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Regierungen, USA

PORTLAND / KENOSHA - Wenige Tage nach den Todesschüssen in der US-Stadt Kenosha ist in Portland im Bundesstaat Oregon erneut ein Mann am Rande von Protesten erschossen worden.

30.08.2020 - 14:30:27

Ein Toter nach Schüssen in Portland - Trump will nach Kenosha. Der Vorfall ereignete sich am Samstag gegen 20.45 Uhr (5.45 Uhr MESZ) am Rande von Kundgebungen von Anhängern und Gegnern von US-Präsident Donald Trump, wie örtliche Medien berichteten.

Demnach zogen geschätzt etwa 2500 Trump-Unterstützer mit mehreren Hundert Autos durch die Stadt. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit linken Gruppen. Trump selbst will am Dienstag nach Kenosha reisen, die nach den Schüssen eines Polizisten in den Rücken eines Schwarzen von Protesten erschüttert wird.

Was genau in Portland passierte, war zunächst unklar. Bei dem Toten soll es sich um einen Trump-Anhänger handeln. Die Polizei machte keine genaueren Angaben zu seiner Identität und äußerte sich zunächst auch nicht dazu, wer geschossen haben soll. Es werde wegen eines Tötungsdelikts ermittelt, hieß es.

In der Stadt im Nordwesten der USA war es seit dem Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai immer wieder zu Demonstrationen gekommen. Auch in anderen amerikanischen Städten gehen Menschen aus Protest gegen Polizeigewalt gegen Schwarze seit Wochen auf die Straßen.

Trump kündigte unterdessen an, sich am Dienstag in Kenosha ein Bild von der Lage zu machen. In der Stadt im Bundesstaat Wisconsin waren in der Nacht zum Mittwoch zwei Menschen bei Protesten erschossen worden. Als Schütze wurde im benachbarten Bundesstaat Illinois ein 17-Jähriger festgenommen. Er war mit anderen bewaffneten Zivilisten unterwegs, die behaupteten, Eigentum vor Plünderungen schützen zu wollen. Die Todesschüsse waren von Augenzeugen gefilmt worden. Der Mann wurde wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt.

Trump werde sich in Kenosha mit Sicherheitsbehörden treffen und den Schaden nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage ansehen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses am Samstag. Eine zentrale Botschaft Trumps im Präsidentschaftswahlkampf ist das Versprechen von "Recht und Ordnung". Das war auch das Leitmotiv seiner bisherigen Äußerungen zu den Ereignissen in Kenosha.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden, der acht Jahre Vize von Präsident Barack Obama war, ist bei schwarzen US-Amerikanern populär. Trump versucht, die Demokraten mit Gewalt bei Protesten in Verbindung zu bringen und Ängste bei potenziellen Wählern zu schüren. Die Krawalle seien ein Vorgeschmack darauf, dass in "Bidens Amerika" niemand sicher sein werde, hatte Trump am Donnerstag gesagt.

Unterdessen werden häppchenweise Details zum Polizeieinsatz bekannt, bei dem ein Polizist in Kenosha vor einer Woche dem 29-jährigen Jacob Blake siebenmal in den Rücken geschossen hatte. Auf einem Video, das die aktuellen Proteste auslöste, ist zu sehen, dass ein Polizist auf ihn schießt, als er die Fahrertür zu seinem Auto aufmacht und sich hineinbeugt. Im Auto befanden sich Blakes Kinder.

Der Generalstaatsanwalt von Wisconsin, Josh Kaul, teilte mit, dass auf dem Boden der Fahrerseite ein Messer gefunden worden sei. Er machte aber auf Nachfragen keine Angaben dazu, ob Blake ein Messer in der Hand gehabt habe. Zudem hieß es, die Polizisten hätten zweimal versucht, Blake mit einem Elektroschocker zu betäuben, das habe aber nicht funktioniert.

Die Polizeigewerkschaft von Kenosha erklärte am Wochenende, gegen Blake habe ein Haftbefehl wegen des Vorwurfs eines sexuellen Übergriffs vorgelegen. Zudem hätten die Polizisten ein Messer in seiner Hand gesehen und es habe eine körperliche Auseinandersetzung Blakes mit den Polizisten gegeben. Blakes Anwälte erklärten im Sender CNN, diese Behauptungen seien "übertrieben" und sollten den Einsatz übermäßiger Gewalt rechtfertigen.

Die Anzeige war der Grund dafür, dass der nach den Schüssen von der Hüfte abwärts gelähmte Blake mit einer Fußfessel an das Krankenhaus-Bett gebunden wurde. Nach Kritik der Familie wurde dies aufgehoben.

@ dpa.de

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