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Regierungen, Russland

ST.

27.06.2021 - 13:48:30

Mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in EM-Spielstadt St. Petersburg. PETERSBURG - In der EM-Spielstadt St. Petersburg ist vor dem Viertelfinalspiel am nächsten Freitag die Zahl der Corona-Neuinfektionen gestiegen. Am Sonntag meldeten die Behörden der russischen Hafenstadt fast 1300 neue Fälle innerhalb eines Tages, 50 mehr als am Vortag. Es gab erneut mehr als 100 Todesfälle binnen 24 Stunden. Landesweit sprachen die Behörden von 21 600 Neuinfektionen. Am schlimmsten ist demnach die Hauptstadt Moskau betroffen, wo es 6700 neue Erkrankte und 114 Todesfälle gab, so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie, wie die Agentur Interfax meldete.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin drohte im Staatsfernsehen mit einem Lockdown. Er sagte mit Blick auf die sich rasante Verbreitung der Delta-Variante: "Um dieses Problem grundlegend zu lösen, muss man sich impfen lassen oder in einen Lockdown gehen." Moskau hatte am Samstag seine EM-Fanzone nach einer Schließung wieder geöffnet. Seit Anfang Juni steigen die Zahlen in Russland rasant.

Die Republik Burjatien am Baikalsee in Sibirien hat als erste Region in Russland bereits eine zweiwöchige Quarantäne verhängt. Supermärkte und Apotheken sollen geöffnet bleiben. Die Behörden begründeten den Schritt mit einer hohen Corona-Sterblichkeit. Zudem gebe es nicht genügend Ärzte und Krankenhausbetten für Patienten.

In Moskau werden Sobjanin zufolge jeden Tag 2000 neue Patienten mit einer Infektion in eine Klinik gebracht. Es gebe mittlerweile nur noch 5000 freie Betten. Nach seinen Angaben meldeten sich inzwischen pro Tag 86 000 Menschen für eine Corona-Impfung. Moskau ist Europas größte Stadt mit schätzungsweise zwölf Millionen Einwohnern.

Angesichts der weit verbreiteten Impfskepsis gibt es in mehreren Regionen Russland für bestimmte Berufe eine Impfpflicht. Dagegen demonstrierten am Samstag Berichten zufolge bis zu 100 Menschen in Moskau. Menschenrechtlern zufolge kamen dabei mindestens acht Menschen vorübergehend in Polizeigewahrsam.

@ dpa.de

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