie hatten das Design der ersten Spektrumsauktion in den USA mitentwickelt, die dort 1993 von der Telekommunikationsregulierungsbehörde durchgeführt wurde. "Sie haben maßgeblich die Theorie von Auktionen und deren Anwendung geprägt."

Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), hält die US-Amerikaner Michael Woodford und Ben Bernanke für preiswürdig. "Ihre Arbeiten zur Geldtheorie und Geldpolitik haben das Verständnis der Rolle von Zentralbanken vertieft und erweitert." Gerade die Wirkungen der Geldpolitik in Krisen wie der Großen Depression ab 1929 oder der globalen Finanzkrise stützten sich wesentlich auf ihre Forschung. Bernanke leitete von 2006 bis 2014 die US-Notenbank Fed und stützte die amerikanische Wirtschaft in der Finanzkrise, indem er die Leitzinsen drastisch senkte.

Christoph Schmidt, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), sieht indes die gebürtige Französin Esther Duflo vorne. Sie forsche sehr erfolgreich über Armutsbekämpfung und habe randomisierte Feldexperimente zur Beurteilung politischer Maßnahmen weiterentwickelt. Dabei werden Menschen per Zufallsprinzip in Gruppen eingeteilt und leicht veränderten verschiedenen Bedingungen ausgesetzt. Nach einiger Zeit ließe sich erkennen, welche Politik welche Folgen habe.

Ebenfalls einen Franzosen favorisiert Gustav Horn, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Olivier Blanchard habe nach der Finanzkrise die nötige Reform des makroökonomischen Denkens durch viele Studien vorangebracht - etwa zur Wirkung der Sparpolitik in Griechenland. "Er hat herausgefunden, dass die Sparpolitik dort wesentlich stärkere negative Produktionswirkungen gezeigt hat als erwartet."

Der mit umgerechnet neun Millionen schwedischen Kronen (rund 870 000 Euro) dotierte Wirtschaftsnobelpreis geht nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück und gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Die schwedische Reichsbank stiftete den Preis nachträglich. Der Sieger 2017, Richard Thaler, wurde für seine Beiträge zum Einfluss der menschlichen Psychologie auf wirtschaftliche Entscheidungen ausgezeichnet. Bisher wurde nur ein deutscher Ökonom geehrt: der Bonner Spieltheoretiker Reinhard Selten im Jahr 1994.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Aktien New York Schluss: Erholungsversuch vom Vortag verpufft. Beim S&P-500-Index stand gar ein geringer Kursrückgang zu Buche. Damit verpuffte der Erholungsversuch vom Vortag weitgehend. Die jüngsten Nachrichten im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelskonflikt fielen bestenfalls durchwachsen aus. NEW YORK - Die Wall Street hat am Donnerstag mit nur bescheidenen Gewinnen geschlossen. (Boerse, 13.12.2018 - 22:28) weiterlesen...

US-Anleihen wenig bewegt - Longbonds geben nach. Besser als erwartet ausgefallene Daten vom US-Arbeitsmarkt belasteten die Kurse nicht. In der vergangenen Woche waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlich stärker als erwartet gesunken. Zum Handelsauftakt hatte die US-Regierung für den November auch einen unerwartet schwachen Anstieg der Einfuhrpreise gemeldet. NEW YORK - US-Staatsanleihen haben sich am Donnerstag überwiegend lethargisch präsentiert. (Sonstige, 13.12.2018 - 21:16) weiterlesen...

Devisen: Euro schüttelt Schwächeanfall ab. Im New Yorker Handel wurden für die Gemeinschaftswährung zuletzt 1,1367 US-Dollar bezahlt, nachdem es im europäischen Nachmittagsgeschäft bis auf 1,1331 Dollar nach unten gegangen war. Zum Tageshoch bei 1,1394 Dollar fehlte dem Euro damit aber ein gutes Stück. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1371 (Mittwoch: 1,1346) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,8794 (0,8814) Euro. NEW YORK - Der Euro hat am Donnerstag seine zwischenzeitliche Schwäche wieder abgeschüttelt. (Boerse, 13.12.2018 - 21:13) weiterlesen...

Trump: Wegen Klimaschutzabkommen von Paris brennt Frankreich nieder. "Wegen des Paris-Abkommens brennt dieses ganze Land nieder", sagte der Präsident am Donnerstag dem Sender Fox News. Trump betonte, er sei es gewesen, der den Ausstieg der USA aus dem Klimaschutzabkommen angekündigt habe. Ansonsten müssten die USA "Billionen Dollar, Billionen Dollar für nichts" bezahlen. WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump hat die Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich erneut auf das Klimaschutzabkommen von Paris zurückgeführt. (Wirtschaft, 13.12.2018 - 20:27) weiterlesen...

Trump macht weiter Druck auf Geldpolitik der Federal Reserve. "Hoffentlich wird die Fed keine Zinserhöhungen mehr vornehmen", sagte Trump am Donnerstag in einem Interview mit dem Sender Fox News. WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump hat die US-Notenbank Federal Reserve vor deren Zinsentscheidung am nächsten Mittwoch (19.12.) zur Zurückhaltung aufgerufen. (Wirtschaft, 13.12.2018 - 20:26) weiterlesen...

Aktien New York: Erholung vom Vortag droht zu verpuffen. Die jüngsten Nachrichten im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelskonflikt fielen bestenfalls durchwachsen aus. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,42 Prozent auf 2639,97 Punkte, und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 lag 0,45 Prozent im Minus bei 6733,60 Zählern. NEW YORK - Die Erholung vom Vortag an der Wall Street könnte sich am Donnerstag als Eintagsfliege erweisen. (Boerse, 13.12.2018 - 20:24) weiterlesen...