Regierungen, Brasilien

SAO PAULO - Rund zwei Monate vor der Präsidentenwahl in Brasilien haben sich mehrere Universitäten im Land für demokratische Grundwerte eingesetzt.

12.08.2022 - 05:46:26

Demokratie-Manifest: Universitäten in Brasilien fordern freie Wahlen. Ein Manifest zur Verteidigung der Demokratie und des Wahlsystems wurde am Donnerstag an Universitäten in Sao Paulo und Rio de Janeiro wie in allen brasilianischen Landeshauptstädten und im Hauptstadtdistrikt präsentiert. Die Erklärung hatten Hunderttausende unterschrieben, darunter Juristen, Unternehmer, Künstler und Politiker wie der linke Ex-Staatschef und Präsidentschaftskandidat Luiz Inácio Lula Silva. In einem Tweet schrieb Lula von der Wiedererlangung eines "souveränen und respektierten" Landes.

"Wir wollen freie und ruhige Wahlen, wir wollen einen Wahlprozess ohne Fake News oder Einschüchterungen", sagte der Rektor der Universität von Sao Paulo, Carlos Gilberto Carlotti Júnior, bei der Verlesung an der renommierten Hochschule. "Die brasilianischen Universitäten sind das Gegenteil des Autoritarismus." Er gedachte auch den Opfern der Militärdiktatur (1964 - 1985). Die Veranstaltung am Donnerstag endete mit "Bolsonaro raus"-Rufen, an den Universitäten kam es zu Demonstrationen. In Rio zogen Studenten, Mitglieder von sozialen Bewegungen und Gewerkschaften durch das Zentrum, auch in Sao Paulo gab es Proteste.

Amtsinhaber Jair Bolsonaro, der als Verehrer der Militärdiktatur gilt, hatte das Manifest nicht unterzeichnet. Er spielte die Initiative herunter. Kritiker werfen dem Rechtspolitiker vor, mit aufrührerischen Äußerungen und Falschbehauptungen die Polarisierung in Brasilien verstärkt zu haben. Immer wieder hat er zudem demokratische Institutionen bedroht und das brasilianische Wahlsystem in Zweifel gezogen. Im Stile des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat Bolsonaro angedeutet, das Ergebnis der Wahl im Oktober womöglich nicht akzeptieren zu wollen.

@ dpa.de

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