Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Transport, Verkehr

ROSTOCK - Die Corona-Pandemie hat die Kreuzfahrtschifffahrt und den Neubau von Ozeanriesen weltweit zum Erliegen gebracht.

10.05.2021 - 16:29:30

Die maritime Branche sucht den Weg aus der Krise. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum sich die weit verzweigte maritime Branche in einer Krise befindet - auch Subventionen in asiatischen Ländern machen den Unternehmen in Deutschland in der EU seit Jahren zu schaffen.

Auf der 12. Nationalen Maritimen Konferenz hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nun ein härteres Vorgehen gegen gegen fernöstliche Konkurrenz im Schiffbau angekündigt. "Wir haben außerhalb von Europa zum Teil eine Wettbewerbssituation, die das Reagieren der Europäischen Union notwendig macht", sagte der CDU-Politiker am Montag in Rostock zum Auftakt der Veranstaltung. "Es gibt Länder, die in sehr eindeutiger und manchmal auch aggressiver Form versuchen, Teile des zivilen Schiffbaus zu monopolisieren oder zu dominieren, und deshalb werden wir diese Entwicklung nicht einfach tatenlos geschehen lassen."

Welche Länder Altmaier im Einzelnen im Blick hat, und welche Maßnahmen ihm vorschweben, sagte er nicht. In der Werftindustrie gelten aber vor allem fernöstliche Schiffbauer, allen voran aus China, als gefährlichste Konkurrenz. Erst in der vergangenen Woche hatte der Branchenverband VSM beklagt, dass sich die deutschen Schiffbauer seit Jahren gegen übermächtige Konkurrenz einem Kampf mit ungleichen Mitteln ausgeliefert sehen. Dabei fühlen sie sich von Berlin und Brüssel im Stich gelassen. Seit den 1980er Jahren mussten die Schiffbauer immer mehr Marktanteile in den Fernen Osten abgeben, zunächst nach Japan, dann auch nach Südkorea - und seit Anfang dieses Jahrhunderts verstärkt in Richtung China.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte auf der Konferenz die maritime Branche auf, die Potenziale der Schifffahrt für eine klima- und umweltfreundlichere Zukunft zu nutzen. "Mit den deutschen und europäischen Kompetenzen im Schiffbau haben wir die Chance, Europa zum Leitmarkt für klimaschonende, ressourcen- und kostensparende Technologien zu machen", sagte Merkel. Wie Altmaier betonte sie die Rolle Europas bei den internationalen Herausforderungen. Es gelte, sich auf dem stark umkämpften Weltmarkt zu behaupten. "Wir haben es schließlich nicht nur mit Partnern, sondern auch mit Wettbewerbern oder besser gesagt mit Konkurrenten zu tun."

Bei der Maritimen Konferenz in Rostock waren 1200 Teilnehmer dabei. Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) konnte zu seinem Bedauern coronabedingt aber nur einige ausgewählte Besucher persönlich begrüßen. Nur die Inbetriebnahme von Europas größter Landstromanlage am Passagierkai in Warnemünde bot die Gelegenheit, die Hansestadt an der Ostsee im strahlendem Sonnenschein vorzustellen.

Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann, machte im Rahmen der Inbetriebnahme auf die Zukunftschancen der maritimen Branche aufmerksam. Er kündigte in diesem Zusammenhang an, dass noch in diesem Jahrzehnt ein sogenanntes Null-Emissionsschiff von vielen Beteiligten der deutschen maritimen Branche gebaut werden soll.

Mit der 19 Millionen Euro teuren Landstromanlage können bis zu zwei Kreuzfahrtschiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgt werden, wie Altmaier sagte. "Das ist ein starkes Zeichen für den Standort Deutschland und für den Klimaschutz." Die Versorgung der Schiffe mit Strom führe zu sauberer Luft in den Häfen, weniger Lärm und insgesamt weniger Ausstoß von Treibhausgasen. "Damit viele weitere See- und Binnenhäfen diesem Beispiel folgen können, will der Bund bis 2024 rund 176 Millionen Euro in die Hand nehmen, um klimafreundlichen Landstrom flächendeckend zu fördern."

Begleitet wurde die Konferenz von Protesten der IG Metall Küste in Rostock und vor zahlreichen Werften in Norddeutschland. "Die Maritime Konferenz muss Wege aus der Krise aufzeigen", forderte Bezirksleiter Daniel Friedrich.

Brackmann sagte, die maritime Wirtschaft müsse angesichts ihrer Beschäftigungswirkung und gesamtwirtschaftlichen Effekte aus Sicht der Bundesregierung "zu ihrer alten Stärke" zurückfinden. Im Jahr 2018 habe die maritime Wirtschaft insgesamt 449 800 Arbeitsplätze abgesichert. "100 Arbeitsplätze in der maritimen Wirtschaft sichern somit weitere 130 Arbeitsplätze in Deutschland." Die gesamtwirtschaftlichen Effekte beliefen sich 2018 auf einen Umsatz in Höhe von 86,3 Milliarden Euro, aus dem eine Wertschöpfung von 29,8 Milliarde Euro resultiert habe, heißt es in einer Studie des Wirtschaftsministeriums.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Japan erlaubt Tausende heimische Zuschauer bei Olympia. Maximal darf aber nur die Hälfte der Plätze in den Arenen besetzt werden, wie die Gastgeber am Montag nach Beratungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee entschieden. TOKIO - Allen Sorgen im eigenen Volk und allen Warnungen von Experten zum Trotz erlauben Japans Olympia-Organisatoren bis zu 10 000 einheimische Zuschauer bei allen Wettkämpfen der Sommerspiele in Tokio. (Boerse, 21.06.2021 - 14:22) weiterlesen...

EU erhöht Druck auf Lukaschenko. Bei einem Treffen der Außenminister verständigten sich die 27 Mitgliedstaaten am Montag in Luxemburg darauf, die Kali- und Düngemittelindustrie der ehemaligen Sowjetrepublik sowie Mineralölunternehmen und den Finanzdienstleistungssektor des Landes ins Visier zu nehmen. Der Beschluss soll schon in den nächsten Tagen umgesetzt werden. LUXEMBURG - Mit weitreichenden Wirtschaftssanktionen erhöht die EU den Druck auf den Apparat des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko. (Boerse, 21.06.2021 - 14:12) weiterlesen...

Bund will 2022 mehr Schulden machen als bisher geplant. Konkret ist eine Nettokreditaufnahme von 99,7 Milliarden Euro vorgesehen, wie aus einer Kabinettsvorlage zum Bundeshaushalt 2022 und der Finanzplanung bis 2025 hervorgeht. Diese lag der Deutschen Presse-Agentur am Montag vor. Zuerst hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. BERLIN - Der Bund will im kommenden Jahr mehr neue Schulden machen als bisher geplant. (Wirtschaft, 21.06.2021 - 14:12) weiterlesen...

Kliniken weisen Schummelvorwurf um Betten für Covid-Patienten zurück. Der Bundesrechnungshof habe keine Belege für entsprechende Vorwürfe vorgelegt, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, am Montag bei einer Veranstaltung seiner Organisation. Seit Tagen wird darüber spekuliert, die Kliniken hätten mit Manipulationen Pauschalzahlungen für frei gehaltene Betten bekommen wollen. BERLIN - Deutschlands Krankenhäuser haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie hätten aus finanziellen Gründen bei Angaben zu Betten für Covid-19-Behandlungen geschummelt. (Wirtschaft, 21.06.2021 - 14:02) weiterlesen...

Söder: Programm-Prioritäten erst nach Kassensturz nach der Wahl. Dann würden "Stück für Stück Prioritäten" definiert, sagte er am Montag nach dem Ende der Präsidiensitzung von CDU und CSU in Berlin. Der Kassensturz könne erst nach der Wahl erfolgen, weil erst dann die politischen Verantwortungen neu verteilt seien. BERLIN - Die Union will nach Angaben von CSU-Chef Markus Söder erst nach der Bundestagswahl und einem Kassensturz entscheiden, welche Pläne aus dem Wahlprogramm wann und wie umgesetzt werden. (Wirtschaft, 21.06.2021 - 13:59) weiterlesen...

Verteidigungsministerium bezeichnet FCAS als genehmigungsfähig BERLIN - Vor der Entscheidung über das milliardenschwere Luftkampfsystem FCAS im Bundestag sieht das Verteidigungsministerium keine weiteren Hindernisse. (Boerse, 21.06.2021 - 13:58) weiterlesen...