Computer, Internet

Technik des Chipdesigners Arm steckt so ziemlich in jedem Smartphone.

03.12.2021 - 02:20:59

Computer - US-Regierung klagt gegen Chipdesigner-Kauf durch Nvidia. Die geplante Übernahme in einem Milliardendeal mit Nvidia könnte wohl Innovationen bremsen. Deswegen klagt die US-Regierung.

Washington - Die US-Regierung will einen Milliardendeal um den Chipdesigner Arm verhindern, dessen Technik in praktisch allen Smartphones steckt.

Die geplante Übernahme der britischen Firma durch den US-Grafikkarten-Spezialisten Nvidia könne Innovationen bremsen, begründete die Handelsbehörde FTC ihre Klage am Donnerstag. Nvidia setzte bereits im September 2020 zum damals rund 40 Milliarden Dollar schweren Kauf von Arm an. Es geht um die größte Übernahme in der Halbleiterbranche, deren Wert mit dem Kursanstieg der Nvidia-Aktie inzwischen etwa doppelt so hoch wäre.

Von Arm stammt die Grund-Architektur der Chips, die in so gut wie allen Smartphones und den meisten Tablet-Computern verwendet werden. Auf Basis der Arm-Designs entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Chipkonzern Qualcomm, dessen Chips in vielen Android-Telefonen stecken, greift darauf zurück.

Die Arm-Architekturen setzten sich in Smartphones gegen Chip-Systeme des Halbleiter-Riesen Intel durch - unter anderem weil sie deutlich stromsparender arbeiten. Inzwischen werden Chips auf Basis von Arm-Designs auch in Rechenzentren eingesetzt - und Apple nutzt sie in seinen neuen Mac-Computern.

Aktuell gehört Arm dem japanischen Technologiekonzern Softbank, der nicht an der Unabhängigkeit der britischen Firma rüttelte. Angesichts der geplanten Übernahme durch Nvidia gab es jedoch bereits Unruhe in der Technologie-Branche. So befürchteten einige Arm-Kunden, dass der Grafikkarten-Spezialist ein Interesse daran haben könnte, künftige Arm-Architekturen besser mit seinen eigenen Produkten zu verzahnen - was ihre Wettbewerbsposition verschlechtern würde. Nvidia wies solche Ängste zurück.

Die Bedenken der FTC gehen nun in dieselbe Richtung. Der Deal könne Nvidia erlauben, Konkurrenten auf unfaire Weise zu benachteiligen, argumentierte die Behörde. Sie sieht die Gefahr unter anderem bei Assistenzsystemen in Autos und Prozessoren für Cloud-Dienste. Auch werde Nvidia durch den Kauf von Arm Zugang zu vertraulichen Informationen einiger seiner Konkurrenten bekommen, die ebenfalls Kunden des Chipdesigners sind. Die FTC warnte vor höheren Preisen und schlechteren Produkten für Verbraucher.

Nvidia hatte schon Mitte November mitgeteilt, dass man mit der FTC im Gespräch darüber sei, wie die Bedenken der Behörde gegen den Deal ausgeräumt werden könnten. Nvidia kündigte in einer ersten Reaktion auf die Klage an, man wolle zeigen, dass die Übernahme den Wettbewerb stärken und der Industrie zugutekommen würde.

In Europa haben die britischen Wettbewerbshüter und die EU-Kommission bereits vertiefte Prüfungen des Deals eingeleitet. Mit dem Widerstand der FTC könnte die Übernahme ernsthaft ins Wanken geraten.

Von der neuen FTC-Chefin Lina Khan wird allgemein eine härtere Gangart mit Blick auf die Marktmacht von Technologiekonzernen erwartet. Amazon und Facebook forderten bereits, sie solle sich aus Untersuchungen zu ihren Unternehmen heraushalten, weil sie als Kritikerin befangen sei.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Microsoft: Zerstörerische Schadsoftware auf Regierungs-PCs in Ukraine. Das Programm tarne sich zwar als ein Erpressungstrojaner, sei aber in Wirklichkeit dafür gedacht, auf Befehl des Angreifers Daten zu zerstören, teilte Microsoft in der Nacht zum Sonntag mit. Die Software sei unter anderem auf Computern von Regierungsbehörden und IT-Spezialisten gefunden worden. Microsoft sieht ein erhöhtes Risiko für alle Computer-Systeme in der Ukraine. REDMOND - Sicherheitsforscher von Microsoft haben auf Dutzenden Computern in der Ukraine neue Schadsoftware entdeckt, die sie unbrauchbar machen könnte. (Boerse, 16.01.2022 - 17:08) weiterlesen...

'Smishing'-Masche: Weiter massenhaft Betrugs-SMS auf Handys. Die Deutsche Telekom informierte im vergangenen Jahr etwa 30 000 Kundinnen und Kunden, dass deren Geräte von Smishing-Angriffen betroffen seien, wie der Bonner Konzern auf Anfrage mitteilte. Die Kundengeräte hätten Tausende SMS versendet und damit Schadprogramme in einem Schneeballsystem weiterverteilt. "In Summe haben deren Smartphones annähernd 100 Millionen Smishing-SMS verschickt - allein über unser Netz", sagte ein Firmensprecher. BONN - Betrugs-SMS mit der "Smishing"-Masche bleiben ein gravierendes Problem. (Boerse, 16.01.2022 - 14:18) weiterlesen...

Test für Rückkehr von 'Fortnite' auf iPhones über Streaming-Umweg. Eine Version von "Fortnite" mit Touchscreen-Steuerung soll von kommender Woche an über den Streamingdienst Geforce Now spielbar werden, wie der Chipspezialist Nvidia als Betreiber am Donnerstag ankündigte. Allerdings wird das Erlebnis zunächst nur wenigen Nutzern vorbehalten bleiben: Anfangs soll es nur einen eingeschränkten Testlauf geben. SANTA CLARA - Das populäre Online-Spiel "Fortnite" steht fast eineinhalb Jahre nach seinem Rauswurf von Apples iPhone vor der Rückkehr über einen Umweg. (Boerse, 14.01.2022 - 06:04) weiterlesen...

Spiele - «Fortnite» könnte über Umweg auf iPhones zurückkehren. Jetzt könnte das Spiel über Umwege auf das iPhone zurückkehren. Mit einer heimlichen Funktion umgingen die Macher von «Fortnite» Apples Bezahlregeln und wurden deshalb aus dem App Store geschmissen. (Wirtschaft, 14.01.2022 - 03:31) weiterlesen...

Marktforscher: PC-Verkäufe 2021 kräftig gestiegen. Im vergangenen Jahr stiegen die Verkäufe nach Berechnungen von Marktforschern auf den höchsten Stand in rund einem Jahrzehnt. Dabei wurde der Markt weiter von der Knappheit bei Chips und anderen Bauteilen gebremst. Drei große IT-Marktforscher, die ihre Schätzungen in der Nacht zum Donnerstag vorlegten, kamen weitgehend zu den gleichen Trends - aber zum Teil zu unterschiedlichen Zahlen. STAMFORD - Der Bedarf an PCs in der Corona-Pandemie ist immer noch nicht erschöpft. (Boerse, 13.01.2022 - 06:02) weiterlesen...

US-Zerschlagungsklage gegen Facebook vor Gericht zugelassen (Mehr Details) (Boerse, 12.01.2022 - 11:21) weiterlesen...