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PRETORIA - Deutschland will Südafrika beim Aufbau einer eigenen Corona-Impfstoffproduktion finanziell unterstützen.

28.05.2021 - 19:14:58

Deutschland gibt Südafrika Finanzhilfe für Impfstoffproduktion. Die Bundesregierung sei bereit, bis zu 50 Millionen Euro dafür bereitzustellen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag bei einer Veranstaltung in der Hauptstadt Pretoria. Gemeinsames Anliegen auch mit Frankreich und der Europäischen Union sei es, den nötigen Technologietransfer zu unterstützen und regionale Produktionsstandorte zu schaffen.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron forderte mehr Transparenz und Verantwortlichkeit bei Impfstofflieferungen für ärmere Länder. Es sei wichtig zu wissen, wann wie viele Dosen in welches Land geliefert werden, sagte Macron bei der Veranstaltung in der Universität Pretoria. Mehr Transparenz sei auch bei Preisen für Impfstoffe nötig. "Das ist der beste Weg, öffentliches Geld nicht zu verschwenden." Hindernisse für den Zugang zu Impfstoffen müssten beseitigt werden, dazu gehörten auch Exportbeschränkungen.

Differenzen wurden in der Frage einer Lockerung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe deutlich. Spahn sagte bei einem vorherigen Termin in Johannesburg: "Eine freiwillige Kooperation aus Überzeugung ist immer effektiver als eine erzwungene." Deutsche Impfstoffentwickler wollten mit anderen Herstellern in der Welt zusammenarbeiten. "Wir möchten Sie dabei unterstützen." Macron sprach sich dafür aus, für die Dauer der Pandemie Patentrechte für Impfstoffe auszusetzen, wo immer sie ein Hindernis seien.

Spahn traf zu Beginn seines zweitägigen Besuchs mit seinem Amtskollegen Zweli Mkhize zusammen, der über den aktuellen Stand der Pandemie in dem 59-Millionen-Einwohner-Land informierte. Für Urlauber aus Deutschland gelten strenge Reisevorgaben wegen einer in Südafrika verbreiteten Variante des Coronavirus. Im Institut für übertragbare Krankheiten in Johannesburg führte ein Rundgang auch zu einem von Deutschland finanzierten Analysegerät für PCR-Tests.

Hintergrund von Spahns Besuch sind auch Ankündigungen der EU, Herstellung und Zugang zu Impfstoffen in Afrika zu fördern. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vergangene Woche angekündigt, dass die EU mit einer Milliarde Euro den Bau von Standorten unterstützen werde.

@ dpa.de

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