Regierungen, Italien

ROM - Knapp zwei Wochen vor den Parlamentswahlen in Italien hat sich die mögliche künftige Ministerpräsidentin Giorgia Meloni klar dagegen ausgesprochen, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen.

13.09.2022 - 15:49:29

Italiens Wahl-Favoritin gegen Adoption durch homosexuelle Paare. In einem Debattenduell der Zeitung "Corriere della Sera" sagte die Parteichefin der postfaschistischen Fratelli d'Italia am Montagabend: "Ich glaube, dass man den Kindern, die ohnehin schon Pech gehabt haben, das Bestmögliche bieten soll." Sie präzisierte, das Bestmögliche "heißt, einen Vater und eine Mutter zu haben, Stabilität in der Beziehung, das was unser Gesetz vorschreibt".

Daraufhin kam es bei dem im Internet gezeigten Duell zu einem Schlagabtausch mit ihrem Gegner, dem Sozialdemokraten Enrico Letta. Dieser erwiderte, dass Kinder vor allem Liebe benötigen. "Aber Liebe spielt hier doch keine Rolle", antwortete Meloni. "Der Staat normt doch die Liebe nicht, Enrico Letta!" Woraufhin der Spitzenkandidat der Mitte-Links-Allianz sagte: "Ganz genau, aber du bist dabei, Liebe zu normen, indem zu sagst, was Liebe ist und was nicht."

In Italien dürfen Lesben und Schwulen laut Gesetz bislang keine Kinder adoptieren. Möglich ist aber, dass einer der Partner des homosexuellen Paares das leibliche Kind des anderen adoptiert.

Meloni geht als große Favoritin in die Wahlen am 25. September. Mit ihrer Mitte-Rechts-Allianz - neben den Fratelli gehören noch die rechte Lega und die konservative Forza Italia dazu - winkt ihr eine klare Mehrheit im Parlament. Sie hat in der Vergangenheit schon mehrfach und deutlich ihre Vorstellung zu dem Thema kundgetan. "Ja zur natürlichen Familie! Nein zur LGBT-Lobby!", brüllte sie im Juni bei einem Auftritt als Gast der rechtsextremen Vox-Partei in Spanien.

Jüngst trieb das Thema kuriose Blüten: Federico Mollicone, der Kultur-Beauftrage von Fratelli d'Italia, forderte den öffentlichen Sender Rai auf, von einer Ausstrahlung einer bestimmten Folge der Kindersendung Peppa Pig (auf deutsch: Peppa Wutz) abzusehen. In dieser taucht nämlich das Eisbärkind Penny auf, das zwei Mütter hat. "Peppa Pig ist eine Zeichentrickserie für Dreijährige", sagte auch Meloni, die befürchtet, dass Kindern "Konzepte aufgedrängt werden".

@ dpa.de

Weitere Meldungen

USA stellen 327 Millionen US-Dollar Hilfe für Afghanistan bereit. Mit dem Geld sollen humanitäre Organisationen unterstützt sowie Soforthilfen finanziert werden - etwa in Form von Bargeld, Medikamenten und der Bereitstellung von Unterkünften. Auch geflüchtete Afghanen in den Nachbarländern sollen von den Hilfen profitieren. Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 haben die USA damit den Angaben zufolge 1,1 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe in der Region bereitgestellt. WASHINGTON - Angesichts einer humanitären Krise in Afghanistan haben die USA zusätzliche Hilfen von fast 327 Millionen US-Dollar (332 Millionen Euro) angekündigt. (Wirtschaft, 23.09.2022 - 21:33) weiterlesen...

Erneuter 'Artemis'-Startversuch am Dienstag - düstere Wetterprognose. Aufgrund eines herannahenden Wirbelsturms liege die Chance darauf, dass die Wetterbedingungen einen Start zuließen, derzeit bei nur 20 Prozent, teilte die Nasa bei einer Pressekonferenz am Freitagabend mit. CAPE CANAVERAL - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will vorerst an einem weiteren Startversuch am Dienstag für die problemgeplagte Mondmission "Artemis" festhalten - allerdings könnte das Wetter eine weitere Verschiebung notwendig machen. (Boerse, 23.09.2022 - 21:21) weiterlesen...

Monopolkommission: Uniper-Verstaatlichung keine langfristige Lösung. Angesichts der allgemeinen Lage sei die Verstaatlichung zwar "politisch nachvollziehbar", sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling, der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe). Doch er warnte davor, dass der Schritt keine langfristige Lösung sein dürfe. "Wir müssen dann wieder zurück zum Wettbewerb kommen. BERLIN - Ein Beratergremium der Bundesregierung sieht in der geplanten Verstaatlichung des Gasimporteurs Uniper auf Dauer eine Gefahr für den Wettbewerb. (Boerse, 23.09.2022 - 20:20) weiterlesen...

G7 verurteilen russische Scheinreferenden und Teilmobilisierung. Zudem drückten sie ihr Bedauern über die Teilmobilisierung der Streitkräfte in Russland aus. Die Scheinreferenden dienten als "falscher Vorwand", um den Status von souveränem ukrainischem Territorium zu verändern, das russischer Aggression zum Opfer gefallen sei, erklärten sie am Freitag. "Diese Aktionen sind ein klarer Bruch der Charta der Vereinten Nationen und des internationalen Rechts", hieß es weiter. BERLIN - Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden demokratischen Wirtschaftsmächte (G7) haben die Scheinreferenden in den russisch besetzten Gebieten in der Ukraine aufs Schärfste verurteilt. (Wirtschaft, 23.09.2022 - 20:15) weiterlesen...

Amerikanische IT-Firmen sollen Internetzugang im Iran verbessern. Amerikanischen IT-Firmen sei es künftig erlaubt, ihre Geschäftstätigkeit im Iran auszuweiten, teilte das Finanzministerium am Freitag in Washington mit. Dafür seien bestehende Beschränkungen teilweise aufgehoben worden. Eine aktualisierte Genehmigung ermöglicht es den Firmen demnach, im Iran wieder mehr Online-Dienste anzubieten - darunter zum Beispiel Soziale Medien, Videokonferenzsoftware und Cloud-Dienste. WASHINGTON - Die US-Regierung will den Menschen im Iran besseren Zugang zum Internet und zu unabhängigen Nachrichten ermöglichen. (Boerse, 23.09.2022 - 19:37) weiterlesen...

'SZ': Bahn informierte Ministerium 2020 über Problem bei Münchner Stammstrecke. MÜNCHEN - Nicht nur höhere Kosten beim Bau der zweiten Münchner S-Bahn-Stammstrecke, sondern auch eine Bauzeitverlängerung um Jahre hat sich einem Medienbericht zufolge bereits 2020 abgezeichnet. Die Deutsche Bahn habe dem bayerischen Verkehrsministerium bei einem Gespräch am 25. September 2020 auf 32 Seiten präsentiert, wie schlecht es um das Projekt stehe, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag). Es drohe eine Verzögerung um sechs Jahre bis 2034; die Bahn habe Gegenmaßnahmen empfohlen. 'SZ': Bahn informierte Ministerium 2020 über Problem bei Münchner Stammstrecke (Boerse, 23.09.2022 - 19:24) weiterlesen...