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Bahn, Verkehr

Reisebeschränkungen und Angst vor dem Virus: Die Züge in Deutschland waren vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie sehr leer.

30.07.2020 - 13:10:43

Fern- und Regionalverkehr - Bahn rechnet erst 2022 wieder mit «normaler Nachfrage». Mit einer Normalisierung rechnet die Bahn nicht allzu bald.

Berlin - Die Deutsche Bahn rechnet 2020 im laufenden Geschäft mit einem Rekordverlust. Zum Jahresende erwarte man ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit), kündigte das Bundesunternehmen an. Der Umsatz könne auf bis zu 38,5 Milliarden Euro absacken.

2019 hatte er noch 44,4 Milliarden Euro betragen. Die Prognose sei aber mit hoher Unsicherheit behaftet, hieß es. «Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die DB in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt», sagte der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz.

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Der operative Verlust (Ebit) betrug 1,8 Milliarden Euro. Der Konzern führte das vor allem auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück.

Hinzu kommt eine Sonderabschreibung auf die Auslandstochter Arriva in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Sie beruht neben den Folgen der Pandemie etwa in Spanien und Italien auch auf dem EU-Austritt Großbritanniens und Problemen auf dem britischen Markt. Unterm Strich führte das im ersten Halbjahr zu einem Verlust von 3,7 Milliarden Euro, wie schon am Dienstag bekannt geworden war.

Die Deutsche Bahn rechnet außerdem damit, dass es eine normale Nachfrage wohl erst wieder geben wird, wenn es einen Corona-Impfstoff oder Medikamente gegen die Symptome gebe, sagte Bahnchef Richard Lutz.

«Wir gehen davon aus, dass das wohl erst 2022 der Fall sein wird.» Nach dem Einbruch im Frühjahr habe die Bahn bis heute im Fern- und Regionalverkehr etwa die Hälfte der Fahrgäste zurückgewonnen.

Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2019 war die Fahrgastzahl von Januar bis Juni um rund 43 Prozent auf knapp 41 Millionen zurückgegangen. Im Regionalverkehr waren es 663 Millionen, etwa 37 Prozent weniger.

Lutz lehnte es ab, zum Schutz vor Infektionen in überfüllten Zügen eine Reservierungspflicht einzuführen. «Unsere Kunden schätzen die Flexibilität.» Über die Buchungssysteme versuche man zu vermeiden, dass mehr als die Hälfte der Plätze in einem Zug gebucht werden. Mitunter verteile das Zugpersonal die Fahrgäste, um Abstände zu gewähren. Reinigung, Desinfektion, Lüftung und die Maskenpflicht führten zusätzlich dazu, dass es «so gut wie keine Ansteckungsgefahr» in den Zügen gebe, sagte Lutz.

© dpa-infocom, dpa:200730-99-979977/3

@ dpa.de