Schiffbau, Industrie

Seit Tagen ringen Land, Bund und der Werften-Eigentümer um ein Rettungspaket - bisher vergeblich.

10.01.2022 - 15:07:02

Angeschlagener Schiffsbauer - MV Werften stellen Insolvenzantrag. Jetzt zieht die Unternehmensgruppe die Reißleine. Was mit den rund 1900 Mitarbeitern passiert, ist offen.

Wismar sprach von einem Schwarze-Peter-Spiel im Ringen um die Werften. Es sei im Interesse der Landesregierung, der Beschäftigten und des Schiffbaus, die Werftenstandorte zu erhalten, hatte er noch kurz vor dem Insolvenzantrag betont.

Gut vorstellbar ist, dass auch die Klage der Werften gegen das Land die Fronten verhärtet hatte. Die Werften forderten die Auszahlung von 78 Millionen Euro. Dies sei 2021 vereinbart worden, sollte Genting eine gewisse Liquiditätsschwelle erreichen, hieß es. Doch das Landgericht Schwerin war vergangene Woche davon ausgegangen, dass die aktuellen Liquiditätsprobleme des Konzerns so nicht gelöst werden könnten. Ob der für Dienstag angesetzte Gerichtstermin noch Bestand haben wird, war zunächst nicht zu klären.

Die rund 1900 Werftmitarbeiter hatte bis zuletzt gehofft, dass es doch noch zu einem Kompromiss kommen würde, das Schiff fertiggestellt und die ausstehenden Löhne gezahlt werden können. Ende voriger Woche hatte die Werftleitung darüber informiert, dass die Zahlung der Löhne und Gehälter in Höhe von rund acht Millionen Euro ausgesetzt wurde.

@ dpa.de