Regierungen, USA

SEOUL / TOKIO - Im Konflikt mit Nordkorea haben die USA einem Medienbericht zufolge von Pjöngjang die Herausgabe eines Teils seines Atomwaffenbestandes innerhalb einiger Monate gefordert.

17.05.2018 - 14:02:24

USA fordern von Nordkorea Herausgabe von Atomsprengköpfen. Wie die japanische Tageszeitung "Asahi Shimbun" am Donnerstag unter Berufung auf informierte Quellen berichtete, wollten die USA von Nordkorea, dass es binnen sechs Monaten einen Teil seiner Atomsprengköpfe sowie anderen Atommaterials und Interkontinentalraketen außer Landes bringe.

Die USA hatten laut "Asahi Shimbun" angeboten, Nordkorea im Gegenzug zur Überstellung der Waffen und Nuklearmaterialien wieder von der US-Liste von Terror-Unterstützerstaaten zu streichen. Es werde erwartet, dass Vertreter beider Länder bei Arbeitsgesprächen vor dem geplanten Gipfel am 12. Juni in Singapur weiter darüber diskutierten, was noch aus dem Atomarsenal Nordkoreas herausgeschafft werden könnte, berichtete das Blatt weiter.

Am Mittwoch hatte Nordkorea allerdings damit gedroht, das Treffen zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump absagen zu können. Zunächst wurde dies mit einem laufenden Militärmanöver der USA mit Südkorea begründet. In einer später von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung warnte der langjährige Atomunterhändler Kim Kye Gwan die USA davor, Nordkorea in eine Ecke treiben zu wollen, um es zu einer "einseiteigen atomaren Abrüstung" zu zwingen. Nordkorea habe in diesem Fall kein Interesse an einem Dialog. Auch hatte Nordkorea für Mittwoch geplante Versöhnungsgespräche mit Südkorea kurzfristig auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bei dem geplanten Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un geht es um eine Lösung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm. Die USA wollen von der Führung in Pjöngjang einen kompletten, überprüfbaren und nicht umkehrbaren Abbau des Programms.

Südkoreas Außenministerin Kang Kyung Wha sprach am Donnerstag von Problemen bei den Vorbereitungsgesprächen für das Treffen. "Es ist wahr, es gibt Meinungsverschiedenheiten zwischen Nordkorea und den USA, wenn es darum geht, die Denuklearisierung durchzuführen", sagte Kang nach Angaben der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap vor Abgeordneten in Seoul. Kang habe dies nicht weiter ausgeführt. Kang hatte sich vor kurzem in Washington mit US-Außenminister Mike Pompeo getroffen, der in den vergangenen Wochen zweimal persönlich in Nordkorea war.

Trump sagte in Anspielung auf die Drohung aus Pjöngjang mit einer Gipfel-Absage, eine offizielle Note aus Nordkorea gebe es nicht. "Wir haben nichts gesehen, wir haben nichts gehört." Zuvor hatte seine Sprecherin Sarah Sanders erklärt, die Vorbereitungen für das Gipfeltreffen gingen auf US-Seite weiter.

Trotz der abrupten Absage von gemeinsamen Gesprächen durch Nordkorea will Südkorea mit dem Nachbarn über dessen Gipfel mit den USA im Juni beraten. Der Nationale Sicherheitsrat habe beschlossen, verschiedene Kanäle zu den USA, aber auch zu Nordkorea zu nutzen, um die unterschiedlichen Positionen dieser beiden Länder koordinieren zu können, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Ziel sei es, dass "es einen erfolgreichen nordkoreanisch-amerikanischen Gipfel im Geist des gegenseitigen Respekts" geben werde.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WDH/ROUNDUP: Kaufpreise bei Eigentumswohnungen ziehen weiter kräftig an (Im 2. Satz, 4. Absatz wurde ein "nicht" ergänzt.) (Wirtschaft, 17.07.2018 - 12:48) weiterlesen...

Kaufpreise bei Eigentumswohnungen ziehen weiter kräftig an. Vor allem in den Metropolen haben die Preise für Eigentumswohnungen im vergangenen Jahr zweistellig angezogen. Das geht aus Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hervor, über die die Zeitschrift "Finanztest" berichtet. An der Spitze liegt demnach die Bundeshauptstadt Berlin, wo Wohnungen von Ende 2016 bis Ende 2017 im Schnitt um 15,6 Prozent teurer wurden, gefolgt von Frankfurt/Main (12,5), Hamburg (11,4), Stuttgart (11,3) sowie Köln (10,8 Prozent). Im bundesweiten Schnitt hätten Käufer von Eigentumswohnungen Ende 2017 durchschnittlich 7 Prozent mehr zahlen müssen als ein Jahr zuvor. Basis der Berechnungen sind tatsächlich abgeschlossene Kaufverträge, nicht Annoncen oder Maklerumfragen. BERLIN - Der Preisanstieg für Wohnimmobilien setzt sich unvermindert fort. (Wirtschaft, 17.07.2018 - 12:31) weiterlesen...

NRW-Bauministerin sieht keine Verletzung des Mieterschutzes nach LEG-Verkauf. Die sogenannte Sozialcharta, die unter anderem den Kündigungsschutz regelt, sei eingehalten und die Spielräume für Mieterhöhungen oder Wohnungsverkäufe seien "bei weitem nicht ausgeschöpft worden". Das bilanzierte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) in am Dienstag veröffentlichten Antworten auf Fragen aus der SPD-Landtagsfraktion zum LEG-Wohnungsbestand in verschiedenen NRW-Städten. DÜSSELDORF - Die Privatisierung der einst landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft LEG vor zehn Jahren hat aus Sicht der nordrhein-westfälischen Regierung keine Mieterinteressen verletzt. (Boerse, 17.07.2018 - 12:29) weiterlesen...

EU und Japan unterzeichnen Freihandelsabkommen. An der Unterzeichnungszeremonie am Dienstag in Tokio nahmen der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe, EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker teil. Der seit 2013 vorbereitete Pakt soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen. Das Abkommen gilt auch als Signal an US-Präsident Donald Trump, dem EU und Japan eine Abschottungspolitik vorwerfen. Abe sprach von einer "historischen Errungenschaft". Japan und die EU würden die Führung "als Fahnenträger des Freien Handels" übernehmen. TOKIO - Die Europäische Union hat mit Japan ihr bislang größtes Freihandelsabkommen besiegelt. (Wirtschaft, 17.07.2018 - 12:08) weiterlesen...

Internationales Presse-Echo auf Trumps Treffen mit Putin. Sein Treffen mit Wladimir Putin wird in vielen internationalen Medien als Erfolg für den Kremlchef gewertet - und als Blamage für den US-Präsidenten. In Russland hingegen wird bedauert, dass Trump nur so wenig Gleichgesinnte um sich habe. WASHINGTON/MOSKAU - Für Donald Trump ist das Echo verheerend. (Wirtschaft, 17.07.2018 - 12:08) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP: Anwälte erhalten Akten-Einblick zum VW-Skandal - Absatz zieht an. Er gehe davon aus, dass das Material "heute auf den Postweg" gehe, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe der Deutschen Presse-Agentur. Nach langer Vorbereitung können die Anwälte bald die Hauptakten einsehen. Trotz "Dieselgate" steigert der weltgrößte Autobauer seinen Absatz immer weiter. Im ersten Halbjahr lieferte der VW -Konzern über 5,5 Millionen Fahrzeuge an seine Kunden aus - 7,1 Prozent mehr als 2017. BRAUNSCHWEIG/WOLFSBURG - Im Abgas-Skandal bei Volkswagen will die Staatsanwaltschaft Braunschweig wichtige Ermittlungsakten noch am Dienstag an die Anwälte der beschuldigten Manager verschicken. (Boerse, 17.07.2018 - 12:02) weiterlesen...