Regierungen, USA

SEOUL / PYEONGCHANG - Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un will trotz seines harten Kurses im Konflikt um sein Atomprogramm so bald wie möglich Südkoreas Präsidenten Moon Jae In treffen.

10.02.2018 - 12:17:25

Nordkoreas Machthaber lädt südkoreanischen Präsidenten ein. Kims Schwester Kim Yo Jong habe Moon am Samstag in Seoul mündlich eine Einladung des Bruders überbracht, teilte das Präsidialamt mit. Ein Besuch in Pjöngjang könne "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" erfolgen. Moon, der von Nordkorea einen kompletten Verzicht auf sein Atomprogramm fordert, reagierte zurückhaltend: "Lassen Sie uns in Zukunft die nötigen Bedingungen dafür schaffen", wurde er zitiert. Bei einem Besuch in Nordkorea käme es zum erst dritten Gipfeltreffen zwischen beiden Ländern.

Kim habe darüber hinaus einen persönlichen Brief an Moon überbringen lassen, in dem er seinen Wunsch nach einer Verbesserung der innerkoreanischen Beziehungen äußerte, hieß es. Moon habe gegenüber der Delegation zu einer frühen Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Nordkorea und den USA aufgerufen.

Kims einflussreiche 30-jährige Schwester Kim Yo Jong reiste den Angaben zufolge anlässlich der am Freitag eröffneten Olympischen Winterspiele in Pyeongchang als "Sondergesandte" ihres älteren Bruders nach Südkorea. Sie ist das erste Mitglied der seit drei Generationen in Nordkorea herrschenden Kim-Familie, das den Süden der koreanischen Halbinsel besucht. Als Leiter einer hochrangigen Delegation war zusammen mit der Schwester auch das protokollarische Staatsoberhaupt, Kim Yong Nam (90), am Freitag mit einem Charterflugzeug eingetroffen.

Kim Jong Un hatte erst Anfang dieses Jahres nach langer Funkstille zwischen beiden Ländern zu erkennen gegeben, sich Südkorea annähern zu wollen. Kritiker sehen darin den Versuch Kims, möglicherweise einen Keil zwischen Südkorea und seinem Alliierten USA treiben und sein Land ein wenig von den internationalen Sanktionen befreien zu wollen. Besonders der Regierung in Washington, der Pjöngjang eine feindselige Politik unterstellt, sieht die Charmoffensive äußerst skeptisch.

Als Zeichen für die anhaltenden Spannungen über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm war US-Vizepräsident Mike Pence im Rahmen der Olympia-Eröffnungsfeier in Pyeongchang den Besuchern aus Nordkorea demonstrativ aus dem Weg gegangen. Bei einem Gespräch mit Südkoreas Präsident am Donnerstag betonte Pence, dass es weiter nötig sei, mit "maximalem Druck und Sanktionen" gegen Nordkorea vorzugehen. Nordkorea arbeitet an der Entwicklung von Interkontinentalraketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können.

Nach dem Besuch der Eröffnungsfeier hatte Moon die Besucher aus Nordkorea am Samstag in seinem Amtssitz in Seoul empfangen. Das südkoreanische Fernsehen zeigte Bilder, wie er lächelnd Kim Yo Jong, Kim Yong Nam und zwei weitere hochrangige Funktionäre begrüßte. Das fast dreistündige Treffen, das auch ein Mittagessen einschloss, habe in einer "freundschaftlichen Atmosphäre" stattgefunden, teilte ein Sprecher Moons mit. Südkoreas linksliberales Staatsoberhaupt hofft, über die Kooperation mit Nordkorea für die Winterspiele auch eine dauerhafte Entspannung und letztlich eine Lösung im Atomstreit erreichen zu können.

Nordkorea hat zu den Spielen auch eigene Athleten sowie ein Orchester, eine große Jubelgruppe sowie ein Taekwondo-Showteam nach Südkorea geschickt. Als Zeichen der Einheit treten die Eishockeyspielerinnen aus dem Süden sogar in einer gemeinsamen Mannschaft mit nordkoreanischen Kolleginnen an. Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wollte sich Moon am Samstagabend zusammen mit Kim Yong Nam das erste Olympia-Spiel des Teams Korea in der östlichen Küstenstadt Gangneung anschauen.

Die Server der Olympia-Organisatoren wurden während der Eröffnungsfeier Ziel eines Hackerangriffs. Die Cyberattacke habe eine Störung im Hauptpressezentrum verursacht, teilte das Organisationskomitee am Samstag mit. "Der Vorfall hat sich nicht auf die Sicherheit der Zuschauer und Athleten ausgewirkt."

Die Organisatoren schalteten nach der Cyberattacke vorübergehend die Server ab, sodass die Website Pyeongchang 2018 von Freitagabend bis 08.00 Uhr Ortszeit (00.00 Uhr MEZ) am Samstag nicht zu erreichen war. Die Hintergründe der Cyberattacke sind bislang unklar.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Gericht hat Zweifel an Berliner U-Bahn-Auftrag. Die Direktvergabe eines millionenschweren Auftrags durch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) stößt beim Kammergericht auf rechtliche Bedenken. Es bestünden Zweifel daran, ob die Vergabe ohne Ausschreibung an Stadler rechtmäßig sei, teilte das Gericht am Montag mit. BERLIN - Beim Wagenmangel der Berliner U-Bahn ist eine schnelle Lösung fraglich. (Boerse, 18.06.2018 - 16:00) weiterlesen...

Trump via Twitter: Deutsche wenden sich gegen ihre Führung. "Die Menschen in Deutschland wenden sich gegen ihre Führung, weil das Migrationsthema die ohnehin schon schwächelnde Koalition durchschüttelt", schrieb Trump. WASHINGTON - US-Präsident Donald Trump hat via Twitter die deutsche Regierungskrise als Folge einer aus seiner Sicht falschen Migrationspolitik dargestellt. (Wirtschaft, 18.06.2018 - 15:38) weiterlesen...

Seehofer will vor Anordnung von Zurückweisungen mit Merkel reden. Noch einmal zu reden, sei dann "eine Frage des Anstandes", sagte Seehofer am Montag nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. Sollten die Verhandlungen auf EU-Ebene keine "wirkungsgleichen" Ergebnisse bringen, will er dann aber Zurückweisungen von Migranten an den deutschen Grenzen anweisen. Vorbereitet werden soll dies schon jetzt. MÜNCHEN - Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will, bevor er umfassende Zurückweisungen an den Grenzen tatsächlich anordnet, noch einmal mit Kanzlerin Angela Merkel und der CDU sprechen. (Wirtschaft, 18.06.2018 - 14:54) weiterlesen...

WDH: Juncker und Tusk suchen fieberhaft nach Asylkompromiss auf EU-Ebene (Schreibfehler im ersten Satz beseitigt.) (Wirtschaft, 18.06.2018 - 14:50) weiterlesen...

Juncker und Tusk suchen fieberhaft nach Asylkompromiss auf EU-Ebene. Das Problem lasse sich nur europäisch angehen, und alle Elemente für einen Kompromiss lägen bereits auf dem Tisch, sagte ein Sprecher von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Montag. "Wir sind aktiv beteiligt, um eine europäische Vereinbarung zustande zu bekommen." Juncker "selbst ist mit allen unseren europäischen Partnern im Kontakt, um den Boden für europäische Entscheidungen zu bereiten, die alle zusammenbringen, die von so vielen Mitgliedstaaten wie möglich mitgetragen werden". BRÜSSEL - Angesichts der Asylstreits in Deutschland wird auf EU-Ebene fieberhaft nach einer Lösung gesucht. (Wirtschaft, 18.06.2018 - 14:47) weiterlesen...

Merkel droht CSU mit Richtlinienkompetenz im Asylstreit. Dies sei dann der Fall, wenn Zurückweisungen von Flüchtlingen an der Grenze ohne Abstimmungen mit EU-Partnern in Kraft gesetzt würden und "zu Lasten Dritter" gingen, wie Merkel am Montag in Berlin deutlich machte. Wenn eine solche Maßnahme in Kraft gesetzt würde, wäre das eine Frage ihrer Richtlinienkompetenz, sagte Merkel mit Blick auf Innenminister Horst Seehofer (CSU). BERLIN - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Asylstreit der CSU mit ihrer Richtlinienkompetenz als Regierungschefin gedroht. (Wirtschaft, 18.06.2018 - 14:43) weiterlesen...