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Regierungen, Spanien

ROM - Vor dem Gipfel der großen Industrienationen (G20) am Wochenende in Rom haben Entwicklungsorganisationen besseren Zugang zu Corona-Impfstoffen, mehr Klimaschutz und Unterstützung für arme Länder gefordert.

29.10.2021 - 12:14:30

Vor G20-Gipfel: Mehr Impfgerechtigkeit und Klimaschutz gefordert. "Die G20-Gruppe trifft sich zu einem Zeitpunkt, an dem drei Krisen entschiedenes Handeln verlangen. Pandemiefolgen, Klimakrise und wachsende Ungleichheit sind eine toxische Mischung, die kein "Weiter so" erlauben", sagte G20-Koordinator Jörn Kalinski von Oxfam am Freitag in Rom.

Deutliche Kritik gab es an der Verteilung von Impfstoffen. "Nach 18 Monaten Pandemie ist die Bilanz erschreckend", sagte Friedrike Röder von Global Citizen. Während in reichen Ländern 70 Prozent der Menschen geimpft worden seien und über eine dritte Impfung nachgedacht werde, seien es in armen Ländern nicht einmal drei Prozent. Es müsse neben einer Freigabe der Patente für Impfstoffe auch mehr Transparenz geben: "Was ist versprochen? Was fehlt? Was ist produziert?"

"Die Produktion ist nicht das Problem, sondern mangelnder politischer Wille und die Gewinninteressen der Hersteller", kritisierte Fiona Uellendahl von World Vision. Verwiesen wurde auf Indien und Südafrika, die gemeinsam mit mehr als 100 Ländern eine Aussetzung der Patente fordern, um die Produktion zu steigern und die Kosten zu senken. "Stattdessen haben sich die wohlhabenden Länder den Löwenanteil der Impfdosen gesichert und verteidigen die Monopolinteressen von Pharmaunternehmen, statt alles zu unternehmen, Menschenleben zu retten", kritisierte Kalinski von Oxfam.

Im Klimaschutz sollte sich die G20 auf 2050 als gemeinsames Ziel für die Kohlendioxidneutralität einigen, forderte Röder vor der am Sonntag beginnenden Weltklimakonferenz COP26 in Schottland. "Wenn es beim G20-Gipfel keine Einigung gibt, dann frage ich mich, wie Glasgow ein Erfolg werden kann." Drei Viertel der weltweiten Emissionen stammten aus G20-Ländern. Eigentlich müsse schon 2045 als Ziel gesetzt werden, wenn die Erwärmung wie im Pariser Klimaabkommen vereinbart auf 1,5 Grad begrenzt werden soll, sagte Röder. Doch strebt China als größter Treibhausgasproduzent erst 2060 an, während Indien sich vorerst kein Ziel setzen will.

@ dpa.de

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