BAUER AG, DE0005168108

(Tippfehler in der Überschrift korrigiert.)

11.09.2018 - 11:47:24

WDH/ROUNDUP/BDI-Vize: USA haben bei Sanktionen gegen Iran den größeren Hebel

SCHROBENHAUSEN - Den Handelskrieg zwischen den USA und China sieht der BDI-Vizepräsident Thomas Bauer als hoch riskant an. "Jeder Strafzoll, jede Handelsbeschränkung in der Welt hat einen massiven Einfluss auf den Welthandel insgesamt", sagte Bauer der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag. Dies wirke sich auf Dauer auf alle aus, wenn auch unterschiedlich schnell. Denn Handelsbeschränkungen führten dazu, dass sich der Wirtschaftskreislauf verlangsame.

Während der Handelsstreit zwischen den USA und China schon am eskalieren war, verhängte US-Präsident Donald Trump Ende Mai Strafzölle auf Stahl und Aluminium gegen die Europäische Union und viele andere Staaten. Hinzu kamen Sanktionen gegen den Iran und Russland. "Was Trump macht, ist ein gefährliches Spiel auf aller höchstem Niveau", sagte Bauer. Dies alles zusammen werde die weltweite Wirtschaftsentwicklung in den kommenden zehn Jahren beeinflussen.

Das von dem BDI-Vizepräsidenten geleitete Tiefbau-Unternehmen Bauer ist zwar nicht von den US-Strafzöllen betroffen, aber von den erst jüngst verhängten Sanktionen gegen den Iran. Neben dem Tiefbaugeschäft entwickelt und fertigt die Bauer AG aus dem oberbayerischen Schrobenhausen auch Maschinen für den Spezialtiefbau-Markt.

"Wir können in dieses Land momentan nicht exportieren, obwohl wir Kunden haben, die gerne von uns Baumaschinen kaufen wollen", sagte Bauer. Das Geschäft mit dem Iran sei zwar nicht groß und liege im Promille-Bereich, "aber auch die Promille machen am Ende das Geschäft gut oder schlecht".

Auch die angekündigte Schützenhilfe der EU für Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben, kann laut Bauer nichts an der Situation ändern. Die EU hat ein Abwehrgesetz in Kraft gesetzt, mit dem Unternehmen für mögliche Verluste Entschädigung von den USA verlangen können. Für viele Unternehmen hat dieses Gesetz hingegen eher Symbolcharakter. Sie haben ihre Aktivitäten in dem Land trotzdem auf Eis gelegt.

"Wenn die Amerikaner unser Geschäft in ihrem Land schließen, weil wir als Konzern im Iran Handel betreiben, dann kann uns die Europäische Union auch nicht helfen", ist Bauer sich sicher. Der Schaden sei so groß, dass sich das Unternehmen dies niemals leisten könne. "Der Hebelarm, den die Amerikaner haben, ist so stark, dass man nichts dagegen setzen kann", fügte er hinzu.

@ dpa.de